Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 10. August 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 10. August 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Niederlande bestreitet Vorwürfe: Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) bestreitet, dass sie angeblich schon seit Ende 2016 über Fipronil in niederländischen Hühnereiern informiert sei. Der belgische Agrarminister Denis Ducarme hatte vor einem Ausschuss des belgischen Parlaments Vorwürfe gegen die niederländische Behörde erhoben. Was stimmt: Es hat wohl einen Hinweis gegeben, dass das Insektengift bei der Reinigung von Ställen zur Bekämpfung der Blutlaus eingesetzt worden sei.
spiegel.de

Hahn verkauft: Rheinland-Pfalz hat den Verkauf des defizitären Flughafens Frankfurt Hahn an eine Tochter des chinesischen HNA-Konzerns abgeschlossen. 82,5 Prozent Geschäftsanteil wechselten für 15,1 Millionen Euro den Besitzer. Die EU-Kommission hatte in der letzten Woche künftige Subventionen durch das Land genehmigt. Bis zu 25,3 Millionen Euro Betriebsbeihilfen sind bis 2024 möglich.
spiegel.de, n-tv.de

Anzeige
Tagesspiegel Politikmonitoring: Spezialpaket zur Bundestagswahl
Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur neuen Bundesregierung in vier Briefings: Wahlprogramme – Verbandspositionen – Koalitionsvertrag – Kontakte. Weitere Informationen finden Sie hier oder unter robert.hackenfort@tagesspiegel.de / +49 30 29021-11424

Katarkrise holt europäische Großbanken ein: Das Emirat Abu Dhabi will westliche Banken mit einem Boykott belegen, an denen der verfeindete Nachbar Katar Anteile hält. Betroffen wäre hier auch die Deutsche Bank. Die katarische Herrscherfamilie ist über zwei Fonds mit rund neun Prozent beteiligt. Betroffen sind auch Credit Suisse (fünf Prozent Beteiligung) und Barclays (sechs Prozent). “Was uns berichtet wurde, ist ein informeller Boykott, wir können da nichts tun”, zitiert die Financial Times einen der betroffenen Banker anonym.
handelsblatt.com

Facebook eröffnet zweites Löschzentrum: Facebook will die Zahl der Mitarbeiter, die sich in Deutschland um die Löschung von problematischen Inhalten kümmern, extrem ausweiten. Zu diesem Zweck wird in Essen ein zweites Löschzentrum für 500 Mitarbeiter eingerichtet. Auch in Berlin wird die Zahl der Mitarbeiter der Bertelsmann-Dienstleistungsfirma Arvato auf 700 erhöht, die sich dort um die Kontrolle der Inhalte kümmert. Hintergrund ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das Betreiber von Plattformen im Internet verpflichtet, strafbare Inhalte schneller zu löschen.
faz.net

Höherer Energieverbrauch: Die Deutschen haben im ersten Halbjahr 2017 deutlich mehr Energie verbraucht. Hintergrund sind die positive Wirtschaftsentwicklung und die niedrigen Temperaturen zu Jahresbeginn. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen nahm der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent zu. Profitiert haben von dem höheren Bedarf Mineralölprodukte und Erdgas aber auch Windenergie und Sonnenenergie.
faz.net

Disney steigt im Videostream-Dienst ein: Der US-Unterhaltungskonzern Disney steigt in den umkämpften Markt für Videostreaming ein. Ab 2019 wolle man neue Filme in den USA über einen eigenen Online-Videodienst anbieten, kündigte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss an. Daher kündigt Disney seine bisherige Partnerschaft mit dem Streaming-Pionier Netflix. Disney-Chef Bob Iger verspricht sich durch den Kurswechsel eine “viel stärkere Kontrolle über das eigene Schicksal in einem sich rasant ändernden Markt”.
tagesspiegel.de

Umwelthilfe kündigt Partnerschaft mit Telekom handelssblatt.com
VW will mit Fußball-Sponsoring sein Image aufpolieren sueddeutsche.de
Munich Re profitiert von geringeren Kosten für Naturkatastrophen n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Wo sich Start-ups zuhause fühlen: Helsinki ist der attraktivste Standort für Start-ups, zumindest aus Sicht der Mitarbeiter, ergibt eine Untersuchung der Zimmervermittlung Nestpick. Dabei wurden verschiedene Statistiken ausgewertet und in fünf Kategorien gewichtet: Anzahl von Start-ups und Investoren, Gehälter, Steuern und Soziales, Lebensqualität und wie bezahlbar die Stadt ist. Im weltweiten Vergleich von 85 Metropolen liegt Singapur ganz vorn, es folgen Helsinki und San Francisco. Berlin landet immerhin auf dem vierten Platz – vor Stockholm und Tel Aviv.
tagesspiegel.de

AfD: Partei der Angsthasen, nicht der Armen: Eine am Mittwoch vorgestellte Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, der Universität Paderborn und des Meinungsforschungsinstituts policy matters zeigt: Das Wählerspektrum der AfD ist sehr komplex. Ihre Anhänger verteilen sich über alle Einkommensklassen. Ihr Nettoeinkommen ist nur 18 Euro unter dem Durchschnitt, AfD-Wähler befinden sich nicht in einer finanziell prekären Situation. Was die AfD-Anhänger eint: “Sie beklagen weit häufiger als andere, in unserer Gesellschaft keine Rolle zu spielen”, interpretiert der Soziologe Richard Hilmer die Ergebnisse. Dabei gehe es um einen realen Abstieg in der Vergangenheit und einer Abstiegsangst in Bezug auf die Zukunft.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

51 Prozent der Befragten einer Studie von Pricewaterhouse Coopers finden, Künstliche Intelligenz löst bei ihnen negative Gefühle aus. 58 Prozent würden die Wohnung von Robotern putzen lassen, nur ein Drittel aber von einem selbstfahrenden Auto chauffieren lassen.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Technischer Fortschritt darf nicht zu gesellschaftlichem Rückschritt führen.”

Bundesjustizminister Heiko Maas fordert bei der Gesichtserkennung ein “digitales Antidiskriminierungsgesetz”.
tagesspiegel.de

“VW ist in Niedersachsen unantastbar. Der Niedersachse hängt eben an VW.”

Der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring erklärt in einem 2011 geführten Interview die Nähe von Politik und Volkswagen in Niedersachsen.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Schwarz-Gelb sprach mit VW Kommunikation
Hamburger Messerangreifer erwog offenbar Lkw-Attentat
CDU will Debatte über Gesetzesverschärfung für Gefährder
Justizminister Maas findet homophobe Attacken beschämend

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Jungs bekommen mehr Taschengeld: Der Gender Pay Gap beginnt bereits beim Taschengeld. So bekommen Jungen im Vorschulalter 20 Euro im Monat. Bei Mädchen sind es 17 Euro. In der Altersgruppe von sechs bis 13 Jahren bekommen Jungs 44 Euro und Mädchen 41 Euro. Und was kaufen sich Kinder gerne für ihr Geld? Kekse, Süßigkeiten, Kaugummi, aber auch Zeitschriften, Comics und Eis – und zwar geschlechtsübergreifend.
faz.net

morgenlage.tagesspiegel.de erscheint täglich als E-Mail-Newsletter gegen 6 Uhr. Für den Ausdruck hier ein PDF-Dokument herunterladen. Für ein kostenloses E-Mail-Abo einfach hier klicken oder eine E-Mail an abo-mw@tagesspiegel.de schicken.