Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 20. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 20. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Peter Terium verlässt Innogy: Peter Terium gibt seinen Chefposten bei der RWE-Ökostrom-Tochter Innogy auf. Die Trennung geschieht angeblich in Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat und mit sofortiger Wirkung. Personalvorstand Uwe Tigges wird einstweilen die Leitung übernehmen. Wegen andauernder Probleme auf dem britischen Markt und stark gestiegener Investitionen hatte das Unternehmen vor einer Woche seine Gewinnerwartung für 2017 nach unten korrigiert.
faz.net, spiegel.de, handelsblatt.com

Air Berlin zahlt Teil des Staatskredits zurück: Die insolvente Air Berlin hat einen Teil des vom Bund gewährten 150-Millionen-Sonderkredits an die staatliche KfW zurückgezahlt. Medienberichten zufolge sollen es 40 Millionen gewesen sein. Ob der Staat die komplette Summe zurückerhält, bleibt ungewiss, weil für die Tilgung auch die Erlöse des Verkaufs der Niki benutzt werden sollten.
spiegel.de

Flughäfen verschmerzen Air-Berlin-Aus: Die deutschen Flughäfen stecken nach Angaben des Brancheverbandes ADV die Air-Berlin-Pleite blendend weg. Auf innerdeutschen Strecken ging der Verkehr leicht zurück, auf europäischen Routen und vor allem Interkontinentalstrecken nahm der Verkehr um so stärker zu. Und das Volumen der beförderten Fracht stieg innerhalb eines Jahres auch um starke 8,2 Prozent. Ein Ausreißer im November war erwartungsgemäß Berlin-Tegel, die einst größte Basis von Air Berlin: Hier starteten und landeten in dem Monat 21,1 Prozent weniger Gäste als im November 2016.
tagesspiegel.de

Ärzte fordern mehr Studienplätze: Die Bundesärztekammer will das gestrige Urteil des Bundesverfassungsgerichts dazu nutzen, mehr Studienplätze für Medizin in Deutschland zu schaffen. Die Zahl der Studienplätze müsse nach Ansicht von Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery “um mindestens zehn Prozent” auf dann 10.000 steigen. Die Krankenhausärztegewerkschaft Marburger Bund sieht das ähnlich. Weil der Ersatzbedarf an Ärzten zunehme, seien zehn Prozent mehr Studienplätze geboten. Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstag Teile des Zulassungsverfahrens zum Medizinstudium für unzulässig erklärt.
faz.net

Autohersteller wollen Diesel-Prämie: Die Autohersteller finden Gefallen an der Diesel-Umtauschprämie und verlängern die Verkaufshilfe, die eigentlich Ende 2017 auslaufen sollte. Die Unternehmen hatten die Prämie im August beim Diesel-Gipfel der Bundesregierung zugesagt. Inzwischen hat sie sich ähnlich wie die Abwrackprämie 2009 zu einer Art Konjunkturprogramm für die Branche entwickelt. Das vierte Jahr in Folge stiegen 2017 die Verkaufszahlen im Inland, wie der Autoverband VDA kürzlich mitteilte. Zum Jahresende werden es knapp 3,5 Millionen Autos sein. Der Anteil der Dieselautos sank dabei unter 40 Prozent.
tagesspiegel.de

Kartellamt rügt Facebook: Die Behörde moniert in einer vorläufigen Einschätzung vor allem, dass das weltgrößte Online-Netzwerk in Deutschland “unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen sammelt“ und mit dem Facebook-Konto zusammenführt. Zu diesen Quellen gehören etwa der Messengerdienst WhatsApp oder die Videoplattform Instagram, aber auch Websites anderer Betreiber, die auf Facebooks Schnittstellen zugreifen. Nach Einschätzung der Kartellwächter nimmt das US-Unternehmen in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung ein. “Die Realität ist, dass Facebook keinerlei Anzeichen eines dominanten Unternehmens in Deutschland oder anderswo zeigt“, entgegnet hingegen Facebook-Managerin Yvonne Cunnane.
tagesspiegel.de

Bundesverwaltungsgericht: Letzte Klagen gegen Elbvertiefung abgewiesen spiegel.de
Paradise Papers: NGO Public Eye zeigt Rohstoffkonzern Glencore wegen Korruption im Kongo an sueddeutsche.de
Audi darf in den USA vom Abgasskandal betroffene Dieselwagen umrüsten handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Deutsche Bahn testet On-Demand-Fahrdienst: 2.000 Bahn-Beschäftigte sind Test-Kunden von ioki. Die vier Buchstaben stehen für “Input Output Künstliche Intelligenz”. ioki will individuelle Verkehrswünsche über Sammeltaxis auf Abruf mit dem öffentlichen Verkehr verknüpfen und dadurch die Belastung der Innenstädte verringern, aber auch den ländlichen Raum besser an den öffentlichen Verkehr anbinden. 40 Experten arbeiten seit drei Jahren an dem Projekt, ermitteln den Bedarf für solche Abruf-Lösungen, stehen in Kontakt mit Behörden, entwickeln die digitalen Plattformen und die notwendigen Apps. “Es geht darum, den Verkehr auf Abruf intelligenter zu gestalten als bei Uber”, gibt ioki-Direktor Barillère-Scholz die Richtung vor.
tagesspiegel.de

Auslaufmodell Bewerbung: Die klassische Bewerbung, so das Jobportal “Meinestadt.de”, ist ein Auslaufmodell. In einer Studie des Portals hält die Hälfte der befragten Fachkräfte Formalien wie ein Anschreiben für eine schwere Hürde. Die Konsequenz: Gerade bei den begehrten Fachkräften müssen Unternehmen umdenken und Hürden senken, um ausreichend Bewerbungen zu erhalten. 15 Prozent der befragten Fachkräfte sind das Formulieren längerer Texte nicht gewohnt.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

Mit 387 Kilometern pro Stunde hat die moderne Rohrpost Hyperloop One in der Test-Röhre in Nevada einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Mit dem System will Tesla-Gründer Elon Musk die Zukunft des Transports revolutionieren. Vor allem das Formulieren bereitet vielen Probleme.
faz.net

– ZITATE –

“Es ist ein Skandal, dass Ryanair hier eine Zweiklassengesellschaft errichten will. Arbeitnehmerrechte können nicht an der Cockpit-Tür haltmachen.”

Nicoley Baublies, Tarifvorstand der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, droht dem irischen Billigflieger mit Streik.
spiegel.de

“Es ist spekulativ, man kann Geld damit verlieren. Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin.”

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagt: der Bitcoin ist kein Zahlungsmittel.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Gedenken an Opfer des Terroranschlags vom Breitscheidplatz
SPD will später über Koalitionsgespräche entscheiden
Istanbuler Gericht hebt Ausreiseverbot für Kölner Soziologen auf
US-Repräsentantenhaus stimmt für Steuerreform

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Kein Happy End für Hollywoods Hutmacher: “Casablanca”, “Indiana Jones”, “Der Pate”: Kaum ein Film-Klassiker ohne den Kult-Hut Borsalino. Ein eleganter Filzhut aus dem Fell von Hasen und Kaninchen in der italienischen Provinz hergestellt. Im piemontesischen Alessandria gründete Giuseppe Borsalino 1857 seine Familienmanufaktur, hier arbeiteten zuletzt noch über 100 Menschen. Jetzt erklärte ein Gericht in Alessandria den Hutmacher für insolvent. Vielleicht kann die Produktion vorerst noch weiter gehen, sicher ist das aber nicht.
sueddeutsche.de

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