Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 3. Januar 2018

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 3. Januar 2018

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Mehr Erwerbstätige, weniger Selbstständige: Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr. 2017 legte sie um 638.000 oder 1,5 Prozent auf 44,3 Millionen zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Zuletzt war im Jahr 2007 eine ähnliche Zunahme verzeichnet worden. Gesunken sei dagegen die Zahl der geringfügig Beschäftigten, teilte das Bundesamt mit. Auch die Zahl der Selbstständigen fiel um 26.000 auf 4,3 Millionen.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Sanktionen gegen Facebook: Das Bundeskartellamt will Facebook mit Sanktionen belegen, sollte nicht endlich den Nutzern eine Widerspruchsmöglichkeit gegen das Sammeln von Daten eingeräumt werden. “Wir kritisieren die Art und Weise, wie das Unternehmen persönliche Daten sammelt und verwertet, als möglichen Missbrauch von Marktmacht”, so Kartellamts-Chef Andreas Mundt. Vor Weihnachten habe man Facebook diesbezüglich kontaktiert. Wenn es keine Reaktion gebe, wolle man dem Konzern das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen verbieten.
zeit.de, spiegel.de

China verbietet Produktion von Benzinfressern: China hat im Kampf gegen die Luftverschmutzung die Produktion von 553 Automodellen mit besonders hohen Verbrauchswerten verboten. 61 Marken sind von dem Verbot betroffen. Darunter befinden sich auch Daimler und Audi, die insgesamt 13 Modelle nicht mehr in China produzieren dürfen. Allerdings würden, so die Unternehmenssprecher der Konzerne, die betroffenen Wägen ohnehin nicht in Fabriken in China produziert.
handelsblatt.com

Genossenschaftsbanken: Sie leben noch: Trotz Filialsterben ist das Modell der Volks- und Raiffeisenbanken nicht tot. Banken des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken konnten im Jahr 2017 ihren Marktanteil bei Privatkunden um 0,2 Prozentpunkte auf 24 Prozent erhöhen. Der Bereich der geschäftlichen Kredite wuchs um 6,2 Prozent auf 243 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Marktanteil von 19,5 Prozent. Zwar wurde die Zahl genossenschaftlicher Banken in den letzten Jahren durch Fusionen reduziert, doch ein breitgefächertes Filialnetz vor allem im ländlichen Raum ist immer noch die wesentliche Stärke der Genossenschaftsbanken.
handelsblatt.com

Star Wars rettet Hollywood: 2017 war in den USA kein gutes Kinojahr für Hollywood. Einzig der Mega-Erfolg von “Star Wars: Die letzten Jedi” mit seinen bisher eingespielten 517 Millionen Dollar konnte die Bilanz retten. Insgesamt wurden 2017 11,1 Milliarden Dollar an den US-Kinokassen umgesetzt, drei Prozent weniger als noch im Vorjahr. Aber: Das bedeutet immer noch das drittbeste Ergebnis in der Geschichte.
faz.net

Legal Kiffen in Kalifornien: In Kalifornien hat der legale Verkauf von Marihuana begonnen. Zu Jahresbeginn war zunächst nur der Kauf in einer begrenzten Anzahl von Läden möglich. Am Dienstag wurde aber der Verkauf auf dutzende lizenzierte Verkaufsstellen ausgeweitet. Vor den Läden bildeten sich lange Schlangen. Bis 2020 dürfte sich ein Markt mit sieben Milliarden Dollar Umsatz jährlich entwickeln.
spiegel.de

Analysten: Übernahmewahrscheinlichkeit von Netflix durch Apple liegt bei 40 Prozent zdnet.de
Erotikkette Beate Uhse hofft auf Investor spiegel.de
Investment-Guru Peter Thiel besitzt mit seinem Fonds Bitcoins im Gesamtwert von mehreren Hundert Millionen Euro handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Mit Startup-Flair gegen Amazon: Otto-Technikchef Michael Müller-Wünsch will mit Startup-Methoden dem großen Konkurrenten Amazon Paroli bieten. So dürfen inzwischen alle 53.000 Mitarbeiter ihre Chefs duzen und die  Hamburger Konzernzentrale wurde zum sogenannten “Collabor8” mit Coworking-Atmosphäre umgebaut. Damit seine Leute sich dort auch in Gruppen zusammenfinden können, hat Müller-Wünsch dafür gesorgt, dass Mitarbeiter statt der alten Tischcomputer Laptops und Tablets bekommen. Mit den modernen Arbeitsbedingungen sollen auch begehrte Fachkräfte gegen Konkurrenten wie Facebook oder Google gewonnen werden.
tagesspiegel.de

Iran: Geplatzte Träume: Nach dem Atomabkommen mit dem Iran waren die Hoffnungen der deutschen Wirtschaft auf Milliardenaufträge groß. Zwar hat das Handelsvolumen 2017 um 3,5 Milliarden zugelegt, doch die Entwicklung der Handelsbeziehungen blieb hinter den Erwartungen zurück. “Die angespannte politische Lage dürfte die Situation weiter belasten”, fürchtet DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Vor allem die Iran-Politik der USA bereitet der Wirtschaft Kopfzerbrechen. Weil weiterhin Sanktionen existieren und neue Strafmaßnahmen durch die Trump-Regierung drohen, weigern sich europäische Großbanken in Iran-Geschäfte zu investieren. Auch die aktuellen Proteste bereiten der Wirtschaft Sorgen.
faz.net (USA), spiegel.de (Proteste)

– ANGEZÄHLT –

Neuer Rekord: Auf 6,1 Billionen Euro beläuft sich derzeit das Geldvermögen der Deutschen. Pro Bundesbürger macht das 75.000 Euro. Allerdings ist das Vermögen ungleich verteilt. 1,2 Millionen Bundesbürger haben ein Geldvermögen von mehr als einer Million Euro.
welt.de

– ZITATE –

“Wir haben alles, was wir brauchen: ein einzigartiges Geschäftsmodell, eine von anderen wertgeschätzte Technologie und – soweit ich das bisher habe erleben dürfen – eine motivierte und exzellent ausgebildete Mannschaft.”

Theodor Weimer, seit 01. Januar neuer Chef der Deutschen Börse, hofft für das neue Jahr nach dem Turbulenten 2017 auf ein ruhigeres Fahrwasser.
faz.net

“Auf jede neue Vorschrift kommen 22, die wir beseitigt haben. Das spart den Steuerzahlern acht Milliarden Dollar und hat die US-Betriebe aus den Fängen einer aufgeblähten Verwaltung befreit.”

US-Präsidentensprecherin Sarah Sanders präsentiert genüsslich die positive Entwicklung der US-Wirtschaft im Jahr 2017.
tagesspiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Streit um Flüchtlingspolitik
Bamf will Asylanträge-Stapel deutlich minimieren
Ajatollah Ali Chamenei machte ausländische Kräfte für Unruhen verantwortlich
Polnisches Justizministerium stellt Sexualstraftäter-Datenbank ins Internet

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Keine Toten: Sicherstes Jahr der kommerziellen Luftfahrt: Das gab es noch nie: 2017 gab es keinen tödlichen Unfall mit einem kommerziellem Passagierflugzeug. Laut einem Bericht des Aviation Safety Network geht 2017 als sicherstes Jahr in die Geschichte der zivilen Luftfahrt ein. Weltweit registrierte die Datenbank bis Silvester neun tödliche Flugzeugunglücke mit insgesamt 67 Toten, so wenig wie nie zuvor. Bei allen Unfällen handelte es sich um Sportflugzeuge oder Frachtmaschinen.
futurezone.de

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