Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 17. März 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 17. März 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Weitere Ermittlungen gegen Audi und VW: Staatsanwälte, Richter und klagende Kunden setzen den VW-Konzern immer stärker unter Druck. Nach der groß angelegten Razzia bei Audi im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal sicherten die Ermittler am Donnerstag weitere Daten. Die Durchsuchungen seien noch nicht zu Ende, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II. Auch fanden Durchsuchungen bei der von Volkswagen mit der internen Aufklärung des Diesel-Skandals beauftragen Anwaltskanzlei Jones Day statt. Der VW-Konzern wies dieses Vorgehen am Donnerstag scharf zurück.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Bauboom in Deutschland: So viel ist in 18 Jahren nicht gebaut worden. 375.400 neue Wohnungen haben die Bauämter im letzten Jahr genehmigt. Das ist gegenüber 2015 eine Steigerung um 21,6 Prozent. 173.400 neue Wohnungen sind in Mehrfamilienhäusern genehmigt worden. Einfamilienhäuser stagnieren hingegen. Die Zahlen bestätigen einen Trend: Immer mehr Menschen ziehen in die Städte.
sueddeutsche.de

Merkel und Xi für Freihandel: Vor dem Besuch der Bundeskanzlerin bei Donald Trump in den USA haben Angela Merkel und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping in einem Telefonat bekräftigt, sich gemeinsam für freien Handel und offene Märkte einzusetzen. Die weiteren Themen des Gesprächs: die Rahmenbedingungen für die deutsche Autoindustrie in China und eine enge Zusammenarbeit im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft.
spiegel.de

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Automatische Kartelle: Die EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager hat bei der 18. Konferenz des Bundeskartellamts in Berlin vor automatisierten Kartellen und Preisabsprachen im Internethandel gewarnt. Algorithmen könnten den nötigen Wettbewerb im Netz unterlaufen. Anbieter könnten so vom Marktzugang abgeschnitten werden. Die Folge wären höhere Preise für die Kunden. Schon heute seien weite Teile der Preisgestaltung im Internethandel computergesteuert – auch, um die Ware beständig an die Preise der Konkurrenz anpassen zu können.
tagesspiegel.de

Mehr Arbeitslose in Griechenland: Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist zum Jahresende 2016 gestiegen. Die Erwerbslosenquote lag im vierten Quartal bei 23,6 Prozent, zuvor 22,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie leicht: Ende 2015 hatte sie noch bei 24,4 Prozent betragen. Fast drei Viertel davon sind Langzeitarbeitslose. Junge Menschen sind besonders stark betroffen.
spiegel.de

Lufthansa mit Rekordgewinn: Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr erneut einen Rekordgewinn eingeflogen. Auch dank eines Sondereffekts bei den Betriebsrenten der Flugbegleiter blieben unter dem Strich 1,8 Milliarden Euro Gewinn übrig und damit fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Tarifeinigung mit den Piloten vom Vortag dürfte den Überschuss im laufenden Jahr ebenfalls einmalig nach oben treiben.
n-tv.de

Chinesischer Großaktionär erhält Aufsichtsratsposten bei Donald Trump handelsblatt.com
Adobe legt dank Cloud-Geschäft im ersten Quartal um 20 Prozent zu handelsblatt.com
Wegen dem Dieselskandal in den USA festgenommener VW-Manager bleibt noch bis 2018 in Haft spiegel.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Equal Pay Day: Seit Anfang des Jahres haben Frauen in ganz Deutschland umsonst geschuftet. Erst am kommenden Samstag werden sie für ihre Arbeit bezahlt. Zumindest symbolisch. So rechnen nämlich die Organisatoren des “Equal Pay Day” den Gehaltsunterschied von 21 Prozent zwischen Männern und Frauen vor. Erklärungen für die Lohnlücke sind, dass mehr Frauen geringfügig beschäftigt sind als Männer und seltener Führungspositionen inne haben. Wenn sich Paare für Kinder entscheiden, unterbrechen nach wie vor eher Frauen die Karriere. Dagegen ankämpfen sollen Gesetzesinitiativen wie das Recht für die Rückkehr von Teilzeit- in Vollzeitarbeit und das Entgelttransparenzgesetz.
tagesspiegel.de

Der lange Weg aus der ultralockeren Geldpolitik: Die EZB steht zurzeit unter besonderer Beobachtung. Von einem “Exit” aus der ultralockeren Geldpolitik ist die Rede. Und einem “Tapering”, also einer Verringerung der Anleihenkäufe. EZB-Präsident Mario Draghi will davon aber nichts wissen. Die Reduzierung der Käufe von 80 auf 60 Milliarden Euro nennt er “Kalibrierung”. Hinter den Kulissen hat im EZB-Rat aber ein Ringen eingesetzt wie in Zukunft die Rhetorik verändert werden kann. Bundesbankchef Jens Weidmann, der Luxemburger EZB-Direktor Yves Mersch und einige andere wollen den Hinweis in den Leitlinien auf noch tiefere Leitzinsen zumindest streichen.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

400.000 Bestellungen sind für Teslas neuen Mittelklasse-Stromer “Model 3” bislang eingegangen. In den vergangenen fünf Jahren hat das Unternehmen aber gerade einmal 180.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Tesla plant und braucht deshalb einen sprunghaften Anstieg der Produktion.
faz.net

– ZITATE –

“Wir wollen keinen Handelskrieg.”

US-Finanzminister Steven Mnuchin betont bei seinem Besuch in Berlin trotz aller Misstöne in letzter Zeit den Willen zur Zusammenarbeit.
faz.net

“Die türkische Wirtschaft kollabiert.”

Analysten der Commerzbank sehen für die Türkei schwierige wirtschaftliche Zeiten: eine Abwertung der Lira im Vergleich zum Dollar auf 3,90 bis zum Jahresende ist wahrscheinlich, die Preiswachstumsrate hat bereits jetzt die Zehn-Prozent-Marke überschritten.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Briefbombe im Pariser IWF-Büro explodiert
Trump stützte Tweets gegen Obama nicht auf Beweise
Türkei warnt vor Religionskriegen in Europa
Wechsel im Schloss Bellevue

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Alster überradelt: Auch wenn die Radler-Trinker in Deutschland in der Mehrheit sind. Nördlich von Osnabrück und südlich von Magdeburg beginnt die Alster-Zone. Doch die Bier-mit-Limo Welt gerät ins wanken. Die Hamburger Kult-Bier-Marke Astra hat ihr Alster nun in “Kiezmische – fruchtiges, naturtrübes Radler” umbenannt und in den Sozialen Netzwerken tobt die Entrüstung und die Furcht, das Alster könne aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Was war passiert: Alster gehört mittlerweile dänischen Brauerei-Konzern Carlsberg und dort hat man die Radler-Aster-Sache entweder nicht verstanden oder das Alster auf dem Altar der Bierglobalisierung geopfert.
sueddeutsche.de

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