Morgenlage Wirtschaft am Montag, 11. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Montag, 11. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Irma trifft Versicherungsbranche: Nach Einschätzung der Münchner Rück verursacht der Hurrikan “Irma” hohe Kosten für die Versicherungsbranche. Die Münchner Rück selbst sei nach Angaben von Vorstand Torsten Jeworrek aber nicht stark in Florida engagiert. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde war der Hurrikan am Sonntag über Florida hinweggezogen. Floridas Gouverneur Rick Scott sprach davon, dass Florida noch nie so einen katastrophalen Sturm erlebt habe. Die Versicherer stellen sich auf Schäden zwischen 15 und 20 Milliarden Euro ein.
faz.net

Air-Berlin-Kunden können auf Entschädigung hoffen: Die Kunden der Airline haben in den vergangenen Wochen erneut hohe Ansprüche auf Entschädigungen wegen Flugverspätungen und -ausfällen erworben. Allein bei Deutschlands größtem Fluggastportal Flightright sind seit dem 15. August über 1.000 Fälle angefallen. Die Ansprüche der Kunden belaufen sich auf 450.000 Euro. Offensichtlich hat die insolvente Airline aber ihre Rechtsauffassung, ob Kunden Entschädigungen verlangen können, inzwischen geändert. Bisher hatte Air Berlin behauptet, nur Kunden, die ihre Tickets nach dem 15. August gekauft hätten, würden entschädigt. Was die Zukunft des Unternehmens angeht, bereitet die Lufthansa-Tochter Eurowings sich intensiv auf die Übernahme von Personal der Air Berlin vor. Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat sich die Gesellschaft am Freitag grundsätzlich auf einen “Tarifvertrag Wachstum” geeinigt, der die Bedingungen für schnelle Neueinstellungen festlegt.
tagesspiegel.de, handelsblatt.com

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Tagesspiegel Wirtschaftsclub lädt ein: „Wie Wahlen gewonnen werden” Wahlanalyse mit Matthias Jung, Forschungsgruppe Wahlen, Donnerstag, 28. September 2017, 19.00 Uhr, anschließend Get-together, Anmeldung: wirtschaftsclub@tagesspiegel.de Der Club richtet sich an UnternehmerInnen und Führungskräfte.

Finanzinvestoren wollen beim Autobahnstreit mitmischen: Im Streit des privaten Autobahnbetreibers A 1 Mobil mit dem Bund wollen sich jetzt auch Hedgefonds einmischen. 20 bis 30 Finanzinvestoren sollen sich dafür interessieren, Forderungen von Gläubigerbanken auch gegenüber dem Bund einzutreiben. Bei einem möglichen Rechtsstreit um die von A 1 Mobil vom Bund geforderten 778 Millionen Euro drohen für die Bundesregierung damit sehr unbequeme Gegner.
sueddeutsche.de, spiegel.de

PSA will Opel elektrifizieren: Nach der Übernahme durch den PSA-Konzern aus Frankreich könnte Opel ausschließlich E-Autos herstellen. Dieses Gedankenspiel stellte PSA-Chef Carlos Tavares in Aussicht. Schon bald soll Opel die Produktion von E-Autos und Plug-in-Hybride verstärken. Die Technik hierfür kommt von PSA. Im Jahr 2023 sollen alle PSA-Fahrzeuge elektrifiziert sein. Opel-Chef Michael Lohscheller versicherte derweil, dass Opel eine deutsche Marke bleiben solle und dass Opel das Ziel habe, in absehbarer Zeit wieder profitabel zu sein.
faz.net, handelsblatt.com

EU rechnet mit Trumps Wirtschaftspolitik ab: Wie der Spiegel berichtet, übt der Wirtschafts- und Finanzausschuss der EU heftige Kritik an der Wirtschaftspolitik Donald Trumps. Vor allem die Auswirkungen dessen Protektionismus könnten einem internen Vermerk zufolge viel heftiger Ausfallen als gedacht. Weil sich Trumps Ausgabepläne nicht auf einem “nachhaltigen Pfad” bewegen, berge das Risiken für die Weltkonjunktur.
spiegel.de

Allianz baut Stellen ab: Deutschlandweit will der Versicherer die Digitalisierung vorantreiben und bis zum Jahr 2020 rund 700 Arbeitsplätze streichen. Der Standort Berlin mit seinen derzeit gut 2.780 Beschäftigten verliert im Zuge der Neuordnung die Kranken- und Autoversicherungssparte, dafür wird das Unfallversicherungsgeschäft in der Hauptstadt ausgebaut. Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen, etwa über Altersteilzeitprogramme und die natürliche Fluktuation. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.
tagesspiegel.de

Galeria Kaufhof und Bekleidungsunternehmen S. Oliver streiten um Bezahlung gelieferter Ware sueddeutsche.de
Facebook-Konkurrent StudiVZ meldet Insolvenz an spiegel.de
Tsipras verkündet Wachstumskurs für Griechenland handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Ausblick IAA: Gute Geschäfte trotz Dieselkrise: Am Donnerstag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in Frankfurt die 67. IAA eröffnen. Die weltgrößte Automesse ist eine ideale Arena im Wahlkampf. Schließlich beschäftigt allein die deutsche Autoindustrie 900.000 potenzielle Wähler. Die Kanzlerin wird ihre Gastgeber scharf kritisieren müssen, will sie nicht noch mehr Glaubwürdigkeit der Politik im Umgang mit Abgasgrenzwerten verspielen. Die Industrie lässt derweil die Diesel-Krise an sich abperlen. Zwar ist der Marktanteil des Diesels seit 2015 um ein Fünftel auf knapp 38 Prozent eingebrochen. Doch die Gesamtzahl der Neuzulassungen steigt, allein in diesem Jahr um drei Prozent. Und es kommt noch besser: Mehr als 40 Prozent der Bundesbürger wollen sich in den kommenden 18 Monaten ein Auto kaufen.
tagesspiegel.de

Influencer sind die Banalisierung der Profession: Influencer sind nicht nur das derzeit angesagteste Marketing-Instrument. An verschiedenen Stellen ersetzen sie sogar die Unternehmensberatung. “In der Kosmetikbranche ist niemand näher an unserer Zielgruppe als die Influencer”, sagt etwa Bernd Preuschoff, Digitalexperte bei dem Kosmetikhersteller Schwan. Das Feedback sei näher am Leben, das könnten Consultants nicht. Klaus-Dieter Koch, Chef der Strategieberatung Brandtrust, spricht von der “Banalisierung der Profession”. Ob Unternehmensberater, Produktentwickler, Filmemacher, Werber oder Journalist: Laien machen den Profis Konkurrenz.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

Nur neun Prozent der Befragten einer Studie haben in den letzten zwölf Monaten ihre Hausbank gewechselt. Die wenigen, die wechseln, tun das wegen einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis, einem dichteren Netz an Geldautomaten oder wegen der besseren Erreichbarkeit.
faz.net

– ZITATE –

“Die Schönste auf dem Schulhof war auch früher das Vorbild für alle anderen, aber ihr Einfluss war auf die Schule beschränkt. Heute hat die Schönste eben zwei Millionen Fans, das verleiht ihr Marktmacht und macht sie für Firmen interessant.”

Klaus-Dieter Koch, Chef der Strategieberatung Brandtrust, über die Macht der “Influencer” auf Instagram und Youtube.
sueddeutsche.de

“Hören wir auf unseren Verstand und ausnahmsweise nicht aufs Herz: Beim Volksentscheid geht es weniger darum, ob der Flughafen Tegel offen bleiben soll, sondern darum, seinen großen Unmut über den Scherbenhaufen BER zu artikulieren. In einer Kampagne operieren beide Lager bewusst mit Zuspitzungen, um auf ihre Argumente aufmerksam zu machen. Das ist legitim. Deshalb werbe ich bewusst auf der sachlichen Grundlage unserer Zahlen dafür, Tegel nach der Eröffnung des BER wie geplant zu schließen, um für uns alle die Potenziale der wachsenden Hauptstadt zu vergrößern.”

Jürgen Allerkamp, Vorstandschef der landeseigenen Investitionsbank Berlin, rät dazu, bei der Volksabstimmung zur Zukunft des Flughafens Tegel sachlich, nicht emotional zu entscheiden.
tagesspiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Merkel kritisiert türkische Reisewarnung
SPD-Kanzlerkandidat Schulz nennt Koalitionsbedingungen
E-Mail bringt AfD-Kandidatin Weidel in Erklärungsnot
Kanzlerin Merkel will Krim-Annexion nicht hinnehmen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Wenn Unternehmen die falschen Bewerber suchen: Beim Rektruting ist bei vielen Unternehmen noch Luft nach oben. Oft ist den Personalern nicht so recht klar, auf welche Qualifikationen es bei der Besetzung der Stelle in einer Fachabteilung so alles ankommt. Die Folge: Ausschreibung und Selektion aufgrund von stereotypen Kriterien. Superlativ reiht sich an Superlativ. Gesucht wird die eierlegende Wollmichsau. Frust ist da Vorprogrammiert, findet sich tatsächlich der Superkandidat, ist der oft von der falsch beschriebenen Stelle wenig angetan und auch nicht qualifiziert. Er kann zwar vieles, aber nicht das Richtige. Das wertvolle Potential weniger galaktischer Bewerber wird bei solch falschem Anspruchsdenken oft übersehen. Dabei braucht jedes Schiff nicht nur Kapitäne, sondern auch Matrosen.
handelsblatt.com

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