Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 28. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 28. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

DGB warnt vor rechten Gruppierungen: Wenn im Frühjahr vielerorts Betriebsräte neu gewählt werden, treten dabei auch AfD-nahe Listen an. DBG-Chef Rainer Hoffmann zeigt sich gelassen, ist aber wachsam. Der DGB beobachte die Entwicklung sehr genau. Diesen Gruppierungen gebe es häufig nicht darum, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten, sondern sollten die Belegschaften spalten. Dass einige Ideologen mit törichten Parolen die Betriebsratswahlen für sich instrumentalisierten, sei nicht weiter überraschend, sagte Hoffmann.
zeit.de, spiegel.de, n-tv.de

Verdi ruft Mitarbeiter bei Amazon mit viertägigem Streik auf: Am größten deutschen Versandlager-Standort des Handelsriesen Amazon soll für vier Tage die Arbeit niedergelegt werden. Die Mitarbeiter in den beiden Logistikzentren in Bad Hersfeld seien bis einschließlich Samstag angehalten, ihre Arbeit niederzulegen, sagte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Der Standort in Bad Hersfeld habe nach Weihnachten besonders viel mit dem Umtausch von Geschenken zu tun. Auch weil nun viele Gutscheine eingelöst würden, hofft Verdi, Druck auf Amazon ausüben zu können und Verhandlungen über einen Tarifvertrag erzwungen werden.
spiegel.de

Fernzüge zum Fest meist pünktlich: 90 Prozent der Züge an den Feiertagen seien pünktlich gewesen, sagte die Deutsche Bahn. Die Bahn wertet Züge ab der sechsten Minute als verspätet. Auch auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München habe sich – nach anfänglichen Schwierigkeiten – die Quote verbessert. Derweil melden die deutschen Flughäfen ein Rekordjahr bei Passagieren und Fracht. Trotz Air-Berlin-Pleite erwartet der Flughafenverband ein deutliches Plus von 4,2 Prozent für das kommende Jahr. Die höheren Fluggastzahlen würden voraussichtlich mit einer besseren Auslastung der Maschinen erreicht, so dass sich die Zahl der Flugbewegungen kaum verändern werde.
n-tv.de (Bahn); n-tv.de (Flugzeug)

3200 Transportfirmen klagen gegen Lkw-Kartell: Wegen unerlaubter Preisabsprachen hat eine Gruppe von mehr als 3.200 Unternehmen beim Landgericht München Klage gegen fünf Lastwagen-Hersteller eingereicht und fordern Schadenersatz in Höhe von mindestens 500 Mio. Euro. Beklagt werden die Hersteller Daimler, MAN, Volvo/Renault, DAF und Iveco, sie hatten seit 1997 über vierzehn Jahre hinweg die Verkaufspreise für Lkw abgesprochen. Auch die Deutsche Bahn und die Bundeswehr haben Klagen gegen das Lkw-Kartell eingereicht.
spiegel.de

Sicherheitslücken im “elektronischen Anwaltspostfach”: Die Bundesanwaltkammer hat den Start des elektronischen Postempfangs für Anwälte kurzfristig gestoppt. Zum Jahreswechsel müssen Anwälte einen elektronischen Postempfang bereit stellen. Nun sind aber über die Feiertage gravierende Sicherheitsprobleme aufgetreten; Schuld habe der französische Anbieter Atos. Für das „besondere elektronische Anwaltspostfach“ – kurz „BEA“ – mussten die Anwälte bestimmte Kartenlesegerät kaufen und Software installieren, damit sie Dokumente sicher verschicken und empfangen können. Nun bleibt die Plattform aber erstmal offline, bis der Dienstleister eine Lösung für die Sicherheitslücke gefunden habe.
faz.net

Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals ist tot handelsblatt.com
Billighändler Tedi übernimmt Xenos-Filialen n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Krankenkassenbeiträge könnten leicht sinken: Im kommenden Jahr könnten die Krankenkassenbeiträge wegen der guten wirtschaftlichen Lage leicht sinken. Die brummende Konjunktur, relativ hohe Tariflohnsteigerungen und die große Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter hätten einen entscheidenden Anteil an der guten Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung, sagte der Verbandschef der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der GKV, für den ausschließlich die Arbeitnehmer aufkommen müssen, wurde auf 1,0 Prozent festgelegt. 2017 lag er bei 1,1 Prozent.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Fünf Meter ist die Strecke maximal, über die ein US-Startup Geräte mit Strom versorgen kann ohne Kabel. Bislang funktioniert kabelloses Laden nur per Induktion; dabei muss das Gerät auf einer speziellen Ladematte liegen. Die Startup Wattup sendet die Energie in Form von Radiowellen aus, die Empfänger wandeln die Energie in Strom um. Gespeist werden sollen Smartphone und kleinere IoT-Geräte, die weniger als 10 Watt benötigen.
heise.de

– ZITATE –

“Die EU-Kommission hat zur Frage eines Schadens für die Kunden in ihrer Entscheidung nichts festgestellt. Wir gehen davon aus, dass unseren Kunden kein Schaden entstanden ist.”

Daimler will die Klage wegen des Lkw-Kartell prüfen und sich gegen unberechtigte Ansprüche entschieden zur Wehr setzen.
n-tv.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Laschets Kompromissvorschlag in der Diskussion
Kubicki ruft Union zur Erneuerung auf
Gabriel stellt Bedingungen für große Koalition
Weniger als 1000 IS-Kämpfer an syrisch-irakischer Grenze

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Sachsen-Anhalt ist gar nicht das Land der Frühaufsteher: Das Bundesland wirbt seit vielen Jahren mit den besonders früh fitten Menschen, doch der Mobilfunkanbieter Mobilcom-Debitel hat bei der Auswertung seiner Daten was ganz anderes entdeckt. Am frühesten sind es die Bayern, sie steigen im Durchschnitt um 8:19 Uhr aus dem Bett oder nehmen da zumindest ihr Smartphone zur Hand. Die Sachsen-Anhaltiner befinden sich mit 8:47 Uhr eher im Drittel der Langschläfer.
sueddeutsche.de

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