Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 1. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 1. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Zu viel Stahl – G20 streitet über Abbau von Subventionen: Am Donnerstag haben sich die zuständigen Minister der G20-Staaten in Berlin zu einem Stahl-Gipfel getroffen, den die deutsche G20-Präsidentschaft einberufen hat. Zwar waren sich alle Teilnehmer einig, dass Überkapazitäten und marktverzerrende Subventionen abgebaut werden müssten. Konkret werden wollte man hingegen nicht. Nach Aussagen von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries sei man zwar in einem gemeinsamen Papier einen ordentlichen Schritt vorangekommen, das Ziel erreicht habe man hingegen noch nicht.
faz.net, spiegel.de

Lufthansa will Air-Berlin-Deal retten: Die Lufthansa will Insidern zufolge mit Zugeständnissen den Air-Berlin-Deal retten. Der Konzern werde noch im Laufe des Abends bei der EU-Kommission Vorschläge einreichen, um kartellrechtliche Zweifel auszuräumen, erfuhr Reuters am Donnerstag von einer mit der Situation vertrauten Person. Dabei gehe es etwa um den Verzicht auf Start- und Landerechte – sogenannte “Slots” – der Air-Berlin-Töchter Niki und LGW. Die Lufthansa hatte noch bis Donnerstagabend 23.59 Uhr Zeit den Bedenken der EU-Kommission durch eine Änderung der Übernahmeabsicht Rechnung zu tragen.
tagesspiegel.de, faz.net

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Hier tanzen Berlins Entscheider
Sie wollen wissen, wo die Hauptstadtwirtschaft Schwung holt? Mehr als 3.000 Macher aus Unternehmertum, Politik und Gesellschaft machten den Ball der Wirtschaft 2017 des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) zur Vollversammlung des Hauptstadtunternehmertums – und zu einem echten Glanzlicht des Berliner Festkalenders. Bilder und Berichte hier.

Volkswagen hält Diesel-Krise für überwunden: Ungeachtet enormer Investitionen in Elektromobilität und Zukunftsfelder hob VW am Donnerstag die Prognose für die operative Rendite an: Bis 2020 kann man sich nun bis zu fünf Prozent –
bisher vier Prozent – Rendite vorstellen. Im vergangenen Jahr war die Kernmarke VW als Schlusslicht im Zwölf-Marken-Konzern nur auf 1,9 Prozent gekommen, Umsatz und Gewinn im wichtigsten Teil des Autokonzerns mit 200.000 Mitarbeitern waren gesunken, die Diesel-Krise traf den Hersteller hart. 2017 stellt VW nun eine fast verdoppelte Rendite von mehr als 3,5 Prozent in Aussicht.
tagesspiegel.de

Totalverlust bei Kryptowährungen möglich: Die Finanzaufsicht Bafin hat bei Investitionen in Digitalwährungen zu Vorsicht gemahnt. So beobachte man den rasanten Kursanstieg des Bitcoin mit Skepsis. Nach Ansicht von Elisabeth Roegele, Chefin der Wertpapieraufsicht, würden in Zeiten niedriger Zinsen die Anleger eher zu Risiken neigen. Doch nicht jede Kryptowährung könne sich am Markt durchsetzen, im Falle des Scheiterns drohe Anlegern der Totalverlust.
spiegel.de

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Trotz Winterkälte weniger Arbeitslose: In ganz Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen auf rund 2,4 Millionen gesunken, obwohl Stellen in Außenberufen während der kalten Winterzeit tendenziell abgebaut werden. Auch das ist der niedrigste November-Wert seit 1991. Im Vergleich zum Vormonat waren 20.000 weniger Männer und Frauen ohne einen Job. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl um 164.000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,3 Prozent. Erste Lichtblicke gibt es nach Einschätzung von BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker auch bei der Flüchtlingsintegration: Zwar galten im November immer noch 420.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend; zugleich fänden aber auch immer mehr eine Stelle.
tagesspiegel.de

Teilerfolg für peruanischen Bauern: Das Oberlandesgericht Hamm hat am Donnerstag in einem Zivilrechtsstreit zwischen einem peruanischen Bauern und dem Energiekonzern RWE die Beweisaufnahme angeordnet. Damit wird erstmals ein deutsches Gericht über eine Klage auf Schadensersatz wegen CO2-Emissionen verhandeln. Der Hintergrund: Das Gelände des Bauern ist durch das Wasser eines tauenden Gletschers in Huaraz in den Anden bedroht. Dafür, so der Vorwurf, sei RWE mitverantwortlich. Der Konzern stößt 0,47 Prozent der Treibhausgase auf der Welt aus.
faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de

Fußballverein Bayer Leverkusen muss wegen falschem Sponsor Adventskalender zurückziehen spiegel.de
Paradise Papers: Staatsanwaltschaft interessiert sich für systematischen Verstoß deutscher Banken gegen Glücksspielgesetze sueddeutsche.de
Opec verlängert Förderbremse bis 2018 handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Berlins vielfältige Kreativlandschaft: 20 Aussteller haben sich am Mittwoch auf der Zehn- Jahres-Feier der Online-Plattform Creative City Berlin präsentiert. Creative City Berlin ist ein Projekt der Kulturprojekte Berlin GmbH mit dem Ziel, Kreativschaffende zu vernetzen. Seit nun zehn Jahren können sich Künstler, Designer und andere Akteure der Kreativszene austauschen und informieren. Die Website sieht sich selbst als Think Tank und digitale Schnittstelle für Kunst, Kultur, Musik und Kreativwirtschaft. Rund 30.000 Unternehmen in der Kreativszene erwirtschaften Jahr für Jahr über 20 Milliarden Euro in Berlin. Unter den Ausstellern: Ein Banjo-Bauer, der mit Abfällen wie Keksdosen arbeitet; ein Unternehmen, das Kino-Besuche für Blinde und Hörgeschädigte ermöglicht und eine Modedesignerin, die ihre Kollektionen aus vollständig wiederverwertbarem Material entwickelt.
tagesspiegel.de

Staat will Steuertrickser stoppen: Die Länderfinanzminister haben am Donnerstag eine Gesetzesinitiative beschlossen, die den Steuerspartricks ausländischer Händler bei Amazon und Co das Handwerk legen soll. Plattformen wie Amazon und Ebay sollen stärker in die Pflicht genommen werden, dass die Händler auf ihren Plattformen sich auch an deutsches Steuerrecht halten. Besonders Waren aus dem asiatischen Raum werden oft in Deutschland verkauft, ohne dass die Händler dafür Umsatzsteuern abführen.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Bis zu 30 Prozent mehr Beitrag müssen teilweise Neukunden bei Privatversicherungen zahlen.
spiegel.de

– ZITATE –

“Bei dieser Debatte wird häufig vergessen, dass die Deutschen beispielsweise ihre Miete, ihre Steuer, die Rechnung der Stadtwerke, ihr Gehalt oder ihre Rente per Überweisung – also bargeldlos – abwickeln. Aber vor allem im Handel möchten viele Deutsche weiter bar bezahlen, ich auch. Diese Freiheit dürfen wir nicht verlieren.”

Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele findet: Digitalwährungen können bestimmte Bedürfnisse der Deutschen nicht befriedigen.
sueddeutsche.de

“Es ist selten der Fall gewesen, dass Aktien sowie Anleihen und andere Zinspapiere zur gleichen Zeit ähnlich teuer waren, außer in den tosenden 20er Jahren und in den goldenen 50ern. Alle guten Dinge müssen zu einem Ende kommen.”

Die Strategen von Goldman Sachs warnen in einer aktuellen Analyse vor Risiken auf den Anlagemärkten.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Gabriel sieht SPD nicht unter Zeitdruck
Schmidt und Hendricks gehen im Glyphosat-Streit aufeinander zu
Außenminister Gabriel wirbt für UN-Mission in der Ostukraine
Weißes Haus dementiert Bericht über Absetzung von Tillerson

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Wie der Döner die Republik erschüttert:  Die EU, so machte es am Donnerstag die Runde, will unseren Döner verbieten.  Im Zentrum der Aufmerksamkeit ist eine erhöhte Phosphat-Konzentration und das ist schädlich für Herz, Nieren und Kreislauf. Was war passiert? Eigentlich wollte der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nur eine Gesetzeslücke hinsichtlich des tiefgefrorenen Dönerspießes schließen. Doch weil es neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich der Schädlichkeit der Phosphate gibt, wurde die Entscheidung auf Antrag der der Grünen und Sozialdemokraten vertagt. “Dönerspieße können wie bisher produziert und verkauft werden. Niemand muss auf seinen Döner oder Gyros verzichten”, erklärt Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete aus dem zuständigen Ausschuss.
spiegel.de, faz.net

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