Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 16. November 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 16. November 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Stuttgart 21 wird teurer: Stuttgart 21 droht zum Desaster zu werden. Die Fertigstellung wird sich stand jetzt um zwei Jahre verzögern und damit werden auch die Kosten die bislang veranschlagten 6,5 Milliarden Euro übersteigen. Auch weil die Ausschreibungen weiterer Bauarbeiten wegen des generellen Baubooms teurer ausfallen, überprüfen externe Gutachter derzeit Zeitplan und Kosten. Die Bahn erhielt laut Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla “exorbitant” von den Kalkulationen abweichende Angebote.
sueddeutsche.de

Deutsche Autobauer profitieren von Kinderarbeit: Amnesty International wirft in dem aktuellen Bericht “Time to recharge” Elektronikherstellern wie Apple, Samsung oder Sony aber auch deutschen Autoherstellern wie Daimler, BMW und VW vor, von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo zu profitieren. Mehr als die Hälfte des weltweiten Kobaltbedarfs stammt aus den Minen des zentralafrikanischen Landes. Keines der 29 untersuchten Unternehmen sei den Sorgfaltspflichten zur Offenlegung und Unterbindung von Menschenrechtsverletzungen nachgekommen. Der steigende Bedarf nach effizienten Energiespeichern unter anderem in Elektroautos und Smartphones sorgt für eine steigende Nachfrage nach dem Rohstoff.
spiegel.de

US-Investor Cerberus steigt bei Deutscher Bank ein: US-Finanzinvestor Cerberus steigt bei der Deutschen Bank ein. Aus einer Stimmrechtsmitteilung vom Mittwoch geht hervor, dass die Amerikaner mittlerweile drei Prozent der Stimmen halten. Cerberus ist seit dem Sommer auch mit 5,01 Prozent bei der Commerzbank beteiligt. An den Börsenmärkten hat die Mitteilung Spekulationen über eine Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank geschürt. Aktien der Deutschen Bank drehten ins Plus. Titel der Commerzbank konnten ihre Verluste eingrenzen.
faz.net

OECD attestiert Deutschland gute Lebensqualität: Der Wohlstandsindex der OECD zeigt: Alle untersuchten Kategorien für Deutschland haben sich zwischen den Jahren 2005 und 2015 verbessert. In dem Bericht “How’s Life?” misst die OECD ihre Mitgliedsländer nicht nach Bruttoinlandsprodukt, sondern nach Kriterien wie Einkommen, Lebenszufriedenheit, gesellschaftlichem Vertrauen, Forschungsinvestitionen, Bildung, Umweltzustand oder ehrenamtlichem Engagement. Ein Wermutstropfen: Was die Einkommensverteilung angeht, ist Deutschland im OECD-Vergleich nur Durchschnitt.
faz.net

Müssen Händler Matratzen zurücknehmen? Diese Frage muss nun der Europäische Gerichtshof beantworten. Denn der Bundesgerichtshof (BGH) legte die entsprechende Frage am Mittwoch den Richtern in Luxemburg vor. Der Streit begann im Jahr 2014. Damals bestellte ein Privatmann die “Dormiente Natural Basic” zum Preis von knapp 1.200 Euro im Internethandel. Nach ein paar Tagen stellte der Käufer aber fest, dass die Matratze nichts für ihn war und forderte den Händler auf, das Teil wieder abholen zu lassen und ihm den Kaufpreis zu erstatten. Die Schutzfolie hatte er allerdings von der Matratze entfernt. Der Händler nahm die Dormiente nicht zurück. Nun wird seit Jahren vor Gericht gestritten, wer die Kosten trägt.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Telekom-Tochter zieht nach Berlin: Die Telekom-Tochter Detecon kommt nach Berlin. Am Mittwoch eröffnete die Technologie- und Managementberatung ein “Digital Engineering Center” in der Hauptstadt. “Berlin ist im letzten Jahrzehnt zum Innovations-Hotspot und zur Gründermetropole Europas geworden”, sagte Detecon-Chef Heinrich Arnold dem Tagesspiegel. Schwerpunkte sollen die Themen Cybersicherheit, Datenanalyse, Industrielles Internet der Dinge und Co-Innovation sein. Zunächst sollen dort zwischen 20 und 30 Mitarbeiter eingestellt werden. Das Innovationszentrum zieht in die Winterfeldtstraße, wo die Deutsche Telekom unter anderem auch schon die Innovation Laboratories und den Startup-Inkubator Hubraum betreibt.
tagesspiegel.de

Größter Auftrag der Firmengeschichte: Airbus verkauft 430 Jets für 42 Milliarden Euro an US-Investor spiegel.de
Hypo-Vereinsbank-Chef Theodor Weimer soll neuer Börsenchef werden faz.net
Gericht verbietet kostenlose Wetter-App des Deutschen Wetter Dienstes handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

IG Metall fordert neue Arbeitszeitregeln: In der Metall- und Elektrobranche haben die Tarifverhandlungen begonnen. Gefordert werden sechs Prozent mehr Lohn sowie ein Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung samt finanziellem Teilausgleich. So sollen Beschäftigte ihre Arbeitszeit vorübergehend von 35 auf bis zu 28 Stunden pro Woche senken können. Das Modell solle nach dem Willen der Gewerkschaft allen offenstehen und auch Geringverdienern eine Verkürzung der Arbeitszeit ermöglichen. Arbeitgeber halten die Vorschläge allerdings für nicht umsetzbar.
spiegel.de

Arbeitnehmer haben keine Angst vor Kündigung: Die neue Studie “Gute Arbeit” des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt: Arbeitnehmer werden immer selbstbewusster. So haben 90 Prozent der Beschäftigten keine Sorge mehr um ihren Arbeitsplatz. Sorgen machen sich dagegen viele um ihre Rente. 80 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass ihre Alterssicherung reichen wird. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehen viele wegen der Ausdehnung der Arbeitszeit skeptisch. Ein Lob gibt es für den Chef: eine große Mehrheit fühlt sich wertgeschätzt und empfindet den Arbeitsablauf als effizient geplant.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

Bis zu 2 Billionen Euro könnte in den nächsten 33 Jahren die CO2-Minderung auf 85 Prozent gegenüber 1990 kosten, auch weil dann die Kapazität der Windkraft- und Photovoltaikanlagen auf ein Fünf- bis Siebenfaches anwachsen müsste.
faz.net

– ZITATE –

“Die Schere zwischen Arm und Reich ist nur durch eine viel stärkere Besteuerung großer Einkommen und Vermögen zu verringern.”

Matthias Miersch, Sprecher der SPD-Linken, fordert eine “Renaissance des Staates”, reine Marktgläubigkeit könne es nicht richten.
handelsblatt.com

“Die Sparanstrengungen führen allerdings dazu, dass die Lebensqualität in der betroffenen Stadt weiter sinkt und die Lebensverhältnisse zwischen reichen und armen Städten immer weiter auseinandergehen, was erheblichen gesellschaftlichen Sprengstoff birgt.”

Bernhard Lorentz, Partner bei der Unternehmensberatung EY, hat die finanzielle Lage der Kommunen analysiert und festgestellt: vielen Kommunen steht das Wasser bis zum Kopf.
welt.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Grüne akzeptieren offenbar Aufnahmezentren für Asylbewerber
Berlin kritisiert russisches Mediengesetz
Nordkoreas Staatszeitung berichtet von Todesurteil gegen Trump
Altkanzler Schröder rechnet mit Neuwahlen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Superstau in der Wüste Gobi: In der Wüste Gobi stauen sich derzeit tausende LKWs. Insgesamt ist die Schlange 130 Kilometer lang. Die Kohlelieferungen aus der Mongolei nach China sind in der ersten Jahreshälfte um das Vierfache gestiegen. Doch die Grenzen sind ein Nadelöhr. An beiden Seiten herrscht Personalmangel. Häufige Unfälle sorgen für weitere Verzögerungen. Und seit einigen Wochen hat China aus Angst vor Schmuggel die Kontrollen sogar noch einmal verschärft. Eine Bahnverbindung zwischen den Kohleminen in der Mongolei und China sollte das Problem eigentlich lösen. Wegen Finanzierungsproblemen steckt das Projekt fest, eine Fertigstellung ist nicht abzusehen.
handelsblatt.com

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