Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 21. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 21. Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Uber darf keine privaten Fahrer vermitteln: Der international tätige Fahrdienstvermittler Uber hat vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine schwere Schlappe erlitten. Uber kann die Vermittlung von privaten Fahrern zu taxiähnlichen Dienstleistungen über eine App verboten werden, weil dieses Angebot eine sogenannte Verkehrsdienstleistung ist und besondere Voraussetzungen verlangt. Dies entschied der EuGH in einem am Donnerstag in Luxemburg verkündeten Urteil. Der verhandelte Fall aus Spanien ist von grundsätzlicher Bedeutung für alle Mitgliedstaaten der EU.
tagesspiegel.de, sueddeutssche.de

Nach US-Steuerreform: Deutsche Wirtschaft fordert Entlastungen: Der US-Senat hat mit einer knappen Mehrheit Präsident Donald Trumps umstrittene Steuerreform verabschiedet. Die Reform beinhaltet niedrigere Unternehmenssteuern und volle und sofortige Abschreibung von Investitionen. Für die deutsch Wirtschaft scheint jetzt klar: Die Bundesregierung muss nun auch in Deutschland massiv die Unternehmenssteuern senken. “Jede neue Bundesregierung muss sich diesem verschärften internationalen Wettbewerb stellen”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Joachim Lang. Mit Blick auf mögliche Belastungen für deutsche Exportunternehmen ist das Gesetz aber in letzter Minute entschärft worden.
faz.net

Klage gegen Lastwagenkartell: Deutsche Bahn, Bundeswehr und mehr als 40 weitere Unternehmen wollen Schadensersatzklage gegen die am Lastwagenkartell beteiligten Firmen erheben. Die Höhe der Schadensersatzforderung werde derzeit noch von Kartellexperten geprüft. Mit der Klage will man auch eine mögliche Verjährung der Ansprüche verhindern. Das Kartell von Daimler, Iveco, DAF, Volvo/Renault sowie MAN war schon 2011 aufgeflogen und hatte Strafzahlungen der EU von 3,8 Milliarden Euro nach sich gezogen. MAN als Kronzeuge kam straffrei davon.
faz.net, spiegel.de

Investmentfirmen sollen unter EZB-Aufsicht fallen: Große Investmentfirmen sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig wie systemrelevante Banken unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) gestellt werden. Nach einem Gesetzesentwurf der Brüsseler Behörde sollen Firmen mit Vermögenswerten von mehr als 30 Milliarden Euro in Zukunft als wichtige Kreditinstitute eingestuft werden. “Unser Regelwerk muss der zentralen Rolle, die diesen Firmen bei der Lenkung der Investitionsströme in die Kapitalmärkte zukommt, Rechnung tragen und gleichzeitig sicherstellen, dass die mit ihren Tätigkeiten verbundenen Risiken angemessen abgedeckt sind”, sagte EU-Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen.
spiegel.de

Paypal will ins Bankgeschäft: Der US-Bezahldienst Paypal ist mit einem zweistelligen Millionenbetrag beim Berliner Fintech Raisin eingestiegen. “Raisin nimmt im Bereich der grenzüberschreitenden Spareinlagen eine Pionierrolle ein“, lobt Paypal-Manager Stephen Taylor. Paypal will seinen Kunden künftig neue Angebote machen und ihnen offenbar auch ermöglichen, Geld anzulegen. “Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit PayPal mit dem Ziel, unsere Produkte für Hunderte Millionen Europäer zugänglicher zu machen”, sagt Raisin-Gründer Tamaz Georgadze.
tagesspiegel.de

Tarifvertrag bei Eurowings steht: Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat sich mit den Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit (VC) auf Bedingungen für das in Deutschland geplante Wachstum geeinigt. Damit könnten nun neue Stellen für Piloten und Flugbegleiter ausgeschrieben und etwa mit Mitarbeitern der insolventen Air Berlin besetzt werden, teilte die Billigfluglinie am Mittwoch mit. Die Flugzeugflotte werde bis zum Sommerflugplan 2018 um 30 Airbus-Maschinen aufgestockt. Bisher war das Wachstum von Eurowings in Deutschland auf 23 Flugzeuge begrenzt.
tagespiegel.de

IWF bezeichnet Brexit als größtes Risiko für Großbritannien spiegel.de
Heute endet Bieterfrist für Air Niki handelsblatt.com
Aldi will bei Lieferanten Einsatz von Glyphosat stärker kontrollieren sueddeutsche.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Dienstleister sind optimistisch: Das Geschäftsklima der Dienstleister stieg im Dezember um 0,5 auf 111,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit November 2016. Die vom Münchner Ifo-Institut befragten Unternehmen beurteilten ihre Geschäftslage nicht nur besser, sondern blicken auch weiterhin optimistisch in die Zukunft. Viele Unternehmen wollen mehr Personal einstellen. Am besten ist das Geschäftsklima im IT-Bereich. Unternehmensberater und Public-Relations-Manager blickten hingegen deutlich weniger optimistisch auf das kommende Halbjahr.
faz.net

Daimler und BVG starten Ride-Sharing-Dienst: Die Berliner Verkehrsbetriebe erweitern ihr Angebot. Neben Bus und U-Bahn können die drei Millionen Kunden in Zukunft auch Ride-Sharing nutzen. Zusammen mit dem Autobauer Daimler bringt die BVG ab Frühjahr 2018 Minibusse auf die Straße, die per App bestellt werden können und die – ähnlich wie ein Sammeltaxi – von Fall zu Fall Fahrgäste ansteuern, die ein ähnliches Ziel haben. In Berlin wird der neue Mobilitätsdienst im Frühjahr 2018 an den Wochenenden und abends zunächst mit 50 Fahrzeugen an den Start gehen, 300 sollen es nach den Plänen der Partner in der auf zwei Jahren angelegten Kooperation werden.
tagesspiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Bis zu 1.000 Stellen sollen bei der Deutschen Bank wegfallen. Ein Freiwilligenprogramm soll mit Vorruhestandsregelungen und Abfindungen Mitarbeiter zum freiwilligen Abschied motivieren.
spiegel.de

– ZITATE –

“Über die Hälfte der Händler in den Innenstädten ist mittlerweile unzufrieden.”

Kai Falk, Geschäftsführer vom Handelsverband Deutschland, hofft nach einem kurzen Advent auf einen Schlussspurt im Weihnachtsgeschäft.
welt.de

“Banken werden weiterhin hier Geschäfte machen können und so sicherstellen, dass die Londoner City ihre globale Stellung behält.”

Die britische Premierministerin Theresa May will ausländische Banken im Land halten. In eine ähnliche Richtung geht ein Vorstoß der Bank of England.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Union und SPD planen Blitz-Sondierung
Gabriel zu Besuch in Afghanistan
Islamist soll Anschlag in Karlsruhe geplant haben
Trump droht anderen UN-Mitgliedern vor Jerusalem-Resolution

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Frauen zahlen drauf: Männer und Frauen bezahlen bei vielen Dienstleistungen unterschiedliche Preise und meistens Zahlen die Frauen sogar mehr. So ist schon bei Kindern das Schaumbad “Prinzessin Sternenzauber” (2,95 Euro) für Mädchen viel teurer ist als die blaue Version namens “Saubär” (1,75 Euro). Eines von vielen Beispielen aus einer Studie für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Am deutlichsten ist der Preisunterschied zum Beispiel beim Friseur, bei dem Frauen durchschnittlich 12,50 mehr zahlen, auch wenn sie kurze Haare haben. Hintergrund solcher Unterschiede ist häufig, dass Männer und Frauen bereit sind, unterschiedliche Preise zu zahlen.
sueddeutsche.de

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