Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 11. Oktober 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 11. Oktober 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Ex-Siemens-Manager soll zwei Millionen veruntreut haben: Auf Grundlage der Panama Papers ist es dem Bundeskriminalamt gelungen, zwei Millionen Euro sicherzustellen, die aus schwarzen Kassen von Siemens stammen sollen. Das Geld soll von einem früheren Manager des Unternehmens veruntreut worden sein. In drei Verfahren ermittelt mittlerweile das BKA im Zuge der Panama-Enthüllungen. In sieben weiteren Fällen wurden Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland Unterlagen zu weiteren Ermittlungen überlassen. In den Fällen geht es unter anderem um Betrug, Steuerdelikte oder Geldwäsche.
sueddeutsche.de

May rüstet sich für Scheitern der Brexit-Gespräche: Großbritannien bereitet sich auf ein mögliches Scheitern der Brexit-Verhandlungen vor. So sollen möglichst rasch wieder Zölle im Güterhandel eingeführt werden. Die britische Premierministerin Theresa May sagte im Parlament, man müsse sich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Sehr konkret sind diese Pläne allerdings nicht: Die nur rund zweieinhalb Seiten langen Ausführungen lassen viele Detailfragen offen. Fachleute warnen vor Chaos, weil die anderthalb Jahre bis zum Brexit zu kurz für die umfangreichen Vorbereitungen seien. So müssten zum Beispiel 5.000 zusätzliche Zollmitarbeiter eingestellt werden.
faz.net

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Erwartungen an Jamaica 1: Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Ministerpräsidentin im Saarland, hat am Dienstag im Rahmen der Tagesspiegel-Konferenz “Agenda 2018” konkrete Erwartungen an den Koalitionsvertrag der künftigen Regierungspartner geäußert.Unter anderem unterstütze sie die Idee, eine Enquetekommission zu Rentenfragen einzuberufen, die auch das Thema Pflege einbeziehen solle. Um die Digitalisierung Deutschlands voranzubringen, plädiere sie für die Bündelung der bisher in verschiedenen Ministerien angesiedelten Zuständigkeiten im Kanzleramt. Außerdem nannte sie Maßnahmen zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Ballungszentren und die Schaffung besserer Strukturen im ländlichen Raum.
tagesspiegel.de

Erwartungen an Jamaica 2: Was erwarten Wirtschaft und Gewerkschaften von einer Jamaica-Koalition? Erstaunlich ist die Zurückhaltung der Wirtschaft beim Thema Steuern. BDI-Präsident Dieter Kempf legt – wie auch die Gewerkschaften – den Schwerpunkt bei höheren Ausgaben des Staates, vor allem Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Dabei spielt vor allem die Digitalisierung eine wichtige Rolle, allem voran der Breitbandausbau. Der Wegfall von Wolfgang Schäuble als Finanzminister könnte den Weg frei machen für eine steuerliche Forschungsförderung, die alle Sozialpartner wollen. Und auch in Sachen Verkehrsminister sind sich alle einig: Der soll bitte zum ersten Mal seit acht Jahren nicht aus Bayern kommen.
tagesspiegel.de

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Geringere Löhne sollen Kaufhof retten: Bei Kaufhof sollen nun die Mitarbeiter auf Gehalt verzichten, um Galeria Kaufhof wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Dazu will die Warenhauskette mit der Gewerkschaft Verdi einen Sanierungstarifvertrag für die etwa 21.000 Mitarbeiter vereinbaren. Die Gespräche laufen, sagte Kaufhof-Chef Wolfgang Link. Das Unternehmen brauche eine “wirtschaftliche Atempause”. “Uns ist klar, dass ein neuer Tarifvertrag für die Mitarbeiter Einschnitte bringt”, sagte Link dem Handelsblatt.  Aber man habe keine andere Wahl.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Wein: Kritik an Arbeitsbedingungen in Südafrika: Nach einer Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam müssen vor allem Frauen in Südafrikas Weinbau-Gebieten unter katastrophalen Bedingungen arbeiten. So sind sie ohne Schutzkleidung giftigen Pestiziden ausgesetzt, erhalten nur geringe Löhne und haben keine gewerkschaftliche Vertretung. Mitverantwortlich für die Zustände sind nach Oxfam auch deutsche Supermärkte, die Wein aus Südafrika möglichst billig verkaufen wollen.
deutschlandfunk.de , oxfam.de, tagesspiegel.de

Lufthansa und Piloten einigen sich auf Tarifvertrag spiegel.de
EU-Fangquoten: Deutsche Fischer dürfen 2018 weniger Hering aus der Ostsee ziehen tagesschau.de
IG-Metaller fordern sechs Prozent mehr Lohn und flexiblere Arbeitszeiten sueddeutsche.de
Braukonzern Radeberger trennt sich von Öko-Limonade Bionade faz.net

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Junge nehmen Altersvorsorge nicht ernst: Die heute 20- bis 35-Jährigen werden nach Berechnungen des Vorsorgeatlas nur noch 38,6 Prozent des letzten Bruttoeinkommens Rente bekommen. Dass bedeutet, dass eine Lücke von etwa 800 Euro im Monat gefüllt werden muss. Doch viele junge Bürger unterschätzen das Problem und machen sich kaum Gedanken um die Vorsorge. So könnte immerhin die Rente auf bis zu 69 Prozent des letzten Bruttoeinkommens gesteigert werden. Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg und einer der Autoren der Studie, sieht nur einen Ausweg: die Deutschen müssten von 2030 an länger arbeiten, um eine ausreichende Rente zu erhalten.
sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Ikea bald auf Amazon?: Ikea will nicht nur auf der eigenen Webseite, sondern auch über Drittanbieter Möbel anbieten. Konkreter wird der schwedische Konzern in seiner Erklärung nicht, aber bereits im Juni gab es Tests mit einem eigenen Shop auf Amazon. Die Überlegungen seien Teil einer größeren Revision, die auch neue Ladenkonzepte in den Innenstädten umfasst, sagte Torbjörn Lööf, Chef der Inter Ikea Gruppe. Vor allem die Konkurrenz im Online-Handel setzte den Möbelriesen zuletzt unter Druck.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

135.038 Jugendliche haben bis Ende September einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Das entspricht einer Steigerung von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Großem Interesse erfreuen sich die Handwerksberufe. vor allem im Elektro-, Sanitär- und Heizungs- sowie Friseurgewerbe wird aber immer noch über mangelndes Interesse der Bewerber geklagt.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Ich will, dass auch in Zukunft beim Einsatz europäischer Mittel Kontrolle und Haftung zusammen betrachtet werden. Eine Vergemeinschaftung nationaler Schulden wird es mit mir nicht geben.”

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht deutlich, dass man sich bei der Reform der Eurozone an zentrale Prinzipien halten müsse.
handelsblatt.com

“Je höher die Qualifikation, desto besser ist die Position auf dem Arbeitsmarkt. Das gilt in Zukunft umso mehr, da die Anforderungen in der Arbeitswelt weiter steigen werden, nicht zuletzt durch die Digitalisierung.”

Nach Aussagen von Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung müssen sich Akademiker derzeit nicht vor Arbeitslosigkeit fürchten. Derzeit habe man mit 2,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosen-Quote unter Akademikern seit dem Jahr 1980.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Katalonien verzichtet vorerst auf Abspaltung von Spanien
SPD nennt Unions-Kompromiss einen Papiertiger
Niedersachsens Polizeipräsident Binias wirft aus Ärger über CDU hin
Macron und Merkel eröffnen Frankfurter Buchmesse

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Trump setzt in Schottland Millionen in den Sand: Mit Donald Trumps Golfanalgen in Schottland läuft es nicht richtig rund. Beim traditionsreichen Golfressort Turnberry, den Trump mit ganz viel Kitsch und Prunk sehr unbritisch ausgestattet hatte, hat sich das Minus im vergangenen Jahr auf knapp 20 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Gleichzeitig verringerte sich der Umsatz in Trumps größtem Auslandsinvestment um 21 Prozent. Auch in der zweiten Anlage Trumps in Aberdeen sieht es nicht besser aus. Keine der Anlagen hat bisher einen Cent Profit gemacht. Eines der Probleme: Trumps öffentliches Auftreten in der Politik schadet seinen Geschäften.
spiegel.de

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