Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 17. Mai 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 17. Mai 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

WannaCry: Spur führt nach Nordkorea: Nach der weltweiten Cyberattacke mit der Erpressersoftware “WannaCry” haben Sicherheitsexperten erste Hinweise auf die möglichen Urheber entdeckt. Ein Spezialist des US-Unternehmens Symantec fand in älteren Versionen der Schadsoftware Elemente, die bei früheren Angriffen durch die Hackergruppe Lazarus verwendet wurden. Dazu gehörte unter anderem ein massiver Datendiebstahl bei Sony Pictures. Der damalige US-Präsident Barack Obama hatte Nordkorea Ende 2014 vorgeworfen, der Angriff auf Sony sei eine Vergeltungsmaßnahme für den Film “The Interview”, dort ging es um die Ermordung des nordkoreanischen Machthabers.
tagesspiegel.de

Nationale Parlamente müssen Freihandelsabkommen zustimmen: Beim Abschluss umfassender Handelsabkommen hat die Europäische Union keinen Blankoscheck: Die Mitgliedstaaten und ihre Parlamente müssen beteiligt werden, stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Dienstag klar. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erklärte, diese Entscheidung schaffe “dringend benötigte Klarheit” und kündigte an, sie werden nun mit den Regierungen der Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament an “einem Weg nach vorne” arbeiten. Verbraucher- und Umweltverbände sahen sich in ihrer Kritik an den Freihandelsabkommen mit den USA, TTIP, und Kanada, Ceta, bestätigt.
tagesspiegel.de, spiegel.de, sueddeutsche.de

Verfahren gegen Fiat und Italien: Die EU-Kommission nimmt in der Affäre um überhöhte Abgaswerte den Konzern Fiat Chrysler und die Regierung in Rom ins Visier: Nach Informationen des Handelsblatts aus Kommissionskreisen wird die Brüsseler Behörde am Mittwoch ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die italienische Regierung einleiten. Diese habe es versäumt, den Einsatz unerlaubter Abschalteinrichtungen in den Abgasreinigungssystemen bestimmter Diesel-Modelle von Fiat angemessen zu ahnden.
handelsblatt.com

Niedersachsens Ministerpräsident Weil will Soli abschaffen: Inmitten der SPD-Debatte über ihr Programm zur Bundestagswahl hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ein erstes konkretes Steuerkonzept vorgelegt. Der SPD-Politiker unterbreitete am Dienstag Vorschläge für eine Einkommensteuerreform, die auf eine Entlastung in Höhe von zehn Milliarden Euro hinauslaufen soll. Profitieren würden davon vor allem kleine und mittlere Einkommen, während Spitzenverdiener stärker belastet würden. Außerdem will Weil den Solidaritätszuschlag abschaffen und die Bürger damit um etwa 20 Milliarden Euro pro Jahr entlasten.
spiegel.de, sueddeutsche.de

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Billigflieger wachsen in Deutschland: Ryanair und Easyjet schieben einer Studie zufolge das Wachstum der Billigflug-Branche in Deutschland an. Im Winter habe die irische Airline die Zahl der Verbindungen um ein Viertel und Rivale Easyjet um elf Prozent gesteigert, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag mit. Gezählt nach Starts komme die Fluglinie aus Dublin hierzulande unter den Günstigfliegern auf einen Marktanteil von 22 Prozent und Easyjet auf elf Prozent, sagte er. Unangefochtene Marktführer seien die Lufthansa-Töchter Eurowings und Germanwings, die zusammen die Hälfte des Marktes kontrollieren.
tagesspiegel.de, faz.net

Diesel: Druck auf Dobrindt wächst: Schon in gut sieben Monaten sollen ältere Dieselfahrzeuge aus der City von Stuttgart und bis zu 80 weiteren Städten verbannt werden. Zu hoch ist dort die Belastung der Luft mit Schadstoffen wie NOx oder Feinstaub. Um von Gerichten oder der EU- Kommission verfügte Diesel-Fahrverbote ab Januar 2018 zu vermeiden, suchen Politik und Autohersteller derzeit händeringend nach Alternativen. Zum Beispiel nach Möglichkeiten, wie man Diesel mit der älteren Euro-5-Norm so umrüsten kann, dass ihre Schadstoffemissionen annähernd dem Euro-6-Niveau entsprechen.  Betroffen von Umrüstungen wären 39 Prozent des Diesel-Pkw-Bestands in Deutschland – insgesamt 5,9 Millionen Fahrzeuge.
tagesspiegel.de

BMW holt Zulieferer Delphi in branchenübergreifende Partnerschaft zum autonomen Fahren handelsblatt.com
Deutschland exportiert so viele Lebensmittel wie noch nie spiegel.de
Ford will massiv Stellen abbauen n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Deutsche machen sich kaum Sorgen um berufliche Zukunft: Auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft es seit gut zwei Jahren richtig rund. Das macht sich auch in der Stimmung der Deutschen bemerkbar. Regelmäßig befragt die internationale Personalberatung Michael Page Jobsucher, wie sie ihre Arbeitsmarktchancen einschätzen. Der aktuelle Job-Confidence-Index der Personalberater zeigt: Die Deutschen sind sehr zuversichtlich. 64 Prozent der befragten 1.046 Bewerber gehen davon aus, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessern wird.
Besonders junge Deutsche sind optimistisch: 53 Prozent erwarten, dass sie weniger als drei Monate brauchen werden, um einen neuen Job zu finden.
karriere.de

Cyber-Attacken: Versicherungen wittern das Geschäft: Unternehmen sind gegen Software-Attacken wie die Schadsoftware “WannaCry” nicht versichert. Die Versicherungsbranche betrachtet daher die Ereignisse vom Wochenende auch als eine Art Weckruf. Versicherungen gegen Hackerangriffe und Computerkriminalität sind der Hoffnungsträger der Branche. Experten schätzen das Prämienvolumen auf derzeit rund 3,5 Milliarden Dollar. Bis zum Jahr 2020 könnte es nach Angaben der Münchener Rück auf 8,5 bis 10 Milliarden Dollar steigen. Zu den großen Anbietern gehören neben der Münchener Rück auch die Allianz, AIG, Chubb und Zurich.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

37,5 Prozent der sogenannten Solo-Selbständigen, sind Journalisten. Die zweitgrößte Gruppe sind Künstler mit 16,4 Prozent. 57,7 Prozent Männer kommen auf 38,8 Prozent Frauen. 54 Prozent verdienen zischen 1.000 und 3.000 Euro.
faz.net

– ZITATE –

“Statt die ökologische Transformation der Wirtschaft voranzutreiben, generiert sich die Union wieder einmal als Besitzstandswahrer. Die Union hat bis heute nicht verstanden, dass Klimaschutz ein Instrument zur Modernisierung unserer Wirtschaft ist.”

Fraktionsvize Oliver Krischer kritisiert Pläne aus dem Wirtschaftsflügel der Union, die Stahlindustrie durch Privilegien beim Emissionshandel zu stärken.
spiegel.de

“Als ich versucht habe, mein erstes Haus zu kaufen, habe ich keine gematschten Avocados für 19 Dollar und vier Kaffees für jeweils vier Dollar gekauft. Sie wollen jeden Tag auswärts essen und jedes Jahr nach Europa reisen.”

Tim Gurner, ein 35-jähriger Immobilien-Tycoon aus Melbourne, geht mit der Generation der 18- bis 37-Jährigen hart ins Gericht, diese zögen teure “Avocado-Toasts” einem Hauskauf vor.
n-tv.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Bundeswehr plant für Incirlik-Abzug
Differenzen zwischen Trump und Erdogan
Trump sieht keinen Geheimnisverrat
SPD rüstet bei Innerer Sicherheit auf

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Facebooks Spielraum schwindet: Ein Berufungsgericht in Wien hat dem sozialen Netzwerk Facebook jetzt aufgetragen, einen hetzerischen Beitrag über die Sprecherin der österreichischen Grünen zu löschen – und zwar überall. Auch, wenn die Entscheidung vorläufig ist: Der Spielraum für den amerikanischen Konzern wird in vielen Länder eingeschränkt. Facebook hatte sich, wie stets, darauf berufen, nicht für die Inhalte der Nutzer zu haften, solange das Unternehmen keine Kenntnis davon hat. Das Gericht schränkt diese Sichtweise ein. Eine Vorabkontrolle erwarte man nicht, wohl aber das Entfernen “offensichtlich rechtswidriger” Inhalte. Das ist eine Formulierung, die auch im geplanten Anti-Hassrede-Gesetz der Bundesregierung zu lesen ist.
faz.net

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