Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 30. November 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 30. November 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Air-Berlin-Übernahme könnte platzen: In Kreisen der EU-Kommission, die das Geschäft genehmigen muss, gibt es massive Bedenken gegen eine Übernahme von 81 der einst 140 Flieger der Berliner Flotte samt Personal. Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr will persönlich mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sprechen, hieß es aus Frankfurt. In der Nacht zum Freitag läuft eine Frist ab, bis zu der die Lufthansa ihr Angebot anpassen kann, um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen. Derweil rechnet sich der Ex-Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda neue Chancen aus. Er werde im Falle eines Scheiterns zusammen mit dem Touristikkonzern Thomas Cook erneut für die Air-Berlin-Tochter Niki bieten.
tagesspiegel.de (Lufthansa), spiegel.de (Niki)

Arbeitgeber fordern rasche Regierungsbildung: Man müsse sich ernsthaft fragen, wer heute überhaupt noch regieren wolle, sagte der frisch im Amt bestätigte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer am Mittwoch auf dem Arbeitgebertag in Berlin. Dass Jamaika gescheitert ist und es zwei Monate nach der Bundestagswahl immer noch keine Regierung gibt, stößt bei den Unternehmern auf Unverständnis: Bei den Tarifpartnern könne man beispielhaft beobachten, wie man Kompromisse finde. Von einer zukünftigen Bundesregierung fordert Kramer eine Entlastung der Unternehmen. Die Sozialbeiträge sollen dauerhaft unter 40 Prozent bleiben.
tagesspiegel.de, spiegel.de

PSA will Geld für Opel zurück: Der französische Autohersteller PSA will Insidern zufolge vier Monate nach dem Kauf von Opel von General Motors die Hälfte des Kaufpreises zurück. 1,3 Milliarden Euro hatte PA für Opel gezahlt. PSA hätte realisiert, wie schwer es für Opel werde, strengere Abgasvorschriften einzuhalten und Milliardenstrafen zu vermeiden. General Motors hätte bezüglich der Abgasstrategie falsche Angaben gemacht, so der Vorwurf.
faz.net, spiegel.de

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EU will Verbraucher stärken: EU-Justizkommissarin Vera Jourova will Konsequenzen aus dem Dieselskandal ziehen und geschädigten Verbrauchern für die Auseinandersetzung mit Konzernen mehr Rechte geben. Im Zuge eines “neuen Deals für Verbraucher” will die EU-Kommission nach Informationen des Tagesspiegel EU-weit “Gruppen-Klagen” von geschädigten Konsumenten zulassen. Jourova wird die Pläne an diesem Donnerstag erstmals gegenüber Vertretern vom Rat, dem Gremium der Mitgliedsstaaten, sowie EU-Parlamentariern skizzieren. Erste Gesetzesvorschläge sollen im April folgen.
tagesspiegel.de

Siemens bringt Medizinsparte an die Börse: Siemens will seine Medizintechniksparte in Frankfurt an die Börse bringen. Das beschloss der Aufsichtsrat des Unternehmens am Mittwochabend. Der Börsengang soll demnach für die erste Hälfte des kommenden Jahres vorbereitet werden. Ursprünglich sollte der Börsengang an der Wall Street in New York platziert werden. Dass die Entscheidung nun doch zugunsten des deutschen Handelsplatzes fiel, sorgte beim Betriebsrat und der Gewerkschaft IG-Metall für Erleichterung. “An der Wall Street wäre die Mitbestimmung auf Unternehmensebene gekippt worden”, sagte Aufsichtsrat und IG-Metall-Mitglied Reinhard Hahn.
sueddeutsche.de

Stuttgart 21 wird teurer: Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant. Die Deutsche Bahn erwartet nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen. Zugleich verzögert sich die Fertigstellung des Projekts vom Jahr 2023 auf Ende 2024. Der neue Zeit- und Kostenplan soll auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.
tagesspiegel.de, faz.net, sueddeutscshe.de

Deutsche Post bestellt zehn Sattelzugmaschinen bei Tesla faz.net
Tausende protestieren in Görlitz gegen Siemens-Sparpläne spiegel.de
Bundesbank warnt vor Ende des Immobilienbooms sueddeutsche.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Stabiles Finanzsystem: Die deutschen Banken und Sparkassen stehen heute viel stabiler und finanziell solider ausgestattet da als vor der Finanzkrise. Auch das gesamte Finanzsystem ist nach Ansicht der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) gefestigt, zumal die Konjunktur gut läuft und weiter gut laufen dürfte. Da stellen beide Zentralbanken in ihren am Mittwoch vorgestellten Finanzstabilitätsberichten fest. Dennoch warnt Bundesbank-Vize-Präsidentin Claudia Buch vor allzu großer Sorglosigkeit: “Niedrige Zinsen und ein hohes Wachstum bergen die Gefahr, dass Risiken unterschätzt werden.”
tagesspiegel.de

Zahl der offenen Stellen erneut auf Rekordhoch: Nach dem Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit haben die Unternehmen im November so viele Arbeitskräfte gesucht wie selten zuvor. Nach Bundesagentur-Erkenntnissen gab es zuletzt besonders viele freie Stellen im Handel und der Industrie, vor allem in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie. Jede fünfte der der Bundesagentur gemeldeten freien Stellen stammt aus diesen Branchen. Bei Unternehmensberatern, Werbeagenturen, Architekten, Maklern und IT-Dienstleistern ist die Zahl der freien Stellen am stärksten gestiegen. Die Zahl der angebotenen Jobs in der Informations- und Kommunikationsbranche lag um 25 Prozent über dem Vorjahresniveau.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

30 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland jedes Jahr verkauft. Weil der Trend zum Zweitbaum für Garten, Terrasse oder Balkon geht, ist die Tendenz steigend.
spiegel.de

– ZITATE –

“Die Politik hat durch viele Wünsche, Taktierereien und Vorgaben die Arbeit des Aufsichtsrats immer schwieriger gemacht. Sie hält sich nicht an die Vorgaben des Aktienrechts.”

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bahn, Utz-Hellmuth Felcht, wirft der Bundesregierung unzulässige Einflussname von außen vor.
faz.net

“Es gibt viele Chancen in Afrika, die aber nicht wahrgenommen werden, weil viele Unternehmer ein völlig falsches Bild von Afrika haben, als Kontinent, auf dem nur Krieg und Hunger herrschen. Dabei gibt es Chancen, die Märkte sind vorhanden, die Rohstoffe auch – und die Motivation ist hoch bei der Bevölkerung.”

Der Unternehmer Jean-Louis Warnholz investiert in Afrika und begrüßt den EU-Afrika-Gipfel, der seit Mittwoch an der Elfenbeinküste tagt.
sueddeutsche.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

SPD will Glyphosat-Anwendung in Deutschland einschränken
Thema Migration dominiert EU-Afrika-Gipfel
Bayerns Innenminister Herrmann will Seehofer beerben
Merkel will Lohnnebenkosten begrenzen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Fotohändler verlangt Gebühr für Beratung: Weil immer mehr Kunden zwar Beratungsangebote vor Ort nutzen, die Ware dann aber Online kaufen, verlangen immer Mehr Einzelhändler Geld für ihre Beratung. So sind bei einem Fotogeschäft in Schwäbisch Hall zwar die ersten 15 Minuten Beratung kostenlos, dann kostet die Viertelstunde aber 25 Euro, wenn man im Anschluss keine Kamera erwirbt. “Wenn ich in meinem Leben an jeder Beratung etwas verdient hätte, könnte ich jetzt locker in Ruhestand gehen”, sagt der 64-Jährige Inhaber Friedrich Ulmer im Spaß. Weniger Kunden habe der Fotograf durch die Maßnahme  jedenfalls nicht.
faz.net

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