Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 15. November 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 15. November 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

VW: Durchsuchungen in Chefetage: Bei VW sind in Wolfsburg die Büros des Aufsichtsrats und des Betriebsrats durchsucht worden. Es sind Akten und PCs beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt, ob der Betriebsratschef überhöhte Zahlungen erhalten hat. Bei unangemessen hohen Vergütungen könnten die Betriebsausgaben zu hoch gewesen sein und zu wenig Steuern gezahlt worden sein.
sueddeutsche.de

Fahrenschon soll Amt ruhen lassen: Die Sparkassen planen für eine Zukunft ohne ihren amtierenden Präsidenten Georg Fahrenschon. Dieser soll bis Mai 2018 sein Amt ruhen lassen. Bis dahin soll Vize Thomas Mang die Geschicke des Verbandes leiten. Dann wird neu gewählt. Zu diesem Ergebnis kamen die drei Präsidentinnen und neun Präsidenten der regionalen Sparkassenverbände bei einem Treffen am Dienstag in Hannover.
faz.net

Umweltbundesamt reicht Stilllegung von zehn Kraftwerken: Das Umweltbundesamt hat sich angesichts des Streits um einen Kohleausstieg in den Jamaika-Sondierungen in die Debatte eingeschaltet. Der Vorschlag des Amtes: Kurzfristig mindestens Kapazitäten in Höhe von fünf Gigawatt der ältesten und ineffizientesten Braunkohlekraftwerke stilllegen. Zusätzlich müsse die Produktion von Kohlekraftwerken gedrosselt werden, die älter als 20 Jahre seien. So könnte insgesamt die Stilllegung von zehn Kraftwerken vorerst reichen.
spiegel.de

E-Auto-Prognose ernüchternd: Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur wird das E-Auto auch längerfristig nur einen bescheidenen Anteil zum Klimaschutz leisten. Zwar werde die Anzahl in den kommenden Jahren massiv steigen. Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 werde aber  dadurch bis zum Jahr 2040 nur um ein Prozent gesenkt. Weil auch Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben zunehmen werden,  werden auch in knapp einem Vierteljahrhundert nur 14 Prozent aller Autos auf der Welt elektrisch betrieben sein.
faz.net

Mittlere Generation fühlt sich prächtig: Die Generation Mitte, also die 30- bis 59-Jährigen, wird immer zufriedener. Wie denkt diese Generation über Deutschland? Mit dieser Frage hat sich das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft beschäftigt. Die Generation Mitte bewertet demnach ihre eigene Lebensqualität so gut wie nie seit Einführung der jährlichen Studie im Jahre 2013. Aktuell bezeichnen vier von fünf Befragten ihre derzeitige Lebensqualität als gut oder sehr gut. Auf die Frage, wie es sich insgesamt in Deutschland lebt, antworteten 70 Prozent mit “gut”, 17 Prozent sogar mit “sehr gut”. Nur ein Prozent ist mit der Lebensqualität gar nicht zufrieden. Neben der guten wirtschaftlichen Lage und dem hohen Lebensstandard, sehen die Befragten auch das kulturelle Angebot, die Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Gesundheitssystem als besondere Stärken Deutschlands.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Viele Deutsche können nicht vom Ersparten leben: Die Mehrheit der Deutschen würde bei einem finanziellen Notfall schlecht schlafen: Jeder dritte Haushalt könnte seine Konsumausgaben nur wenige Wochen lang von seinem Ersparten bezahlen. Die ärmsten 20 Prozent hätten laut dem neuen Verteilungsbericht des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts überhaupt gar keine Rücklagen. Die reichsten fünf Prozent könnten von ihren Ersparnissen hingegen länger als zwei Jahrzehnte leben.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

EU will Verbraucher beim Online-Shopping besser schützen spiegel.de
Merril Lynch: die meisten Investoren halten Aktien für zu teuer handelsblatt.com
RWE fährt nach Verlusten im Zuge der Energiewende wieder Milliarden ein tagesschau.de
Rentenbeitrag wird 2018 leicht sinken spiegel.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Führungswechsel beim VDA kündigt sich an: Die Diesel-Affäre, ein missglückter Auto-Gipfel, die Kartellvorwürfe, drohende Fahrverbote und verfehlte CO2-Ziele: es sind nicht die besten Tage von Matthias Wissmann an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie. Und es werden wohl seine letzten sein: Sein Vertrag endet offiziell im Frühjahr. Die Autobosse, die im Verband das Sagen haben, haben sich dem Vernehmen nach bereits auf einen Nachfolger geeinigt: Bernhard Mattes, Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland und früherer Ford-Deutschland-Chef, soll im kommenden Jahr an die Spitze des VDA rücken.
tagesspiegel.de

Auch Italiens Wirtschaft weint: Das verpasste Teilnahme von Italiens Fußball-Nationalmannschaft hat auch Auswirkungen auf die italienische Wirtschaft. Branchen wie Werbewirtschaft, Gastronomie und Tourismus sind betroffen sowie die Sängerin Gianna Nannini, deren Hit “Magische Nächte” bei Spielen der Squadra Azzurra gerne aufgelegt wird. Bei der letzten WM sahen die Spiele des Nationalteams im Schnitt 17,7 Millionen Zuschauer. Bei der letzten EM wurden eine Million blaue Kleidungsstücke abgesetzt. Die Aktie der bekannten Sportzeitung “Gazetta dello Sport” reagierte mit einer Talfahrt.
faz.net, spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Um 0,8 Prozent ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal gewachsen – Experten hatten eigentlich “nur” mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Noch deutlicher fällt der Vorjahresvergleich aus: In diesem Zeitraum lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sogar bei 2,3 Prozent.
tagesspiegel.de, tagesschau.de

– ZITATE –

“Vor 20 Jahren konnten in Berlin noch Gering- oder Durchschnittsverdiener problemlos ihre Miete zahlen. Heute wird das bei Neuanmietung einer Wohnung zunehmend schwierig, weil viele Menschen immer mehr von ihrem Einkommen für die Miete ausgeben müssen.”

Dieter Puhl, Leiter der Bahnhofsmission am Berliner Zoo, hält das Wohnen mittlerweile sogar für das größte soziale Problem in Deutschland.
sueddeutsche.de

“Die Strategie greift, aber es geht zwei Schritte nach vorne und einen zurück. Netto schaffen wir dann immerhin einen Schritt in die richtige Richtung.”

Bilfinger-Vorstandschef Tom Blades sieht noch einen langen Weg hin zu profitablen Wachstum.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Sondierer kommen bei Verkehrspolitik nicht voran
Deutschland gibt 107 Mio. Euro für Entwicklungsländer aus
Emirate werfen Deutschland lasche Moschee-Kontrolle vor
USA gestattete IS-Kämpfern Flucht aus Rakka

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Müssen Konzerne für Klimaschäden aufkommen? Muss der deutsche Kraftwerksbetreiber RWE für Schäden in Peru aufkommen, die dort mutmaßlich durch den Klimawandel verursacht werden? Mit dieser Frage befasst sich seit Montag das Oberlandesgericht Hamm. Geklagt hat der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya, der sein Haus in Huaraz etwa 450 Kilometer nördlich von Lima von Überschwemmungen bedroht sieht, die mutmaßlich vom Klimawandel verursacht werden. Dafür macht er den Kraftwerksbetreiber RWE mitverantwortlich. Vor Gericht errang er nun einen Etappensieg. Das Gericht habe nach der Interpretation der Umweltorganisation Germanwatch klar zu erkennen gegeben, dass große Emittenten wie RWE grundsätzlich verpflichtet seien, Betroffene von Klimaschäden in armen Ländern zu unterstützen.
tagesspiegel.de, spiegel.de

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