Morgenlage Wirtschaft am Montag, 9. Oktober 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Montag, 9. Oktober 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Airbus drohen Klagen und hohe Geldstrafen: Der Flugzeugbauer Airbus wird derzeit von mehreren Affären um Betrug, Bestechung und Korruption heimgesucht. Konzernchef Tom Enders spricht in einer Email an alle Mitarbeiter von der Möglichkeit schwerwiegender Konsequenzen, einschließlich erheblicher Strafen für das Unternehmen. Zum einen geht es um Ungereimtheiten bei Gegengeschäften beim Verkauf von Eurofighter-Kampfjets nach Österreich. Zum anderen sollen Berater und Mittelsmänner über ein Jahrzehnt Käufe über ein System von schwarzen Kassen und Korruption angekurbelt haben. Es ermittelt die britische Strafverfolgungsbehörde für schwere Betrugsdelikte, die französische Staatsanwaltschaft und auch deutsche Behörden. Airbus könnte bei Vergleichen eine Milliarde Euro Strafe zahlen müssen. Auch deswegen geht Konzernchef Enders jetzt in die Offensive.
welt.de, spiegel.de, handelsblatt.com

Nun doch Nachrüstung von Hardware?: Umweltministerin Barbara Hendricks fordert es schon seit langem, schwenkt jetzt auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt in der Dieselaffäre um? Glaubt man dem Spiegel, sollen jetzt auch dem Verkehrsministerium einfache Software-Nachrüstungen bei Dieseln nicht mehr reichen. Die Autobauer sollen zusätzlich zum Software-Update auch Hardware-Umrüstungen für bestimmte Diesel-Pkw anbieten. Darauf hätten sich Experten und Beamte des Bundesverkehrsministeriums verständigt, will das Nachrichtenmagazin erfahren haben.
tagesspiegel.de

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Brauer wollen Preise erhöhen: Mehrere große Brauereien wollen im kommenden Jahr Preiserhöhungen bei Flaschenbier durchsetzen. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Bierherstellern ergeben. Wie stark sie ihre Rampenpreise anheben wollen, sagten die Brauereien nicht. Der Pils-Marktführer Krombacher, der im Sommer eine Preisanhebung bei Flaschenbier noch auf unbestimmte Zeit verschobene hatte, will die Sache nun doch angehen, wie ein Sprecher mitteilte. Der deutsche Biermarktführer, die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe, will im neuen Jahr ebenfalls bei Flaschenbieren an der Preisschraube drehen. Zum 1. Februar 2018 sei eine Preisanpassung für Teile des Flaschenbiersortiments und bei Fünf-Liter-Partyfässern geplant.
tagesspiegel.de, faz.net, handelsblatt.com

Job-Messe für Air-Berlin-Mitarbeiter: Große Arbeitgeber aus Berlin werben aktiv um Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin. Am Dienstag möchten sie sich in der Firmenzentrale südlich des Flughafens Tegel den Angestellten im Rahmen einer Job-Messe präsentieren. Air Berlin befindet sich in der Auflösung. Der Betriebsrat hatte am Freitag rund 1.400 Mitarbeiter des Verwaltungs- und Bodenpersonals auf eine Kündigung Ende Oktober vorbereitet. Nur wer für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs unbedingt benötigt werde, solle die Kündigung erst für Ende Februar 2018 erhalten.
tagesspiegel.de, spiegel.de

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Bankensterben geht weiter: Das Filialsterben auf dem deutschen Bankenmarkt hat sich einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren beschleunigt. Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW wurden in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt 2.200 Standorte aufgegeben. Die Schließung von Zweigstellen habe damit noch einmal an Tempo gewonnen, heißt es in der gemeinsamen Untersuchung der KfW und der Universität Siegen. Seit der Jahrtausendwende hat Deutschlands Bankenmarkt den Angaben zufolge fast 10.200 der damals noch gut 38.000 Standorte verloren.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Familienunternehmer fordern schnelles Zuwanderungsgesetz: Vor dem Beginn der politischen Sondierungen über eine Regierungsbildung machen die Familienunternehmer Druck auf die Politik und fordern ein schnelles Zuwanderungsgesetz. Nach dem Präsidenten des Verbands der Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, gebe es viele Bereiche, die ohne ausländische Arbeitskräfte nicht wachsen könnten. Allein durch die Rente mit 63 würden hunderttausende Arbeitnehmer fehlen, wegen der Demographie kämen weitere Millionen dazu.
tagesspiegel.de

Ryanair-Topmanager Michael Hickey tritt nach zahlreichen Flugstreichungen zurück faz.net
Aktienrückkäufe deutscher Konzerne so hoch wie seit 2008 nicht mehr spiegel.de
Kettcar-Hersteller Kettler auf der Suche nach Investoren handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Flächendeckendes Gigabit-Netz gefordert: Mobilfunkanbieter locken mit immer schnelleren Übertragungsraten. Allerdings können die Kunden die angepriesenen Gigabit-Geschwindigkeiten noch gar nicht erreichen. Mit dem bisherigen LTE-Standard ist für die meisten Handybesitzer bei halb so hoher Geschwindigkeit Schluss. Die ersten kompatiblen Smartphones kommen aber bald auf den Markt. Der chinesische Hersteller Huwaei stellt am nächsten Montag den Nachfolger seines Premium-Geräts “Mate” vor. Damit langfristig auch die ländlichen Regionen profitieren, muss aber ein flächendeckendes Netz her. Und bis dahin dürften noch Jahre vergehen. Die Anbieter müssen nämlich zunächst die nötige Infrastruktur im Festnetz schaffen. “Leistungsfähige Mobilfunknetze sind nur dann realisierbar, wenn die Mobilfunk-Basisstationen an Glasfasertechnik angebunden sind”, sagt Alexander Kuch vom Telekommunikations-Portal Teltarif.
tagesspiegel.de

Zukunft der Zeitarbeit: Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet nicht mehr in einem klassischem Arbeitsverhältnis. Innerhalb von 20 Jahren ist der Anteil von atypisch Beschäftigten von 15 auf 20,7 Prozent gestiegen. Darunter fallen befristete oder Teilzeitjobs, geringfügig Beschäftigte und Zeitarbeitnehmer. Umgekehrt nahm die Zahl sogenannter Normalarbeitnehmer mit mindestens 20 Wochenstunden und unbefristetem Vertrag nur von 24,8 auf 25,6 Millionen zu. Der Beschäftigungsboom profitiert also von den atypisch Beschäftigten. Sprengstoff auch für die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Denn während die FDP die Lockerungen am Arbeitsrecht aufrecht erhalten will, drängen die Grünen auf Einschränkungen bei Zeitarbeit und Befristungen.
karriere.de

– ANGEZÄHLT –

China hat 1,34 Millionen Amtsträger wegen Korruption bestraft. Meist handelt es sich dabei um kleinere Vergehen. Etwa die Hälfte der Vorfälle hätten sich in Dörfern im ländlichen Raum ereignet.
faz.net

– ZITATE –

“Hinter der Software-Entwicklung stehen immer noch Menschen. In Szenarien, dass uns die Maschinen beherrschen, wird mit der Urangst der Menschen vor dem Kontrollverlust gespielt. Schon vor Jahrhunderten haben sich Menschen immer vor Monstern gefürchtet, die sie nicht mehr kontrollieren können. Ich glaube, die Gefahr ist eher, dass wir uns zu sehr auf Algorithmen verlassen und vergessen, dass diese nichts weiter als Werkzeuge für Ziele sind, die wir festlegen.”

Der Tech-Pionier Kevin Ashton hat vor ein paar Jahren den Begriff “Internet der Dinge” geprägt. Vor künstlicher Intelligenz hat er keine Angst, denn hinter jedem Algorithmus stecke immer noch ein menschlicher Programmierer.
faz.net

“Wir sind in den Startlöchern und sind mit unseren Ermittlungen weitgehend fertig. Es fehlt nur noch der technische Abschluss des Verfahrens.”

Die Münchner Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl bestätigte auf Anfrage österreichischer Zeitungen mögliche Anklagen gegen ehemalige Airbus-Manager.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

CDU und CSU finden Kompromisslinie bei Zuwanderung
Sigmar Gabriel zur Oppositionsentscheidung
Kritik an Haftforderung für deutschen Menschenrechtler
Demonstrationen gegen Unabhängigkeitspläne in Katalonien

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Happiness Report: Auf Japans Elektronikmesse Ceatec in Tokio lassen sich zahlreiche kuriose Neuerungen bestaunen, denn kein Land ist mehr verliebt in die Möglichkeiten moderner Technologie. So soll eine ID-Karte, die ständig am Körper getragen wird, die “Glückseligkeit” des Mitarbeiters messen und von Überarbeitung und Burnout warnen. Infrarotsensoren werten aus, was dem Mitarbeiter anspannt und Stress bereitet, aber auch, was ihm gut tut. So können Mitarbeiter ihr Verhalten entsprechend ändern. Die Arbeitgeber erhalten die Daten nicht, verspricht Entwickler Hitachi. In Deutschland würde eine derartige Vollüberwachung wohl alle Betriebsräte auf die Barrikaden treiben. Auch in den USA mussten ähnliche Tests nach Protesten gestoppt werden.
handelsblatt.com

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