Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 16. März 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 16. März 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Razzia bei Audi: Die Staatsanwaltschaft München II hat wegen der Diesel-Abgasaffäre bei Audi ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung eingeleitet. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Am Morgen waren bereits Büroräume in der Audi-Zentrale in Ingolstadt durchsucht worden. Ein Unternehmenssprecher sagte am Mittwoch, die Durchsuchung habe kurz vor der Jahrespressekonferenz mit Audi-Chef Rupert Stadler begonnen.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Auch für Renault wird es eng: Schwere Vorwürfe gegen den Autobauer Renault. Die französische  Behörde für Wettbewerb, Verbraucher und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) wirft Renault vor, schon seit mehr als 25 Jahren Strategien zu verfolgen, um bei Abgastests zu betrügen. Einige dieser Praktiken seien schon 1990 eingeführt worden.
tagesspiegel.de, faz.net, handelsblatt.com

Glyphosat: Entlastung und neue Vorwürfe: Die EU-Chemikalienagentur Echa entlastet Monsanto und spricht das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat frei von Krebsverdacht. In der Vergangenheit hatten widersprüchliche Studien eine einheitliche Zulassung durch die EU verhindert. Doch zeitgleich wird ein schwerer Verdacht publik: Nach einem Bericht der New York Times soll Monsanto Wissenschaftler und Studien beeinflusst haben.
sueddeutsche.de

PKW-Maut frühestens ab 2022: Die Maut für Autofahrer in Deutschland kann einem Bericht zufolge frühestens 2020 erhoben werden. Dies geht aus den Ausschreibungsunterlagen hervor. Den Dokumenten sei auch zu entnehmen, dass das geplante System zur Erhebung der Abgabe teurer werde als geplant und mehr Mitarbeiter zur Kontrolle erfordere als vorgesehen. Das Verkehrsministerium: Der Bericht basiere offensichtlich auf alten Unterlagen und sei nicht aktuell.
tagesspiegel.de

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Eon macht 16 Milliarden Verlust: Eon musste den Wert seiner konventionellen Kraftwerke im vergangenen Jahr um elf Milliarden Euro nach unten korrigieren. Zuzüglich einiger Milliarden aus Währungsverlusten und für den Kernenergieausstieg verbuchte Eon in Summe einen Konzernfehlbetrag von 16 Milliarden Euro. Diesen Miesen “steht jedoch die Befreiung des Unternehmens von Lasten der Vergangenheit gegenüber”, hieß es am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz in Essen. Die konventionelle Kraftwerkswirtschaft hatte Eon in das neue Unternehmen Uniper abgespalten und an die Börse gebracht.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Piloten einigen sich mit Lufthansa: Nach einer grundsätzlichen Einigung des Unternehmens mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit vom Mittwoch sind Streiks der Flugzeugführer vom Tisch. Die Parteien haben sämtliche tarifpolitischen Streitpunkte in dem Konflikt beigelegt, der bislang zu 14 Pilotenstreiks geführt hatte. Die Vereinbarungen unter anderem zu Gehältern und Betriebsrenten sollen bis Juni 2022 gelten, teilte Lufthansa am Mittwoch in Frankfurt mit. Dabei akzeptieren die Piloten unter anderem die Umstellung der Betriebsrenten auf Festbeiträge.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Lux-Leaks-Whistleblower Antoine Deltour und Raphaël Halet auch im Berufungsverfahren verurteilt sueddeutsche.de
US-Präsident Trump will Umweltregeln für Autobranche überprüfen faz.net
Fernverkehr der Bahn legt auf vier Milliarden Euro Umsatz zu handelsblatt.com

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– STRATEGIE & MANAGEMENT –

DIW mahnt mehr Investitionen an: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent und von 1,7 Prozent für 2018. In den nächsten zwei Jahren sollen 1,5 Millionen neue Jobs entstehen. Doch DIW-Präsident Marcel Fratzscher ist nicht wirklich zufrieden. Statt 23,7 Milliarden Euro wie im Jahr 2016 werden Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr nur noch ein Plus von 14,3 Milliarden Euro und 2018 von 8,6 Milliarden Euro erzielen. Statt Steuersenkungen fordert Fratzscher daher Investitionen.
tagesspiegel.de

DHL testet Lastenfahrräder: Das Logistigunternehmen DHL hat in Frankfurt damit begonnen City-Hubs zu testen.Bei einem City-Hub handelt es sich um einen Anhänger, auf dem bis zu vier kleine Container mit Express-Sendungen lagern können. Diese werden dann auf einem Liegerad mit vier Rädern mit Muskelkraft ausgeliefert. DHL verspricht sich von diesem Verteiler-Prinzip eine höhere Flexibilität und Zeitersparnis. Ein Nebeneffekt: Das Ganze ist auch noch umweltfreundlich.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

Auf die spanne zwischen 0,75 und 1 Prozent wurde der Leitzins der US-Notenbank Fed um einen Viertelpunkt erhöht. Fed-Chefin Janet Yellen stellt weitere Erhöhungen für dieses Jahr in Aussicht. Damit verlässt die Fed die Strategie der lockeren Geldpolitik.
handelsblatt.com

– ZITATE –

“Trotz der Tagesaktualität würden wir uns wünschen, würde ich mir wünschen, dass wir uns auf das vergangene Geschäftsjahr konzentrieren.”

Audi-Chef Rupert Stadler findet bei der Präsentation der Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 nur wenige Worte zu den Durchsuchungen vom Morgen.
sueddeutsche.de

“Deregulierungen vorzunehmen in der Hoffnung, damit die Wirtschaft zu stimulieren, könnte nach hinten losgehen.”

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat auf einer Tagung des internationalen Bankenverbands IIF in Frankfurt US-Präsident Trump davor gewarnt, die Regeln für Banken aufzuweichen.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Rutte-Partei ist stärkste Kraft in den Niederlanden
Paket mit Sprengstoff in Finanzministerium gefunden
Gabriel dringt auf konsularische Betreuung von Yücel
Schäuble warnt vor überzogenen Wahlversprechen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

München streitet um den Bierpreisdeckel: In Bayern sind bereits Kriege ums Bier geführt worden.  So kam es rund um den 1. Mai 1844  in München zu mehrtägigen Straßenschlachten nach einer Bierpreiserhöhung. Dagegen ist, das, was sich zurzeit in der bayerischen Landeshauptstadt abspielt, fast harmlos. Josef Schmid (CSU), stellv. Bürgermeister, war im Februar mit dem Plan vorgeprescht, den Bierpreis auf dem Oktoberfest auf höchstens 10,70 Euro zu deckeln. Die Wirte wehrten sich prompt und warfen Schmid Populismus vor und sprachen von einem “Machtdiktat”. Oberbürgermeister Dieter Reiter, selbst von der Initiative überrumpelt, versucht zu schlichten, der Streit schade dem Ansehen Münchens.
wdr.de (Mai 1844), faz.net (Bierpreisdeckel)

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