Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 14. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 14. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Wieder Flugausfälle bei Air Berlin: Das Chaos um Flugausfälle bei Air Berlin wegen zahlreicher Krankmeldungen bei den Piloten hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt. Ähnlich wie am Tag zuvor meldeten sich rund 150 Piloten krank und dutzende Flüge mussten gestrichen werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt forderte die Piloten auf, an die Arbeit zurückzukehren. Es müsse weiterhin mit “Verspätungen und Flugausfällen gerechnet werden”, heißt es bei Air Berlin. Mittlerweile wurde ein weiterer Bieter bekannt: Die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, LinkGlobal, habe ihr Interesse an einer Übernahme schriftlich mitgeteilt. Auch Niki Lauda will zusammen mit Thomas Cook und dessen Tochter Condor für Teile von Air Berlin bieten.
tagesspiegel.de (Verspätung), spiegel.de (China), handelsblatt.com (Niki Lauda)

Deutsche Börse sucht Einigung mit Staatsanwaltschaft: Mit einer freiwilligen Strafzahlung von 10,5 Millionen Euro versucht die Deutsche Börse ein Verfahren gegen ihren Konzernchef Carsten Kengeter abzuwenden. Aufsichtsrat und Vorstand haben sich verständigt, entsprechende Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt aufzunehmen. Die Vorwürfe wegen Insiderhandel und unterlassener Mitteilung teile man zwar nach wie vor nicht, wolle die Strafe aber akzeptieren, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden.
faz.net, spiegel.de, handelsblatt.com

Großteil des Einkommens geht für die Miete drauf: Die Wohnungsnot in deutschen Großstädten belastet arme Menschen überdurchschnittlich. Während besser verdienende Haushalte im Durchschnitt gut 17 Prozent ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete ausgeben müssen, sind es bei den Haushalten an der Armutsgrenze 39,7 Prozent, heißt es in einer Studie der Humboldt-Universität. Haushalte mit geringeren Einkommen lebten demnach in schlechterer Qualität, auf kleinerer Fläche und hätten eine deutlich höhere Mietbelastung zu tragen.
tagesspiegel.de, spiegel.de, handelsblatt.com, sueddeutsche.de

Schäuble bremst bei Ausweitung der Eurozone die Euphorie: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble begrüßt zwar grundsätzlich eine Erweiterung der Eurozone wie sie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner “State of the Union”-Rede vor dem EU-Parlament vorgeschlagen hat, mahnt aber an, dass dies nur möglich sei, wenn die Staaten die Stabilitätskriterien einhalten würden. Das Beispiel Griechenland würde zeigen, wie wichtig es für Länder sei, alle Kriterien für die Gemeinschaftswährung zu erfüllen.
spiegel.de

EU will grenzüberschreitendes autonomes Fahren: Geht es nach dem Willen der EU-Kommission soll Europa US-Konzernen wie Google oder Tesla beim autonomen Fahren Paroli bieten. Die zuständigen EU-Kommissare Marija Gabriel und Günther Oettinger wollen deswegen am Freitag neue europäische Testregionen für das grenzüberschreitende autonome Fahren ankündigen. Konkret geht es um die Routen Rotterdam-Antwerpen-Eindhoven zwischen den Niederlanden und Belgien, um Porto-Vigo und Merida-Evora zwischen Spanien und Madrid sowie den Korridor zwischen Tromsø (Norwegen) und Oulu (Finnland).
faz.net

Nahles will nicht am Kündigungsschutz für Banker rütteln: Arbeitsministerin Andrea Nahles will im Rahmen der Brexit-Diskussion nichts am weitreichenden Kündigungsschutz ändern. Sie werde kein Kündigungsrecht für Spitzenbanker einführen, das müsse sie leider ablehnen, sagte die Ministerin. Nahles wandte sich damit gegen Überlegungen in der CDU, für Spitzenbanker eine Sonderregelung zu schaffen, um ihren Arbeitgebern, den Londoner Großbanken, Frankfurt als neuen Standort schmackhaft zu machen.
spiegel.de

Hurrikan-Schäden gefährden das Gewinnziel beim Rückversicherer Munich Re handelsblatt.com
Haftbefehl gegen Audi-Manager außer Vollzug gesetzt sueddeutsche.de
Investor plant Angebot für Constantin Medien n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Digitalwirtschaft für Berlin wichtiger als Industrie: Seit 2008 sind in Berlin mehr als 36.000 neue Stellen in der Digitalwirtschaft entstanden, zeigt eine Studie der Investitionsbank Berlin, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Alles in allem sind in diesem Bereich nun 77.000 Menschen beschäftigt. Jeder achte neue Arbeitsplatz entsteht in der Digitalbranche. Doch nicht nur für den Arbeitsmarkt sind die Onlineunternehmen zum gewichtigen Faktor geworden. 9,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften sie, 20 Prozent des Berliner Wirtschaftswachstums.
tagesspiegel.de

Befristungen nehmen zu: Fast jeder Zweite der neu eingestellte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hat im vergangenen Jahr nur einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Besonders deutlich stieg der Anteil bei Beschäftigten zwischen 30 und 39 Jahren: Wurden 2015 noch 38 Prozent von ihnen befristet eingestellt, waren es 2016 bereits 49 Prozent.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

4.600 Ausbildungsplätze waren im August in Berlin noch unbesetzt.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Sie können das Auto nicht in der Mitte der Straße stoppen und darauf warten, dass es nach dem neuen Netzwerk sucht. Dies ist einer der Hauptgründe für die grenzüberschreitende Prüfung auf öffentlichen Straßen.”

Die EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft, Marija Gabriel, findet, grenzüberschreitendes autonome Fahren braucht eine grenzüberschreitende digitale Infrastruktur.
faz.net

“Der jüngste Anstieg des Bitcoin ist schlimmer als die Tulpenzwiebelblase im 17. Jahrhundert und wird nicht gut enden.”

Der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, hat die Digitalwährung Bitcoin mit scharfen Worten kritisiert und als “Betrug” bezeichnet.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Regierung begrüßt Juncker-Vorstoß
Alice Weidel soll Asylbewerberin schwarz beschäftigt haben
Schulz wirft Merkel Arroganz vor
De Maiziere verteidigt Abschiebung nach Afghanistan

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Gericht kippt Strandgebühren: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden: Eintrittsgebühren für zwei Strände der niedersächsischen Nordseeküste sind rechtswidrig. Das Urteil könnte nun Auswirkungen auch auf andere Strandgebühren haben. Denn, so die Richter, die Reinigung und Pflege des Strandes allein würde Gebühren nicht rechtfertigen. Nur wenn zum Beispiel durch Umkleiden oder Toiletten für eine höhere Badequalität gesorgt werde, seien höhere Gebühren möglich.
faz.net

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