Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 14. Dezember 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 14.Dezember 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Air-Berlin-Tochter Niki stellt Flugverkehr ein: Die Fluggesellschaft Niki ist nach Angaben der Berliner Justiz zahlungsunfähig. Eine Sprecherin der Berliner Zivilgerichte bestätigte am Mittwochabend den Eingang eines Insolvenzantrags für den österreichischen Ableger von Air Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg. In einer Erklärung der Airline vom Mittwoch hieß es, der Flugbetrieb werde am 14. Dezember beendet. Zuvor hatte sich die Lufthansa kurzfristig gegen eine Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Niki entschieden – weil die kartellrechtlichen Bedenken der EU-Kommission zu groß waren.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Großzügige Entschädigung für Bahn-Kunden: Für die Kunden auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München hat die Bahn eine außergewöhnliche Kulanz angekündigt: Verspäten sich die Züge um mehr als eine Stunde, gibt es den vollen Preis zurück und zusätzlich einen Reisegutschein in Höhe von mindestens 50 Euro. Die besondere Regelung gilt zunächst bis zum Jahresende. Den Start der neuen Verbindung nannte die Bahn nun offiziell als “missglückt”. Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, macht der Bahn derweil schwere Vorwürfe. Die Lokführer seien viel zu spät an der neuen Technik geschult worden.
tagesspiegel.de, faz.net (Entschädigung), sueddeutsche.de (Lokführer)

Fed erhöht erneut den Leitzins: Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen erneut erhöht. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld steigt um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent, wie die Fed am Mittwoch mitteilte. 2018 sollen drei weitere Schritte nach oben folgen, wie aus dem Zinsausblick der Währungshüter hervorgeht. Sie reagieren damit auf den konjunkturellen Aufschwung in den USA, wo praktisch Vollbeschäftigung herrscht. Es dürfte die letzte große Entscheidung von Fed-Chefin Janet Yellen gewesen sein, die Anfang Februar abtritt.
tagesspiegel.de, spiegel.de, handelsblatt.com, welt.de

Facebook ändert Steuerpraxis: Facebook hat bislang einen Großteil der europäischen Umsätze in Irland versteuert. Das soll sich nun ändern. “Werbeeinnahmen werden nicht mehr von unserem internationalen Hauptsitz in Dublin erfasst werden, sondern von unserer lokalen Gesellschaft in diesem Land”, kündigte Facebook-Finanzchef Dave Wehner an. Die Umstellung der Strukturen soll im kommenden Jahr beginnen und bis zur Jahresmitte 2019 in allen Ländern umgesetzt werden, in denen Facebook eigene Büros hat. Der Konzern reagiert damit auf die Kritik, er würde in Europa Steuern vermeiden.
sueddeutsche.de, tagesspiegel.de

Niederlande klagen gegen deutsche PKW-Maut: Auch die Niederlande wollen gegen Deutschlands PKW-Maut klagen und schließen sich Österreich an. Die deutsche Regelung verstoße gegen europäisches Recht, heißt es zur Begründung. Die Bürgermeister grenznaher Städte begrüßten den Schritt. Österreich hatte bereits im Oktober Klage gegen Deutschland eingereicht. Die Niederlande fürchten wirtschaftliche Nachteile für die Grenzregion und hohe Kosten für Autofahrer.
faz.net

Phosphat darf im Döner bleiben: Der Döner darf bleiben, wie er ist. Eine knappe Mehrheit des EU-Parlaments stimmte dafür, dass der Döner auch weiterhin mit einer geringen Phosphatzugabe haltbarer gemacht werden darf. Die CDU-Abgeordnete Renate Sommer aus Nordrhein-Westfalen hatte vor der Abstimmung vor den schwer verdaulichen Folgen eines Phosphat-Verbots gewarnt: “Ohne Phosphat kein Döner, sondern ein zusammengesackter Fleischhaufen – ein Hygienerisiko.” Die SPD-Abgeordnete Susanne Melior sah das ganz anders: “Was Sie hier machen, ist Panikmache auf hohem Niveau”, warf sie Sommer vor. Der Döner sei mitnichten gefährdet. Es gehe nur um eins: “Der Zusatz von Phosphaten ist für Fleischzubereitungen nicht zugelassen.”
tagesspiegel.de, welt.de

Studie: Image von Daimler und BMW in den USA litt durch Dieselskandal spiegel.de
Australische Zentralbank prüft Einführung eines digitalen Dollars handelsblatt.com
Tabakkonzerne fürchten heftige Anhebung der Tabaksteuer welt.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Deutschland Verlierer von Trumps Steuerreform: Deutschland droht zum Verlierer von US-Präsident Trumps Steuerreform zu werden. Nach einer Studie vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Universität Mannheim wird das neue System zur Unternehmensbesteuerung nicht nur den Steuerwettbewerb zwischen den USA und Europa anheizen, sondern auch zwischen EU-Mitgliedern um amerikanische Investitionen. Deutsche Unternehmen müssten demnach ihre Investitionen in den USA um ein Viertel ausweiten.
faz.net

Allianz für schnelles Internet: Die Telekom und der niedersächsische Energieversorger EWE wollen beim Glasfaserausbau zusammenarbeiten. Vor allem auf dem Land sollen zwei Milliarden Euro investiert werden. Auch andere Anbieter sollen die Infrastruktur nutzen können. Mitte 2018 solle es losgehen. Das Kartellamt muss allerdings noch grünes Licht geben.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

44.700.000 Tonnen Elektroschrott sind nach UN-Angaben im vergangenen Jahr auf dem Müll gelandet.
spiegel.de

– ZITATE –

“Frage an den Diesel-Judas: Was tragen Sie denn dazu bei, damit neue Technologien und emissionsfreie Kraftstoffe schneller kommen? Oder nur Abgreifen von noch mehr Subventionen?”

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer attackierte VW-Chef Müller am Mittwoch auf Twitter wegen seiner Forderung zur Abschaffung der Diesel-Subventionen.
faz.net

“Die spezifische Wortwahl von Frau Beer zu bewerten, überlassen wir lieber anderen. Wobei sich schon die Frage stellt, ob das die politische Diskussionskultur ist, die Deutschland voran bringt.”

Ein VW-Sprecher konterte die harsche Kritik von FDP-Generalsekretärin Nicola Beer und lud diese und FDP-Chef Christian Lindner zu einer Besichtigung der Forschungsabteilung nach Wolfsburg ein.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Union will mit der SPD sondieren
Islamischer Gipfel erkennt Ost-Jerusalem als Hauptstadt Palästinas an
Kurt Beck fordert höhere Entschädigungen nach Anschlägen
Niederlande klagen gegen deutsche Maut-Pläne

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Das ganze Jahr Schlussverkauf: Teppichhändler, Möbelverkäufer, Matratzen-Discounter: hier ist die Welt noch in Ordnung, hier herrscht fast das ganze Jahr über Schlussverkauf mit Preisnachlässen von bis zu 70 Prozent. Doch die Verbraucherzentralen warnen vor einer Masche. “Da es sich bei den Aktionen nicht um Produkte des täglichen Konsums handelt, fehlt den Kunden das Preisgefühl”, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Werbung mit angeblich hohen Rabatten sei daher der Versuch, Aufmerksamkeit zu bekommen und einen Verkaufsimpuls zu setzen.
sueddeutsche.de

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