Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 18. Mai 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 18. Mai 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Griechenland-Einigung unsicher: Der andauernde Streit über Schuldenerleichterungen unter den europäischen Gläubigern verhindert momentan den Abschluss der zweiten Reformüberprüfung. Dieser Abschluss ist Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Kredittranche an Athen. Nach Angaben eines hohen EU-Vertreters stehen die Chancen “fünfzig zu fünfzig”, dass die Eurogruppe am Montag zu einer Einigung kommt. Diese war vor Wochen in Aussicht gestellt worden, nachdem sich die Gläubiger-Vertreter und die griechische Regierung auf den Abschluss eines weiteren Reformpakets geeinigt hatten.
faz.net

Koalition einigt sich beim Länderfinanzausgleich: Union und SPD haben sich über noch offene Fragen bei der geplanten Bund-Länder-Finanzreform verständigt. Offen war zuletzt noch gewesen, wie ausgeschlossen werden kann, dass es durch die vorgesehene Verkehrsinfrastrukturgesellschaft zu einer Privatisierung von Autobahnen kommt. Die Lösung: zusätzliche Privatisierungsschranken im Grundgesetz. Das Gesetzespaket sollte eigentlich an diesem Freitag vom Bundestag beschlossen werden. Die Abstimmung war dann aber wegen des Klärungsbedarfs zu den Autobahnen vertagt worden. Es wird damit gerechnet, dass die Reform, die auch Änderungen des Grundgesetzes einschließt, nun in der nächsten Sitzungswoche Ende Mai/Anfang Juni vom Parlament verabschiedet wird.
faz.net, sueddeutsche.de

EZB steht vor Kurswechsel: Die geldpolitische Wende der EZB zeichnet sich immer deutlicher ab. Das liegt vor allem daran, dass die Wirtschaft im Euroraum stärker wächst und die Preise steigen. Im April in der Eurozone um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das entspricht dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Wert von “unter, aber nahe” zwei Prozent. So sagte EZB-Direktor Yves Mersch in der vergangenen Woche, dass die Zeit für eine Debatte darüber bald reif sei.
handelsblatt.com

Audi verlängert Vertrag mit Rupert Stadler: Trotz der Querelen um den Dieselskandal wird der Audi-Aufsichtsrat den Vertrag von Vorstands-Chef Rupert Stadler um fünf Jahre verlängern. Stadler hatte beteuert, von den aufgedeckten Manipulationen an Dieselmotoren des Autoherstellers nichts gewusst zu haben. Der entlassene Chef der Motorenentwicklung, Ulrich Weiß, hatte den Firmenchef schwer belastet, Interne Ermittlungen gegen ihn laufen aber noch. Somit kann Stadler befreit, wenn auch angeschlagen, bei der heutigen Hauptversammlung vor die Aktionäre treten.
spiegel.de

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EU stoppt Mautverfahren gegen Deutschland: Der jahrelange Streit über die Pkw-Maut zwischen Brüssel und Berlin ist offiziell beigelegt. Nach den bereits im Dezember vereinbarten Zugeständnissen der Bundesregierung hat die EU-Kommission ihr Verfahren gegen Deutschland nun eingestellt. Es gebe nun keine Diskriminierung ausländischer Fahrer mehr, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die Maut soll nach Planungen der Bundesregierung ab 2019 fällig werden.
spiegel.de

Autohändler attackieren VW: In einem wohl beispiellosen Vorgang attackiert der Verband von 2.400 deutschen VW-Autohäusern den eigenen Konzern und wirft ihm in der Affäre schlechten Stil und massive Fehler vor. “Das Vertrauen zwischen Händlern und VW ist massiv belastet”, sagt Dirk Weddigen von Knapp, Präsident des Händlerverbands der Süddeutschen Zeitung. Er vertritt in Deutschland alle 2.400 Partnerstandorte – Autohäuser von VW, Audi und den Nutzfahrzeugen des Konzerns. Die Händler fühlen sich in der Abgasaffäre im Stich gelassen. Es geht um technische Probleme, die finanziellen Folgen Zehntausender Klagen von Kunden und massiven Druck des getroffenen Konzerns auf die Geschäfte der Händler.
sueddeutsche.de

US-Märkte haben Angst vor Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump handelsblatt.com
Boeing liefert erste 737 Max aus sueddeutsche.de
Kuriere von Deliveroo und Foodora gehen für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Darf Google Patientendaten verwenden?: Die Google-Tochter Deep Mind arbeitet schon länger mit dem staatlichen britischen Gesundheitssystem NHS zusammen.  Deep Mind hat eine App entwickelt, die Ärzte und Krankenpfleger nach einer Testphase mittlerweile in mehreren Krankenhäusern in London tatsächlich in der täglichen Praxis ausprobieren. Die App soll  dabei helfen herauszufinden, ob ein Patient anfällig ist für akutes Nierenversagen. Die Rückmeldungen seitens der Mediziner sind positiv. Überschattet wird dies jedoch durch eine laufende Untersuchung über die Frage, ob die Kooperation zwischen der Google-Tochter und dem NHS rechtlich einwandfrei ist. Um der Medizin-App das Diagnostizieren beizubringen, hat die britische Gesundheitsbehörde den Deep-Mind-Forschern nämlich die Daten von 1,6 Millionen Patienten zur Verfügung gestellt.
faz.net

Bundesverwaltungsgericht: Sonntags bleiben die Geschäfte zu: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat der Gewerkschaft Ver.di Recht gegeben, die in einer Klageserie seit Jahren bundesweit gegen verkaufsoffene Sonntage vorgeht. Die Entscheidung hat Signalwirkung. In vielen Städten werden Veranstaltungen wie Straßenmodeschauen, Mittelaltermärkte oder Stadtfeste als Anlass für die Sonntagsöffnung genommen. “Als Sachgrund reicht das alleinige Umsatz- und Erwerbsinteresse der Handelsbetriebe und das Shoppinginteresse der Kundschaft nicht aus”, so die Leipziger Richter. Eine fatale Entscheidung für Einzelhändler, die dringend Konzepte im Wettbewerb mit Internetshops suchen.
welt.de

– ANGEZÄHLT –

Etwa 190 Millionen Euro haben Exil-Kosovaren im vergangenen Jahr in ihre Heimat überweisen. Für das Kosovo ein immer noch viel zu wichtiger Wirtschaftsfaktor.
welt.de

– ZITATE –

“Was ist das? … Das ist das Signal für das Ende ihrer Geldpolitik.”

EZB-Präsident Präsident Mario Draghi wird bei einer Rede vor dem niederländischen Parlament durch eine Glocke unterbrochen. Er ist kurz irritiert. Daraufhin erlaubt sich ein Parlamentarier mit einem Zwischenruf einen Scherz.
handelsblatt.com

“Der legale Vertriebsweg über Onlinestores wird zum Betreiben illegaler Geschäfte ausgenutzt. Fälscher nutzen zunehmend das World Wide Web, um ahnungslose Verbraucher zu täuschen und ihnen die gefälschten Produkte direkt zu verkaufen und die Güter zu versenden.”

Der Rechtswissenschaftler Arndt Sinn präsentierte am Dienstag die neue Studie “Wirtschaftsmacht Organisierte Kriminalität: Illegale Märkte und illegaler Handel” in Berlin.
tagesspiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Polizei vertuschte Versagen im Fall Amri
Bamf findet Fehler bei Asylverfahren
Gespräche mit Jordanien über Incirlik-Alternative
Trump fühlt sich unfair behandelt

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Der Bierpreis bleibt entfesselt: Die Oktoberfest-Wirte können weiter den Preis für die Maß Bier selbst bestimmen. Nach einer heftigen Debatte ist die von Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) geplante Bierpreisbremse am Mittwoch vom Münchner Stadtrat kassiert worden. Auch dem Vorschlag für einen zusätzlichen Tag zur Verlängerung des Volksfestes verweigerten die Stadträte ihre Zustimmung. Schmid wollte den Bierpreis für drei Jahre bei 10,70 Euro deckeln, dem Höchstpreis des Vorjahres.
spiegel.de

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