Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 29. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 29. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

IAG-Konzern übernimmt insolvente Fluggesellschaft Niki: Insolvenzverwalter Lucas Flöther wollte keinen Namen nennen, man verhandele nur noch mit einem Bieter. Niki-Gründer Niki Lauda gab sich am Donnerstag geschlagen. Zur spanisch-britischen IAG-Holding gehört unter anderem British Airways und Iberia. Niki gehörte zu Air Berlin. Ursprünglich hatte auch die Lufthansa Interesse an Niki. Wegen des Widerstands der EU-Wettbewerbshüter zog sie allerdings ihr Angebot zurück. Das Kartellamt kritisierte die Preisgestaltung der Lufthansa nach der Pleite von Air Berlin. Behördenchef Andreas Mundt sagte der “Süddeutschen Zeitung”, die Argumentation der Lufthansa sei nicht stichhaltig, wonach das computerbasierte System die Ticketpreise automatisch erhöht habe. Seit der Air-Berlin-Insolvenz ist die Lufthansa auf vielen Strecken der einzige Anbieter.
tagesspiegel.de (Niki); spiegel.de (Mundt)

Volkswagen will Aktionäre durch Verfassungsbeschwerde ausbremsen: Der Autokonzern hat Mitte Dezember Beschwerde gegen entsprechende Beschlüsse des Oberlandesgerichts Celle eingelegt, berichten NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”. Volkswagen-Konzern schaltet das Bundesverfassungsgericht ein, um eine von Aktionären beantragte Sonderprüfung im Zusammenhang mit dem Dieselskandal zu verhindern. Das Oberlandesgericht hatte die Entscheidung auch damit begründet, dass der VW-Konzern in der Abgasaffäre keine Transparenz herstelle. Ob der Beschwerde stattgegeben wird, ist noch offen.
sueddeutsche.de, n-tv.de

Wieder mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen: 10,3 Milliarden Mal waren Fahrgäste im Nahverkehr unterwegs – einen Plus von 1,4 Prozent und ein neuer Rekord. Die Zahl ergibt sich aus Hochrechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Zum 20. Mal in Folge steigt die Zahl an. Verbandspräsident Jürgen Fenske fordert, dass der öffentliche Personennahverkehr dringend ausgebaut werden müsse, um die steigende Nachfrage zu decken. Er forderte ein milliardenschweres Sonderprogramm von Bund und Ländern.
spiegel.de

Steuersenkungen für ausländische Unternehmen: In China müssen ausländische Unternehmen ihre Gewinne vorerst nicht mehr versteuern, wenn sie diese im Land investieren, kündigte das Finanzministerium in Peking an. Mit der Entscheidung wolle man ausländische Investitionen wieder ankurbeln. Die Steuerbefreiung wirkt demnach rückwirkend zum 1. Januar. China steht wegen der US-Steuerreform unter Druck; es fürchtet, dass amerikanische Unternehmen ihre Gewinne in die USA zurückführen oder sich ganz zurückziehen könnten. Der Standard-Steuersatz für Unternehmen liegt in China bei 25 Prozent.
spiegel.de

Sechs Staaten fordern EU-Plan für Glyphosat-Ausstieg: Die Umwelt- und Agrarminister aus Frankreich, Griechenland, Slowenien, Luxemburg, Belgien und Malta fordern von der EU-Kommission einen Plan zum Ausstieg aus der Nutzung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. In dem Brief fordern die Länder außerdem, begleitend zu der Ende November beschlossenen Verlängerung um fünf Jahre, die Risiken zu begrenzen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks war gegen die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung; da es innerhalb der Regierung keine einheitliche Linie gibt, hat sie den Brief nicht unterschrieben.
deutschlandfunk.de

Britische Firmen rechnen mit schwachem Wachstum spiegel.de
Staatsanwaltschaft klagt Vermittler von Ryanair-Piloten an spiegel.de
Buffett und Singapur stocken Lanxess-Anteil auf n-tv.de
Französische Justiz ermittelt gegen Epson n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Mittelstand erwartet lang anhaltenden Aufschwung: In einer Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft zeigten sich 79 Prozent der Befragten optimistisch. Im vergangenen Jahr waren es nur 62 Prozent. Die Unternehmen warnten gleichzeitig vor einem Fachkräftemangel. Neun von zehn Betrieben haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Auch die Arbeitsagentur erwartet einen Jobboom, der mindestens bis 2019 anhalten werde. Die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young rechnen in der Euro-Zone im kommenden Jahr mit 1,8 Millionen neue Arbeitsplätzen. Vor allem in Spanien und Deutschland wird eine Zunahme um jeweils 400.000 Stellen erwartet.
spiegel.de, n-tv.de

DIHK sieht Fachkräftemangel als größte Herausforderung: Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, forderte als Gegenmaßnahmen unter anderem eine Stärkung der beruflichen Bildung. Berufsschulen seien zum Teil in einem maroden Zustand, würden seit Jahren stiefmütterlich behandelt. An Gymnasien müsse es flächendeckend Berufsorientierung auch zur beruflichen Bildung geben. Für 56 Prozent der Unternehmen sei in den aktuellen Umfragen des DIHK der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

Rund 220 Hinweise sind bei den Ermittlern vier Wochen nach dem Fund einer Paketbombe in einer Potsdamer Apotheke im Rahmen der DHL-Erpressung eingegangen. In den meisten Fällen seien verdächtige Pakete gemeldet worden, die sich als harmlos erwiesen. Das Landeskriminalamt fahndet mit rund 50 Beamten weiter nach dem Erpresser.

– ZITATE –

“Ich bin nicht mehr im Rennen.”

Niki-Gründer Niki Lauda gibt sich im Kampf um die Übernahme seiner ehemaligen Airline geschlagen.
spiegel.de

“Es war im Übrigen ein gravierender politischer Fehler, die beiden Freihandelsprojekte TTIP zwischen Amerika und Europa und TTP zwischen Amerika und Asien scheitern zu lassen.”

Der frühere CDU-Politiker Friedrich Merz kritisiert, dass die strategische Bedeutung von Handelsverträgen falsch eingeschätzt werde.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

CSU bei Familiennachzug für Härtefälle kompromissbereit
Fachkräfte aus Asylländern
Straftaten gegen Flüchtlinge
Erdogan hält deutsch-türkische Beziehungen für besser

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

“Dinosaurier des Jahres” für Bauernpräsident Rukwied: Der vom Naturschutzbund Deutschland NABU verliehene Negativpreis “Dinosaurier des Jahres” geht an Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied. Damit werde dessen rücksichtslose Blockade einer umweltfreundlichen Agrarreform gewürdigt. Rukwied sei an einem ernsthaften Dialog mit Naturschützern etwa über das Insektensterben oder die Probleme mit dem Unkrautvernichter Glyphosat nicht interessiert. Er halte die Landwirtschaft für nachhaltig und gebe anderen Entwicklungen die Schuld an Umweltproblemen.
stern.de

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