Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 22. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 22. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Streiks bei Ryanair: Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Piloten des Billigfliegers Ryanair zum ersten Streik in der Geschichte des irischen Unternehmens aufgerufen. Der Ausstand betreffe alle Ryanair-Flüge am Freitagmorgen zwischen 5 und 9 Uhr, die an deutschen Flughäfen geplant seien, erklärte die Pilotengewerkschaft am Donnerstag. Demnach waren zuvor erste Verhandlungen zwischen der VC und Ryanair für die Piloten “ergebnislos beendet” worden.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Lufthansa darf Air-Berlin-Tochter LGW kaufen: Die EU-Kommission hat der Lufthansa den Kauf der Air-Berlin-Tochter LGW unter Auflagen erlaubt. Die Lufthansa habe ausreichende Zugeständnisse gemacht, sodass der Kauf nur begrenzte Auswirkungen auf den Wettbewerb habe, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag zur Begründung. Demnach verzichtet die Lufthansa auf einige Start- und Landerechte in Düsseldorf. Außerdem verzichtete Deutschlands größte Airline zuletzt auf den Erwerb der Air-Berlin-Tochter Niki; der Ferienflieger meldete daraufhin seinerseits Insolvenz an.
tagesspiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de, welt.de

VW entlässt verurteilten Manager Oliver Schmidt: VW hat den in den USA inhaftierten Manager Oliver Schmidt fristlos entlassen. Schmidt war als ehemaliger Leiter des Umweltbüros in den Staaten vor zwei Wochen zu sieben Jahren Haft und einer Zahlung von 400.000 Dollar verurteilt worden. Ein Konzernsprecher wollte dies nicht kommentieren, wies aber darauf hin: “Die Volkswagen AG prüft die angemessenen Maßnahmen in solchen Fällen sehr sorgfältig und nach eingehender Würdigung des spezifischen Sachverhalts”.
spiegel.de, sueddeutsche.de, welt.de

Offener Brief an Siemens-Familie: In einem offenen Brief an die Gründerfamilie werfen die Siemens-Betriebsratsvorsitzenden Konzernchef Joe Kaeser angesichts der möglichen Schließung mehrerer Standorte Verantwortungslosigkeit vor. “Geht man so mit Menschen um, die jahrelang unermüdlich Einsatz für das Unternehmen gezeigt haben?”, fragen darin die Betriebsräte. Man fühle sich anonymen Aktionärsinteressen und überzogenen Margenzielen geopfert. Siemens will in der Kraftwerks- und der Antriebssparte weltweit 6.900 Arbeitsplätze streichen, davon etwa die Hälfte in Deutschland.
spiegel.de, welt.de

Arbeitnehmer geben grünes Licht für Stahlfusion: Im Streit um die geplante Stahlfusion mit der indischen Tata Steel haben sich Vertreter der Arbeitnehmer und Thyssen Krupp geeinigt. Für einen Zeitraum von neun Jahren sollen betriebsbedingte Kündigungen und die Schließung von Standorten ausgeschlossen werden. “Das hat es auch im Stahl so noch nie gegeben“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp Steel Europe, Detlef Wetzel.
handelsblatt.com

Apple erklärt Leistungsschwankungen: Nach Berichten über langsamer werdende alte iPhones sah sich Apple zu einer Stellungnahme genötigt. “Bei Kälte, niedriger Batterieladung oder im Laufe der Zeit sind Lithium-Ionen-Batterien immer weniger in der Lage, Spitzenstrombelastungen zu liefern, was dazu führen kann, dass das Gerät unerwartet heruntergefahren wird, um seine elektronischen Komponenten zu schützen”, erklärte Apple. Um das zu verhindern würde gerade bei älteren Modellen die Leistung gedrosselt. Gerüchten, Apple würde bei älteren iPhones die Leistung drosseln, damit sich die Kunden ein neues Modell zulegen würden, trat der Konzern entschieden entgegen.
faz.net, welt.de

Paracelsus-Kliniken stellen Insolvenzantrag sueddeutsche.de
Nike: Schwache US-Geschäfte sorgen für Gewinnrückgang handelsblatt.com
Kartellamt verhängt so wenig Strafzahlungen wie seit langem nicht mehr welt.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Bundesregierung verfehlt Ziel für Breitbandausbau: Zum Jahreswechsel werden nach Angaben der Bundesnetzagentur nur 80 Prozent der Haushalte einen Breitbandanschluss besitzen. Damit wird das Ziel der Bundesregierung alle Haushalte bis 2018 mit Breitband zu versorgen nicht erreicht. Vor allem in ländlichen Regionen können nur die Hälfte aller Haushalte mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde surfen. Gerade in hügligen oder dünn besiedelten Gebieten ist der Breitbandausbau teuer und aufwendig.
sueddeutsche.de

Keine Arzneien aus dem Automaten: Der Versandhändler Doc Morris hat im baden-württembergischen Hüffenhardt einen Apothekenautomaten aufgestellt. Drei Apotheken und der Landesapothekerverband Baden-Württemberg hatten geklagt, das Landgericht Mosbach hat am Donnerstag den weiteren Betrieb des Automaten per einstweiliger Verfügung gestoppt. Die so praktizierte Abgabe von Medikamenten würde gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen heißt es in der Begründung. “Wir warten jetzt die schriftliche Urteilsbegründung ab und entscheiden dann, wie und in welcher Form wir weitere Schritte in diesem Zivilverfahren unternehmen”, sagte Max Müller aus dem Vorstand von Doc Morris.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

Um 500 Prozent ist der Wert einer Getränkefirma gestiegen, die ihren Namen von “Long Island Iced Tea” in in “Long Blockchain” umgenannt hat.
handelsblatt.com

– ZITATE –

“Der Boykott von T-Shirts aus Bangladesch ist nicht die Lösung. 80 Prozent der ausgeführten Güter aus Bangladesch sind Textilien. Mit einem Boykott nimmt man den Menschen dort ihre Lebensgrundlage. Stattdessen müssen wir die Labels großmachen, die sich dahinterklemmen, die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern.”

Die Autorin Imke Müller-Hellmann geht in ihrem neuen Buch “Leute machen Kleider” den oft menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie nach.
spiegel.de

“Ich bin fest davon überzeugt, dass das, was Siemens und Vorstandschef Joe Kaeser jetzt machen, richtig ist.Die Nachfrage ist dramatisch eingebrochen und wird nicht wieder das alte Niveau erreichen.”

Siemens-Aufsichtsratschef stellt sich in Sachen Stellenabbau hinter Konzernchef Joe Kaeser.
sueddeutsche.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Separatisten in Katalonien weiter an der Macht
Auch Deutschland verurteilt Jerusalem-Entscheidung der USA
Türkei lässt deutschen Pilger aus Haft frei
SPD kritisiert CSU-Einladungen an Orban und Kurz

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Der Klingenstreit: Gillette und Wilkinson, beides Hersteller von Nassrasierern, haben am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf über Patentrechte gestritten. Der Hintergrund: Wilkinson hatte günstigere Ersatzklingen für den Rasierer “Mach 3” des Konkurrenten Gillette produziert und durch mehrere Drogerieketten als Eigenmarke verkaufen lassen. Weil das 20 Jahre alte Patent ohnehin im Februar auslaufe, regte die zuständige Richterin eine gütliche Einigung an. Die kam nicht zustande, die Streithähne wollen es wissen. Ein Urteil wird für den 11. Januar erwartet.
faz.net

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