Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 4. Oktober 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 4. Oktober 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Anklagen wegen Cum-Ex-Geschäften: Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen frühere Aktienhändler der Hypo-Vereinsbank und den Rechtsanwalt Hanno Berger erhoben. Berger gilt als Hauptakteur der sogenannten Cum-Ex-Geschäfte. Bei den dubiosen Geschäften wurden die Steuerzahler um ca. 10 Milliarden Euro betrogen. Der Prozess gilt für die Justiz nach jahrelangen Ermittlungen gegen inzwischen rund 100 Beschuldigte als Musterverfahren. Weitere könnten folgen.
sueddeutsche.de

Tesla verfehlt Produktionsziel: Der E-Auto-Hersteller Tesla hat die Produktionsziele für seinen ersten Mittelklassewagen, das Model 3, im dritten Quartal klar verfehlt. Von dem ab rund 35.000 Dollar erhältlichen E-Auto, für das es zahlreiche Vorbestellungen gibt, wurden lediglich 260 Stück gefertigt. Quartalsziel waren 1.500 Fahrzeuge. Insgesamt stellte Tesla im abgelaufenen Quartal 25.336 Fahrzeuge her und lieferte 26.150 aus. Das entspricht einem Absatzplus von 4,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
spiegel.de, sueddeutsche.de

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Thyssen-Krupp mit Strategiewechsel im Schmiedegeschäft: Thyssen-Krupp will sich vom Verbrennungsmotor emanzipieren und bündelt das Schmiedegeschäft seiner Komponentensparte. Dies teilte Spartenvorstand Karsten Kroos der FAZ mit. Dadurch sollen neue Absatzmärkte erschlossen werden. Als einer der größten Anbieter der Welt sollen andere Industrien angesprochen werden. 18 Werke weltweit kommen auf einen Jahresumsatz von zuletzt rund einer Milliarde Euro und beschäftigen insgesamt rund 7.000 Mitarbeiter.
faz.net

EuGH muss erneut zu Facebook entscheiden: Der irische High Court, das oberste Zivilgericht hat eine Beschwerde wegen der Datenübertragung von Facebook in die USA dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt. Kläger ist erneut der Österreicher Max Schremm, der bereits in der Vergangenheit gegen die Datenübertragung juristisch vorgegangen war. Dieser Datentransfer würde gegen mehrere EU-Grundrechte verstoßen. Eine Rechtshilfe für Kunden sei nicht gewährleistet. In den USA drohten durch Geheimdienstprogramme Massenüberwachung. Nachdem der EuGH die frühere Rechtsgrundlage “safe harbor” gekippt hatte, wurde mit EU-Standardklauseln gearbeitet, um die Vertragspartner auf den hohen EU-Datenschutz zu verpflichten. Der irische Datenschutzbeauftragte und jetzt auch der irische High Court zweifeln die Rechtmäßigkeit dieser Praxis aber an.
faz.net

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Streiks bei Amazon: Rund 2.000 Beschäftigte des Online-Händlers Amazon haben am Montag laut Gewerkschaftsangaben die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren sechs von neun Logistikzentren in Deutschland. Verdi forderte Amazon auf, die Angestellten nach Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu bezahlen. Dort wurden die Entgelte in diesem Jahr um 2,3 Prozent erhöht. Im kommenden Jahr folgt eine weitere Erhöhung. Amazon bleibt hinter diesen Erwartungen zurück. Das Unternehmen verweigert bislang Tarifverhandlungen. Verdi kündigte weitere Streiks an.
spiegel.de

Multicity stellt Carharing-Angebot in Berlin ein: Der Anbieter Multicity stellt sein Car-Sharing-Angebot in Berlin ein. Im Gegensatz zu DriveNow und Car2Go hatte Multicity, eine Untermarke von Citroën, 2012 als erstes Unternehmen eine reine E-Carsharing-Flotte gestartet. Während das gerade für umweltbewusste Kunden bis heute ein Alleinstellungsmerkmal war, war es aber auch der größte Wettbewerbsnachteil, weil nicht genügend Ladesäulen vorhanden waren. “Das ist ein Henne-Ei-Problem”, sagt Björn Hornemann, Marketing-Manager bei Multicity. Das Hauptproblem sei, dass die Stadt zu wenig dafür getan habe, die Infrastruktur auszubauen.
tagesspiegel.de

800.000 Passagiere von der Insolvenz der britischen Monarch Air betroffen tagesspiegel.de
Nach Angriff von Las Vegas steigen Aktienkurse von US-Waffenhändlern spiegel.de
Yahoo: Bei Hackerangriff vor drei Jahren waren alle drei Milliarden Nutzer betroffen handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

H&M erfindet sich neu: Zu seinem 70. Geburtstag erfindet sich H&M neu. Das 1947 gegründete schwedische Unternehmen eröffnet Mitte Oktober den ersten “Arket”-Laden in Deutschland. Nach London, Kopenhagen und Brüssel soll es die qualitativ hochwertigeren und gleichzeitig teureren Kleidungsstücke der neuesten Marken auch in München geben. Zielgruppe sind Käufer, die auf Nachhaltigkeit achten, statt sich schnell und günstig den Kleiderschrank zu füllen. Das Billiggeschäft läuft nicht mehr so wie früher: Im dritten Quartal musste der Konzern einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen.
tagesspiegel.de

Digitalisierung bedroht stationären Autohandel: Die neue Studie “Autohaus 2025” des Instituts für Automobilwirtschaft zeigt: die Welt des Autohauses befindet sich im Umbruch. Es geht um die Frage, ob der stationäre Handel überhaupt noch eine Zukunft hat. Denn Der Autohandel, der in Deutschland immer noch rund 460.000 Menschen beschäftigt, leidet unter der Digitalisierung. Und die Studie macht nicht Mut: Die Zahl der Vertragshändler in Deutschland könnte von 6.900 im Jahr 2016 auf 4.500 im Jahr 2020 sinken. Kunden informieren sich vor dem Autokauf schon heute immer stärker im Internet, gehen immer seltener zum Händler. 42 Prozent aller Kunden denken bereits darüber nach, ihr nächstes Auto im Internet zu kaufen.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

Vier Milliarden Dollar mehr Umsatz macht nach Angaben des Wall Street Journal Samsung in den nächsten 20 Monaten mit der Display-Belieferung des iPhone X, als mit seinem eigenen Galaxy S8. 110 Dollar verdient Samsung pro verkauftem iPhone X. Beim Galaxy S8 sind es 202 Dollar.
augsburger-allgemeine.de

– ZITATE –

“Die wirtschaftliche Lage ist so gut wie nie, trotzdem herrschen bei vielen Ängste und Unzufriedenheit vor. Die bekannten Erklärungsmuster: Angst vor Digitalisierung, Angst vor Fremden, reichen aber nicht aus; der Riss in der Gesellschaft geht tiefer, als viele geglaubt haben.”

Die scheidende Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries zieht nach der Wahl ihre Schlüsse.
tagesspiegel.de

“Es ist traurig, aber alte Menschen, die für Renten kämpfen, haben mehr Einfluss als junge Menschen, die für Arbeitsplätze kämpfen.”

Der italienische Sozialforscher Massimiliano Valerii stellt nicht nur für Italien fest: junge Menschen sind politisch weniger relevant.
n-tv.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Motiv des Massenmörders von Las Vegas weiter unklar
Feiern zum Tag der Deutschen Einheit
Frankreich gibt Behörden mehr Befugnisse
Kurden im Irak planen Wahlen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Brexit: Schweineohren nach China: Dafür ist also der Brexit gut: Der britische Umwelt- und Ernährungsminister Michael Gove machte auf einer Veranstaltung der Konservativen den britischen Bauern die Versprechung: Nach dem Brexit könnten diese mehr Schweineohren exportieren, vor allem nach China. Schließlich sei man künftig nicht mehr an EU-Vorschriften gebunden, die eine Ohrmarke vorschreiben würden. Doch scheint Gove nicht ganz sattelfest zu sein, wenn es um die EU-Regulierung geht: In der EU-Vorschrift heißt es lediglich, dass Schweine so schnell wie möglich tätowiert oder am Ohr markiert werden sollen, vom Zwang zu einer bestimmten Ohrmarke ist dort aber nicht die Rede.
faz.net

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