Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 4. März 2016

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 4. März 2016

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Kommunen proben Aufstand gegen RWE-Führung: Zum ersten Mal seit mindestens 57 Jahren streicht RWE seinen Aktionären fast vollständig die Dividende. Der Aufsichtsrat von Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger nickte die Pläne von RWE-Boss Peter Terium am Donnerstag ab. Die Stimmung unter den etwa 130 Städten und Landkreisen, die aus historischen Gründen an RWE beteiligt sind, ist aber wegen der wegbrechenden Einnahmen ziemlich aufgeheizt. Es gebe zwar noch keine endgültigen Beschlüsse, aber die Tendenz gehe klar in Richtung Nicht-Entlastung des Vorstands, berichtet Aktionärsvertreter Wolfgang Schäfer.
handelsblatt.com

Winterkorn hat Aktionäre zu spät informiert: Ex-Volkswagen-Chef Martin Winterkorn ist nach Konzern-Angaben frühzeitig über den Abgasskandal informiert worden. Bereits im Mai 2014 und damit fast eineinhalb Jahre vor Bekanntwerden der Affäre um manipulierte Diesel-Abgaswerte. Damit droht Ärger mit den Aktionären, da diese zu spät informiert worden sind. Der Konzern zahlt seinen 120.000 Mitarbeitern im Haustarif trotz der milliardenschweren Belastungen aus der Abgas-Affäre auch für das Jahr 2015 einen Bonus. Konzern-Chef Matthias Müller und der Betriebsratsboss Bernd Osterloh einigten sich auf eine “Anerkennungsprämie”, deren genaue Summe jedoch noch nicht feststeht.
tagesspiegel.de (Winterkorn), faz.net , sueddeutsche.de (Prämie)

Adidas kündigt hohes Wachstum an: 15 Jahre lang hat sich der 61-Jährige Herbert Hainer an der Spitze von Adidas gehalten. Im Herbst tritt nun aber auch der Dauer-CEO ab. An diesem Donnerstag hat er zum letzten Mal die Jahreszahlen des Turnschuh-Produzenten vorgestellt. 2015 kletterte der Umsatz wegen guter Fußball-Geschäfte und einer starken Nachfrage in Westeuropa und China um 16 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 16,9 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 10 Prozent. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft stieg um 12 Prozent auf 720 Mio. Euro. Die Fußball-Europameisterschaft und mehr Werbung sollen Adidas auch 2016 ein Wachstum von Umsatz und Gewinn um 10 bis 12 Prozent bescheren.
handelsblatt.com, faz.net

Sparkassen wollen wegen Negativzins Geld lieber im Tresor bunkern: Der negative Einlagenzins der Europäischen Zentralbank lässt die Banken über Ausweichmöglichkeiten für ihre Überschussliquidität nachdenken. In einem internen Rundschreiben des bayerischen Sparkassenverbands wird unverhohlen Werbung dafür gemacht, das Geld lieber im eigenen Tresor zu bunkern, als es bei der EZB zum Strafzins von 0,3 Prozent zu parken.
faz.net, handelsblatt.com, spiegel.de

Industrie 4.0 sucht Schulterschluss mit USA: Die USA sind in der Digitalisierung Deutschland deutlich voraus. Künftig sollen die Plattform Industrie 4.0 und ihr US-Pendant, das Industrial Internet Consortium gemeinsam an der Revolution arbeiten. Es sei schon ein Meilenstein, dass wir bei dem Thema jetzt gemeinsam vorangehen, sagt etwa Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, bei der Vorstellung der Kooperation. Das sei ein Vorteil für beide Seiten, wie er ausdrücklich betont. Ohne eine Lernpartnerschaft zwischen den USA und Europa werde die Digitalisierung nicht gelingen.
tagesspiegel.de

Über eine Mio. Menschen beteiligten sich 2015 an Streiks: Im vergangenen Jahr ist in Deutschland so viel gestreikt worden wie schon lange nicht mehr. Nach Schätzung des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung sind 2015 rund zwei Mio. Arbeitstage wegen Arbeitskämpfen ausgefallen. Davon entfielen allein 1,5 Mio. Tage auf die von Verdi geführten Konflikte um die höhere Eingruppierung von Erziehern und die Ausgliederung von Paketdiensten bei der Post. Am gesamten Streikgeschehen beteiligten sich rund 1,1 Mio. Menschen. Hier waren die 885.000 Beteiligten an den Warnstreiks der IG Metall die größte Teilgruppe.
tagesspiegel.de

Fiat-Chrysler-Konzern zieht sich vollständig aus dem Mediengeschäft zurück faz.net
Ehemaliger Google-Chef Eric Schmidt berät Pentagon im Bereich Innovationen faz.net
Auch Intel arbeitet offenbar an Datenbrille faz.net
Elektrowerkzeuge sorgen bei Bosch für höheren Umsatz handelsblatt.com
Insolventer Holzverarbeiter German Pellets soll Produktion wieder aufgenommen haben handelsblatt.com
Deutscher Musikmarkt wächst dank Streaming-Diensten kräftig handelsblatt.com
Private Krankenversicherer DKV erhöht seine Beiträge deutlich stärker als andere Kassen sueddeutsche.de

Anzeige
Gesetze, Stakeholder, Termine. Alles aus einer Hand im Tagesspiegel Politikmonitoring. Umfassend recherchiert, strukturiert aufbereitet. Testen Sie uns jetzt. Kostenlos und unverbindlich.
monitoring.tagesspiegel.de / 030 29021 11424

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Fintech-Branche unter der Lupe: Mittlerweile gibt es in Deutschland über 400 Start-ups im Finanzbereich. Sie wollen alles anders machen als die großen Banken. Ihr Service soll schneller sein, effizienter, einfacher. Viele dieser Fintechs unterstützen Anleger bei der Geldanlage. Sie helfen, Angebote für Fest- oder Tagesgeld zu finden oder stellen ihnen Fonds zusammen. Die wenigsten dieser Anbieter haben allerdings eine Banklizenz. Um die Zahlungen im Hintergrund kümmert sich meist ein klassisches Geldinstitut. Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wollen die Fintechs nun jedoch genauer untersuchen, ob durch sie neue Risiken für die Stabilität der Finanzsysteme drohe.
tagesspiegel.de

Sensoren verbessern die Navigation: Der baltische Staat Estland gilt als digitales Musterland. Das wirkt sich auch auf die estnischen Hauptverkehrsadern aus. Kameras und Temperaturmessstationen überwachen das Netz der Überlandstraßen in dem Land im Nordosten Europas. Wer sich in Estland mit dem Auto auf den Weg macht, kann sich vorher im Internet über ein Verkehrsinformationssystem namens Tarktee informieren, ob der gewählte Weg auch schneefrei oder womöglich mit Eisglätte zu rechnen ist. Diese Informationen sind nicht nur auf einer eigenen Internetseite abrufbar. Sie fließen seit längerem schon in die Navigationsanwendung Waze ein.
faz.net

Anzeige
EEMGewerbe kann bei Strom und Gas massiv sparen: Die „Energie-Einkaufsgemeinschaft des deutschen Mittelstandes“ hat erneut zwei günstige Rahmenverträge für Strom und Erdgas verhandelt. Viele Betriebe sparen damit über ein Viertel ihrer Energiekosten ein. Wie viel Ihr Betrieb sparen kann, zeigt ein neuer Onlinerechner. Organisiert wird die Energie-Einkaufsgemeinschaft von DEKRA-zertifizierten Energie-Experten.
ampere.de, Telefon: 030/28 39 33-80

– ANGEZÄHLT –

80.000 Arbeitsplätze könnten nach dem Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, durch Exporte in den Iran entstehen.
faz.net

– ZITATE –

“Die amerikanische Geldpolitik führt zu einem restriktiveren Zugang zu Krediten in den Vereinigten Staaten sowie wesentlich höheren Kapitalkosten. Diese Vorboten sind relativ sichere Indikatoren für steigende Insolvenzen.”

Ron van het Hof, Leiter des Kreditversicherers Euler Hermes warnt die deutschen Exporteure vor der zunehmen Gefahr von Zahlungsausfällen bei ihrem wichtigsten Kunden, den Vereinigten Staaten.
faz.net

“Wir können momentan nicht beobachten, dass Sparkassen im Interbankengeschäft auf Bargeld umstellen.”

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in Berlin will nichts vom verstärkten Bargeldbunkern wissen.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Verhandlung zum NPD-Verbot beendet
Schäuble würde bei Brexit weinen
Grüne rücken von Volker Beck ab
Kritik an Seehofers Reise nach Budapest

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Australier berechnet Wert aller Amazon-Waren: Kynan Eng, ein Australier, der unter anderem an der Technischen Hochschule Zürich künstliche Intelligenz erforscht, hat sich mit einer wirklich drängenden Frage unserer Zeit befasst. Er hat ausgerechnet, dass man etwa 11,8 Mrd. Euro auf der Bank haben müsste, um alle Amazon-Regale leer zu kaufen. Der mit einem Gesamtvermögen von 69 Mrd. Euro reichste Mann der Welt, Bill Gates, könnte den gesamten Amazon-Warenbestand fast sechs Mal erwerben. Amazon-Gründer Jeff Bezos mit seinem Vermögen von 41,4 Mrd. Euro immerhin dreieinhalb Mal.
jetzt.de

morgenlage.tagesspiegel.de erscheint täglich als E-Mail-Newsletter gegen 6 Uhr. Für den Ausdruck hier ein PDF-Dokument herunterladen. Für ein kostenloses E-Mail-Abo einfach hier klicken oder eine E-Mail an abo-mw@tagesspiegel.de schicken.