Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 27. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 27. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

IG Metall droht mit Streiks im neuen Jahr: Die Gewerkschaft hat in der laufenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie mit einer schnellen Eskalation gedroht. Mehr als zwei oder drei Wochen Warnstreiks machten keinen Sinn, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann. Ende Dezember läuft die Friedenspflicht aus. Sollte sich bis Ende Januar nichts an der Position der Arbeitgeber ändern, werde die IG Metall über 24-Stunden-Warnstreiks nachdenken oder möglicherweise auch gleich zu einer Urabstimmung für Flächenstreiks aufrufen. Seit Mitte November verhandeln IG Metall und Arbeitgeber über einen neuen Tarifvertrag.
spiegel.de, zeit.de

BA-Chef Scheele fordert Einwanderungsgesetz: Um dem Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken braucht Deutschland jedes Jahr eine Nettozuwanderung von 300.000 qualifizierten Arbeitskräften. Das sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit in der FAZ. Allein aus der EU sei der Bedarf nicht zu decken. Ein Einwanderungsgesetz habe nichts mit Flüchtlingen zu tun, die aus humanitären Gründen kämen, sondern mit Menschen, die kommen sollten. Deshalb könne Deutschland auch Kriterien aufstellen. Auch geduldete Flüchtlinge sollten die Chance erhalten, sich besser auf das Arbeitsleben vorzubereiten; deswegen sollten alle Geduldeten ebenso wie anerkannte Flüchtlinge an Integrations- und berufsbezogenen Sprachkursen teilnehmen könnten.
zeit.de, spiegel.de

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Gemischte Bilanz des Weihnachtsgeschäfts: Erwartungen kleinerer Händler hätten sich nicht erfüllt, größere Unternehmen sind hingegen ganz zufrieden; auch der Online-Handel machte gute Geschäfte. Zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken zählen dem Handelsverband Deutschland zufolge Bücher, Spielwaren und Bekleidung. Auch Sportartikel, Kosmetik und Drogeriewaren seien gefragt. Für November und Dezember prognostizierte der HDE einen Umsatz von 94,5 Milliarden Euro, eine Steigerung von drei Prozent im Vergleich zu Vorjahr. Der Samstag sei noch einmal ein umsatzstarker Tag gewesen.
tagesschau.de

Geschenkeumtausch nach dem Fest: Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland hat kein Problem, wenn ungeliebte Weihnachtsgeschenke umgetauscht werden, sie empfinden es nicht als undankbar. Das hat eine repräsentative Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov ergeben. 32 Prozent sehen einen Umtausch hingegen immerhin mit gemischten Gefühlen, für fast jeden Fünften ist der Umtausch des Geschenks eine Art Beleidigung und wird gar nicht gern gesehen.
faz.net

Zahl der Wohnungseinbrüche sinkt: Nach jahrelangem Anstieg wurde 2016 erstmals ein spürbarer Rückgang der Wohnungseinbrüche verzeichnet; dieser Trend hat sich 2017 fortgesetzt. Das teilte BKA-Chef Holger Münch mit. Abschließende Zahlen gibt es im Frühjahr, wenn die offizielle Kriminalstatistik vorgestellt wird. Er betonte, die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls habe für die Polizei angesichts der hohen Fallzahlen und der besonderen Bedeutung des Deliktes für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung eine große Bedeutung.
tagesschau.de zeit.de

Gutscheine für schnelles Internet: Deutschland müsse mit der Digitalisierung schneller vorankommen, fordert BDI-Präsident Dieter Kempf. Nötig sei ein Schulterschluss von Politik, Kommunen und Wirtschaft und ein Digital-Koordinator im Kanzleramt. Kempf schlug vor, wie etwa in Großbritannien, staatlich finanzierte Gutscheine für Zuschüsse zu Gigabit-Anschlüssen auszugeben. So könnten vor allem auf dem Land kleinere Unternehmen, Schulen oder Arztpraxen Zuschüsse für Gigabit-Anschlüsse bekommen.
faz.net

Indien wird 2018 fünftgrößte Wirtschaftsmacht zeit.de
Emirates darf in Tunesien nicht landen n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Rekordjahr für deutsche Unternehmen: Deutschlands Top-Unternehmen könnten dieses Jahr mit einem Rekord abschließen, allen voran die Automobilindustrie. Die 100 umsatzstärksten börsennotierten deutschen Unternehmen verdienen in diesem Jahr so viel Geld wie nie zuvor, ergibt eine EY-Untersuchung. Demnach stieg der Gewinn der entsprechenden Konzerne in den ersten neun Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf knapp 109 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz der 100 Firmen kletterte in den ersten drei Quartalen um knapp sieben Prozent auf 1,25 Billionen Euro.
tagesschau.de

Anstieg der Strompreise: Bereits im zu Ende gehenden Jahr sei Elektrizität so teuer wie noch nie in Deutschland gewesen, schreibt das “Handelsblatt” und beruft sich auf Zahlen des Verbraucherportals Verivox. Erneut steigende Tarife bei vielen Anbieter läßt den Durchschnittspreis weiter steigen. Dabei gäben viele Unternehmen rückläufige Kosten nicht an die Verbraucher weiter. Pro Kilowattstunden lag der Durchschnittspreis bei 28,20 Cent. Das seien 0,77 Cent mehr als im Jahr zuvor gewesen.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

200 Pizzen hat eine Pizzeria in Herne an Heiligabend gratis an Obdachlose verteilt. Er hatte in sozialen Netzwerken auf die Aktion aufmerksam gemacht, rund 200 Menschen kamen.
welt.de

– ZITATE –

“2017 war ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft – von den 100 umsatzstärksten Unternehmen schafften 76 einen Gewinnanstieg, sogar 84 konnten ihren Umsatz erhöhen.”

Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung von EY, sieht eine branchenübergreifende positive Entwicklung.
faz.net

“Die negativen Folgen liegen vor allem in den vergebenen Chancen. Unsere Exportnation Deutschland muss rasch wetterfest gemacht werden.”

BDI-Chef Dieter Kempf mahnt zu Eile bei der Regierungsbildung.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Islamistisches Frauen-Netzwerk im Visier
Haftbefehl gegen Autofahrer der in SPD-Zentrale raste
Türkische Regierung kündigt Neueinstellungen an
SPD-Vize Schäfer-Gümbel fordert vertrauensbildende Maßnahmen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Böller-Ausgaben würden Gesundheitsbedarf von Südsudan decken: Die 2,4 Mio. Menschen im Südsudan könnten von dem Geld, was in Deutschland für Silvesterböller ausgegeben wird, ein Jahr lang gesundheitlich betreut werden. Zur Versorgung der Bedürftigsten veranschlagt die WHO für das kommende Jahr rund 133 Millionen Euro. Der Verband der pyrotechnischen Industrie rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz bei Feuerwerkskörpern von 137 Millionen Euro.
faz.net

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