Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 28. Juli 2015

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 28. Juli 2015

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Börsencrash in Shanghai: Die Kurse an der Schanghaier Börse fielen bis zum Handelsschluss um 8,5 Prozent . Das ist der heftigste Kurssturz seit dem Jahr 2007. In der Folge verlor der deutsche Aktienindex Dax ebenfalls bis zum Nachmittag zwei Prozent. So brach die Aktie des Volkswagen-Konzerns, der stark in China aktiv ist, um knapp 1,5 Prozent ein. Auch die Händler an der Wall Street erwarteten wegen des Schanghaier Kurssturzes eine schwache Woche.
faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Ifo-Index steigt im Juli: Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich im Juli aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist von 107,5 Punkten im Vormonat auf 108 Punkte gestiegen. Die befragten Unternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage nach einem Dämpfer im Vormonat deutlich besser, und auch für das kommende halbe Jahr waren sie wieder optimistischer.
spiegel.de

Aufsichtsrat genehmigt Grubes Sparkurs: Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat strukturellen und personellen Veränderungen im Konzern zugestimmt. Zum 1. August schrumpft der Vorstand von derzeit acht auf sechs Mitglieder. Neu in der Führungsriege ist der frühere Chef des Kanzleramts, Ronald Pofalla. Er soll bei der Bahn die Bereiche Recht, Regeltreue, Datenschutz und Konzernsicherheit verantworten. Allein in der Zentrale will die Bahn den Angaben zufolge bis 2020 rund 700 Millionen Euro sparen.
spiegel.de, zeit.de

Fiat Chrsyler muss in den USA Rekordstrafe zahlen: Wegen fehlerhafter Rückrufe ist der Autobauer Fiat Chrysler in den USA zu einer Rekordstrafe von 105 Millionen Dollar verdonnert worden. Das italienisch-amerikanische Unternehmen einigte sich am Sonntag mit der Verkehrssicherheitsbehörde auf eine Reihe von Sanktionen. So kauft der Konzern Kunden wegen Schwierigkeiten bei Rückrufaktionen mehr als 500.000 Wagen wieder ab. Betroffen sind demnach Transporter des Modells Ram, das zu den Verkaufsschlagern von Fiat Chrysler zählt.
handelsblatt.com

Stühlerücken bei VW: Die Absatzprobleme in den größten Märkten China und den USA sowie die Renditeschwäche der Kernmarke VW werden am Mittwoch noch einmal ins Bewusstsein der Aktionäre rücken. Dann legt VW die Bilanz fürs erste Halbjahr vor. Umso wichtiger ist es dem Konzern selbst, in den nächsten Wochen Schritt für Schritt einen geordneten Generationswechsel einzuleiten. Für Vorstandschef Martin Winterkorn, Personalchef Horst Neumann und Finanzchef Hans Dieter Pötsch müssen Nachfolger gefunden werden.
handelsblatt.com

Reform des Investmentsteuergesetzes: In der vergangenen Woche hat das Bundesfinanzministerium einen Diskussionsentwurf zur Reform des Investmentsteuergesetzes vorgelegt. Bislang wurden Investmentfonds in Deutschland nicht besteuert, sondern lediglich die Anleger, die Fondsanteile hielten. Das hatte vor allem zur Folge, dass in Deutschland beheimatete Publikumsfonds die im Gesetz vorgesehene Kapitalertragssteuer in Höhe von 15,825 Prozent auf Dividenden deutscher Unternehmen und Einkünfte aus deutschen Immobilien zurückerstattet erhielten.
faz.net

Ratiopharm-Mutter Teva kauft Generika-Sparte des US-Konzerns Allergan handelsblatt.com
Trotz Umsatz- und Gewinnplus sinkt der Kurs von Ryanair handelsblatt.com
Gewinn bricht bei Foto-Hersteller Canon um fast 20 Prozent ein spiegel.de
Französische Bauern zwingen deutsche Lastwagen zur Umkehr nzz.ch
US-Fluggesellschaft Delta steigt bei China Eastern ein nzz.ch
Krauss-Maffei Wegmann und Nexter stehen kurz vor Fusion spiegel.de

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EEMGewerbe kann bei Strom und Gas massiv sparen: Die „Energie-Einkaufsgemeinschaft des deutschen Mittelstandes“ hat erneut zwei günstige Rahmenverträge für Strom und Erdgas verhandelt. Viele Betriebe sparen damit über ein Viertel ihrer Energiekosten ein. Wie viel Ihr Betrieb sparen kann, zeigt ein neuer Onlinerechner. Organisiert wird die Energie-Einkaufsgemeinschaft von DEKRA-zertifizierten Energie-Experten.
ampere.de, Telefon: 030/28 39 33-80

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Manager lernen von Künstlern: Laut dem Psychologen und Coach Roland Geschwill leben wir in einer Zeit der Umbrüche. Es bringt dabei Managern nichts auf Konformität zu setzen, sie müssen ähnlich wie Musiker und Künstler neue, eigene Ideen durchsetzen. Allianzchef Oliver Bäte zum Beispiel will eine neue Versicherungs-App auf den deutschen Markt bringen, die in Indien entwickelt wurde. Bei einem Autounfall macht der Kunde ein Foto vom Schaden, das sofort bei der Versicherung eingeht und als Grundlage des Gutachtens dient. Das würde Bürokratieabbau und Schnelligkeit bedeuten. Damit macht man sich im allerdings hierzulande im Konzern nicht nur Freunde.
karriere.de

Kündigung wegen rassistischer Äußerungen: Weil ein Lehrling bei Facebook gegen Flüchtlinge hetzte, wurde er gefeuert. Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer hält das für richtig. Sowohl in einem Arbeits- als auch Ausbildungsverhältnis sei ein solch rassistisches Verhalten ein Grund für eine fristlose Kündigung. Die Rechtslage ist aber nicht eindeutig. Viele Kollegen argumentieren, dass alles, was außerhalb des Arbeitsverhältnisses geschieht, nichts mit dem Arbeitsverhältnis zu tun hat. Und weil gerade bei Kündigungen niemand hundertprozentig voraussagen kann, wie die Richter am Ende urteilen werden. Zumal es für den vorliegenden Fall keine Parallelentscheidung und keine einschlägigen höchstrichterlichen Urteile gibt.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

82 Prozent der in einer Umfrage interviewten Führungskräfte halten ihre Schutzvorrichtungen gegen Datenklau für ausreichend. Zwei Drittel halte die Gefahr einer Cyberattacke in ihrem Unternehmen für niedrig. Experten sehen das aber anders.
spiegel.de

– ZITATE –

“Wer bei uns war, geht nicht zu Helpling zurück.”

Colego-Gründer Martin Sylvest Lavlundist ist von seinem Produkt überzeugt. Das dänische Dienstleistungsportal ist nun auch in Deutschland online. Anders als bei Konkurrenten wie Helpling werden nicht nur Putzkräfte, sondern auch Tischler, Anwälte oder Steuerberater vermittelt.
handelsblatt.com

“Also ich hatte vor, die Steuerdaten der griechischen Bürger zu hacken? Ich bin beeindruckt von der Fantasie meiner Verleumder.”

Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis zu Pressemeldungen, er hätte einen alten Bekannten mit dem Hacken der Steuerdaten beauftragt, um Griechenland wieder die Hoheit über die eigenen Steuerdaten zurück zu verschaffen, die den Gläubigern übergeben worden waren.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Flüchtlingsgipfel in Baden-Württemberg
Türkei will Angriffe auf Kurden fortsetzen
Verhandlungen in Griechenland
Deutscher General übernimmt Mali-Mission
Anschlag auf Auto von Freitaler Stadtrat

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Griechische Bahnspiele: Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) hat Interesse an einer Übernahme der griechischen Staatsbahn. Allerdings würde der Konzern dafür kein Geld bezahlen wollen, sagte ÖBB-Chef Christian Kern in einem Interview. Sollten man sich die griechische Bahn ernsthaft ansehen, würde er aber völlig ausschließen, einen positiven Kaufpreis zu bezahlen. Eigentlich soll Griechenland mit dem Verkauf von Staatsbetrieben den Haushalt sanieren. Das hätte aber nach Kern mit der Faktenlage nichts zu tun. Schließlich seien zum Beispiel 17 Prozent der griechischen Schienenwege nicht elektrifiziert.
spiegel.de

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