Morgenlage Wirtschaft am Montag, 20. März 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Montag, 20. März 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Tengelmann und Edeka verklagen Bundeskartellamt auf Schadensersatz: Der Fall Kaiser’s Tengelmann könnte für das Bundeskartellamt noch ein teures Nachspiel haben. In der Behörde rechnet man mit Schadensersatzforderungen, weil die Wettbewerbsbehörde die geplante Übernahme ursprünglich verboten hatte. Edeka und Tengelmann klagen nach wie vor gegen die Untersagungsverfügung. Kein Einzelfall, so hatten etwa die Hörgerätehersteller Phonak und Resound das Amt nach dem Verbot einer geplanten Fusion auf eine Milliarde Euro Schadensersatz verklagt, waren mit der Klage aber gescheitert.
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, n-tv.de

Piëch will seine VW-Anteile verkaufen: Ferdinand Piëch bereitet seinen endgültigen Rückzug aus dem Volkswagen-Porsche-Konzern vor. Piëch will seine Anteile an der Porsche Holding SE, die 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen hält, verkaufen. Die Holding teilte am Freitag mit, sie sei davon unterrichtet worden, dass die Familien Porsche und Piëch Verhandlungen führen. Piëch hält 14,7 Prozent der Porsche-Stammaktien. Seine Aktien sollen rund eine Milliarde Euro wert sein.
tagesspiegel.de, n-tv.de

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Tagesspiegel Wirtschaftsclub lädt ein. : „Wie wir Berlin bewegen.” mit Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Donnerstag, 23.03.2017, 19.00 Uhr, anschließend Get-together, Anmeldung: wirtschaftsclub@tagesspiegel.de Der Club richtet sich an UnternehmerInnen und Führungskräfte.

Schulterschluss für den Freihandel: Kanzlerin Angela Merkel und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe haben sich am Rande der Eröffnung der Cebit in Hannover für einen raschen Abschluss des EU-Japan-Freihandelsabkommens ausgesprochen. Beide erteilten dem Protektionismus eine Absage, ohne den US-Präsidenten Trump zu erwähnen. Bei einem Treffen der G20-Finanzminister haben die USA zuvor eine Erklärung verhindert, die ein Bekenntnis zu Freihandel und Umweltschutz beinhaltet hätte.
faz.net, handelsblatt.com, spiegel.de

Dijsselbloem fordert europäischen IWF: Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, will die Krisenhilfe in Europa neu organisieren. Der Euro-Krisenfonds ESM soll langfristig dabei zu einer Art europäischem IWF werden. Das würde auch bedeuten, dass die bisherige Troika-Konstruktion aus IWF, EZB und EU-Kommission aufgelöst werden müsse. Vor allem die EZB würde sich in ihrer momentanen Rolle sehr unwohl fühlen.
faz.net

Rupert Stadler im Visier der Behörden: Bei den Durchsuchen in der Audi-Konzernzentrale wurden 47 Personen im Durchsuchungsbeschluss namentlich aufgelistet. Darunter in Visier der Behörden: Audi-Chef Rupert Stadler. Gesucht wurde nach Korrespondenz, insbesondere E-Mail-Verkehr, sowie Aufsichtsrats- und Vorstandsprotokolle. Das Ziel: Aufschluss über Planung, Entscheidungsabläufe, den Informationsfluss und den Vertrieb der Autos im Zusammenhang mit der Betrugssoftware in den USA.
spiegel.de

Ökonomen kritisieren Schulz: Die Stimmung unter den deutschen Volkswirten ist positiv. Dies geht aus dem Ökonomen-Barometer von “Euro am Sonntag” und n-tv hervor. Der Index legte im Vergleich zum Februar um 1,4 Prozent auf 66,1 Punkte zu. Auch die Erwartungen für die nächsten 12 Monate verbesserten sich um 4 Prozent auf 68,5 Punkte. Durchweg kritisch sahen die Ökonomen aber die Pläne zur Reform des Arbeitslosengeldes von SPD-Kanzlerkandidat Schulz. “Das ist kein Reformvorschlag, sondern eine Rückwärtsrolle”, sagt etwa Jürgen Donges, emeritierter Professor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Köln.
n-tv.de

Google-Sicherheitschef Gerhard Eschelbeck und Alexander Schütz vom chinesischen Großaktionär HNA sollen künftig dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank angehören tagesspiegel.de
BMW will Millionen in US-Werk investieren handelsblatt.com
Siemens hält Schmiergeldstudie unter Verschluss spiegel.de

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– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Kommt Amazon fresh?: Erst vor wenigen Tagen hat Amazon sein Lebensmittelangebot im sogenannten Trockensegment stark erweitert. Bereits jetzt können Kunden im Bereich  Artikel des täglichen Bedarfs bestellen, wie Zahnpasta, Toilettenpapier, aber eben auch Konserven oder andere nicht kühlungsbedürftige Nahrungsmittel wie Cerealien und Süßigkeiten. Nur frische Produkte sind bis jetzt wegen mangelnder Kühlung noch nicht möglich. Und jetzt kommt aus München das Gerücht, dass der Versandhändler hinter dem Bau eines großen Logistikzentrums mit Kühlbereich nahe München steckt.
tagesspiegel.de

Jenseits der Raffgier – Bankmanager in Skandinavien: Die sechs größten Banken Nordeuropas liefern eine Top-Performance ab. Häuser wie Danske Bank oder Nordea dominieren Ranglisten durch Ertrag- und Eigenkapitalstärke. Trotzdem bekommen ihre Vorstandschef nur etwa die Hälfte von dem, was ihre ausländischen Kollegen verdienen, hat der Nachrichtendienst Bloomberg ermittelt. Der Hintergrund ist eine komplett andere politische und soziale Kultur. Zu hohe Bezahlung der Manager würde bei einer sehr kritischen Öffentlichkeit auf Widerstand stoßen.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

Immobilienkäufer in Deutschland zahlten 2016 durchschnittlich 242.000 Euro für ihr Eigenheim, wie aus der Studie “Wohnen in Deutschland 2017” der Sparda-Bank hervorgeht.
spiegel.de

– ZITATE –

“Wir machen seit zehn Jahren Geschäfte mit der Türkei. Natürlich gibt es da angesichts der politischen Spannungen jetzt Diskussionsbedarf. Aber die Türkei ist Nato-Partner. Und 7.000 deutsche Unternehmen haben Geschäftsaktivitäten in der Türkei, das setzt man doch nicht ohne weiteres aufs Spiel. ”

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, möchte nicht nur die Türkei mit Waffen beliefern, sondern auch dort produzieren.
tagesspiegel.de

“In der Vergangenheit haben viele Regierungen – auch die deutsche – bei der Versteigerung von Mobilfunklizenzen zu sehr auf die Einnahmen geschaut. Den Telekomkonzernen haben deshalb anschließend das Geld für Investitionen gefehlt. Länder wie mein eigenes haben das anders gehandhabt und am Ende finanziell davon profitiert, weil die Wirtschaft stärker gewachsen ist.”

Der Estländer Andrus Ansip, Vizepräsident der Europäischen Kommission, warnt zum Auftakt der Cebit davor, beim Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes ins Hintertreffen zu geraten.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Erdogan wirft Deutschland Verstrickung in Putsch vor
Schulz nennt AfD eine Schande für die Bundesrepublik
Von der Leyen kontert Trump
Anti-Terror-Einheit ermittelt nach Anschlag in Frankreich

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Pasta ist wie Wein: Giovanni Fabbri aus Chanti in der Toskana ist Fabrikant von Luxusnudeln. Seine Spaghettoni trocknen fünf Tage lang bei niedrigen Temperaturen und sind eine Delikatesse. Seine Fabrik ist ein ehrwürdiges Familienunternehmen. Die Nudel-Manufaktur geht zurück auf das Jahr 1893. Seine Ware geht an Restaurant und Privatkunden per Kurier. Bei Pasta, sagt Fabbri, gebe es jede Menge Qualitätsunterschiede. Es gebe Massenware und hochspezialisierte Nischenprodukte. Wie beim Wein eben.
handelsblatt.com

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