Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 6. Oktober 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 6. Oktober 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Spanische Wirtschaft zieht sich aus Katalonien zurück: Wegen der Krise um ein Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien verlegt die spanische Großbank Sabadell ihren Firmensitz aus der Region. Sie wird von Barcelona nach Alicante umziehen. Rechtssicherheit und institutionelle Zuverlässigkeit seien unabdinglich, erklärte Sabadell-Präsident Josep Oliu den Schritt. Die Bank ist das bislang größte Unternehmen, das sich aus Katalonien zurückzieht. Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatte der Biotechnologiehersteller Oryzon Genomics seinen Umzug von Barcelona nach Madrid angekündigt. Weitere führende Unternehmen haben ähnliche Pläne.
spiegel.de

EZB arbeitet am Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm: Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer jüngsten Sitzung mögliche Wege für eine Verringerung ihrer umstrittenen Anleihenkäufe ausgelotet. Dies geht aus den Protokollen der Sitzung vom 07. September hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Das Anleihenkaufprogramm läuft Ende des Jahres aus. Ein mögliches Szenario: Eine Verlängerung der Ankäufe um sechs oder neun Monate bei gleichzeitiger Reduzierung um 20 bis 40 Milliarden Euro. Die nächste Sitzung des EZB-Rates ist am 26. Oktober.
faz.net

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Moskaus Werben um saudische Investitionen: König Salman ibn Abd al-Aziz hat als erster saudischer König Moskau besucht und mit Präsident Putin eine Reihe von Abkommen unterzeichnet. So soll ein gemeinsamer Investitionsfonds Energieprogramme finanzieren. Russland und Saudi-Arabien sind die beiden größten Erdölexporteure. Lange Zeit stand diese Rivalität einer Zusammenarbeit im Wege. Weil die USA sich mit der Erschließung von Schieferölvorkommen mehr aus eigenen Quellen versorgen, schwindet die Bedeutung der USA für Riad. Für Russland ist der Schulterschluss mit den Saudis ein wichtiger Prestigeerfolg in der Rivalität mit Washington.
faz.net, handelsblatt.com

Aufsichtsräte bekommen mehr Geld: Die Aufsichtsräte deutscher Großkonzerne bekommen deutlich mehr Geld. 2016 überwiesen die 30 Dax-Konzerne 83,4 Millionen Euro an ihre Aufsichtsräte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Plus von zehn Prozent. Die Aufsichtsratsvorsitzenden bekamen im Schnitt 362.000 Euro. Ein einfaches Mitglied kam auf 114.000 Euro. Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender bei der Deutschen Bank war mit 800.000 Euro Spitzenverdiener.
spiegel.de, handelsblatt.com

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Jumbo-Jet verbindet Frankfurt und Berlin: Tegel bleibt ein besonderer Flughafen. Zumindest im November startet und landet dort regelmäßig das drittgrößte Passagierflugzeug der Welt. Die sonst nur auf Langstreckenflügen eingesetzte Boeing 747-400 verbindet dann Berlin und Frankfurt/Main. 304 Economy- und 67 Business-Class-Passagiere finden Platz in dem Jumbo-Jet genannten Flugzeug, das mit einem Oberdeck ausgestattet ist. Eine “außerordentlich hohe Nachfrage” für Flüge auf dieser Route sowie “operationelle Gründe” führten zu dem ungewöhnlichen Einsatz des Großraumflugzeuges auf einer Kurzstrecke, so der Berliner Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Der Nachfrageschub sei auch auf die Insolvenz von Air Berlin zurückzuführen.
tagesspiegel.de

BDI fürchtet harten Brexit: Die deutsche Wirtschaft stellt sich auf die Möglichkeit ein, dass die Brexit-Verhandlungen komplett scheitern. Deutsche Unternehmen mit einem Standbein in Großbritannien und Nordirland müssten “Vorsorge für den Ernstfall eines sehr harten Ausscheidens” Großbritanniens aus der EU treffen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Ab dem ersten Tag eines ungeregelten Austritts hätten Unternehmen es mit enormen Unsicherheiten im Außenhandel untereinander, mit anderen Staaten, beim Marktzugang und in der Regulierung zu tun.
tagesspiegel.de, faz.net

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Britischer Vermögensverwalter London Royal Asset Management sieht für weitere ein bis zwei Jahre Wachstum an den Aktienmärkten tagesspiegel.de
Opel-Mutter PSA wagt den Weg zurück auf den US-Markt handelsblatt.com
Die zehn großen deutschen Verpackungsmüll-Entsorger werfen sich gegenseitig Betrug vor sueddeutsche.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Zukunft Bahn ohne Fahrkartenkontrolle: Die Bahn hat in Berlin im Rahmen des Programms “Zukunft Bahn” 17 Innovationen vorgestellt. So könnte für Kunden mit Bahn-App und Sitzplatzreservierung schon bald die Fahrkartenkontrolle entfallen. Der Reisende muss einfach per Klick bestätigen, dass er seinen Platz eingenommen hat. Dem Schaffner wird dies dann angezeigt, eine weitere Kontrolle ist nicht nötig. Auf den Bahnsteigen sollen punktgenaue Soundsysteme Durchsagen nur an die Kunden lenken, die diese auch betreffen. Weitere Ideen sind leuchtende Bahnsteigkanten, bessere Kundeninformation bei Störfällen, Wlan im Nahverkehr, autonom fahrende Shuttle-Busse und elektrische Lastenfahrräder.
tagesspiegel.de , faz.net

Versicherungen leiden unter schlechtem Wetter: Unter schlechtem Wetter leidet nicht nur das Gemüt, sondern auch die Versicherungsbranche. Versicherungsschäden durch Starkregen haben sich 2016 im Vergleich zu 2015 fast verdoppelt. Die Überschwemmungsschäden steigen von 100 Millionen Euro 2015 auf 940 Millionen Euro 2016 – eines der ärgsten Jahre überhaupt, was Überschwemmungsschäden angeht. Nur 2002 und 2013 waren mit Kosten von über einer Milliarde Euro schlimmer. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war 2016 eigentlich zu trocken, um so intensiver machten sich die Ausschläge bemerkbar.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Eine Pünktlichkeit von 85 Prozent will die Deutsche Bahn bis 2020 erreichen. Im Jahr 2017 könnte mit viel Anstrengung immerhin 80 Prozent erreicht werden.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Selbst bei den Gremien, die das 30-Prozent-Ziel einhalten, werden die wirklich machtvollen Positionen, also die Mitgliedschaften respektive Vorsitze in Ausschüssen oder gar die Posten als Aufsichtsratschef, in der Regel von Männern besetzt.”

Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), beklagt die Männer-Dominanz in den DAX-Konzernen.
handelsblatt.com

“Auf Wachstumskurs in Deutschland: Wir freuen uns auf unsere neuen Büros im Marienturm ab Mitte 2019.”

Goldman Sachs verkündet via Twitter die Vergrößerung des Standorts Frankfurt von bislang 200 auf 700 Mitarbeiter.
sueddeutsche.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

SPD holt CDU kurz vor Niedersachsen-Wahl ein
Dobrindt rechnet für Sonntag nicht mit Einigung
Generalbundesanwalt stellt Ermittlungen zu NSA-Skandal ein
Verfassungsschutz will Befugnis für Gegenangriffe

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Macron kränkt französische Arbeiter: Dem französischen Präsidenten und früheren Investmentbanker Emmanuel Macron bringt sein loses Mundwerk immer öfter in Schwierigkeiten. Beim Besuch einer Berufsschule sagte der Präsident am Mittwoch, französische Arbeiter sollten anstatt auf die Barrikaden zu gehen und Chaos anzurichten, sich lieber eine neue Arbeit suchen. Dabei benutzt er die Worte “foutre le bordel“, die in Frankreich zur Vulgärsprache gehören und deutsch nur unzureichend mit den “Laden aufmischen” zu übersetzen sind.
faz.net

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