Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 21. März 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 21. März 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Enthüllungen über russische Geldwäsche in der EU: Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” sind mehr als 18,6 Milliarden Euro dubioser Herkunft zwischen 2010 und 2014 aus Russland in die EU geschoben worden. Über Briefkastenfirmen in Großbritannien und korrupten Richtern in Moldau wurde das Geld auf legale Konten im Westen transferiert. Damit seien Produkte im Einzelhandel oder online gekauft worden. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von 662 Fällen und 70.000 Überweisungen.
n-tv.de, sueddeutsche.de

Experten prophezeien Maut keinen Erfolg: Bei einer Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags haben mehrere Experten Zweifel an der Einnahmeerwartung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt für die PKW-Maut geäußert. Der Verkehrswissenschaftler Ralf Ratzenberger hatte bereits eine Analyse für den Autofahrerclub ADAC erstellt. Sein Fazit: Im besten Fall handelt es sich bei Einnahmen und Ausgaben um ein Nullsummenspiel.
n-tv.de

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Tagesspiegel Wirtschaftsclub lädt ein: „Wie wir Berlin bewegen.” mit Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Donnerstag, 23.03.2017, 19.00 Uhr, anschließend Get-together, Anmeldung: wirtschaftsclub@tagesspiegel.de Der Club richtet sich an UnternehmerInnen und Führungskräfte.

Kommt die EU-Bankenaufsicht nach Frankfurt?: Die EU erwägt im Rahmen des Brexit die bisherige Struktur der Finanzmarktaufsicht neu zu ordnen. Unter anderem wird die Frage diskutiert, ob die bisher in London ansässige EU-Bankenaufsichtsbehörde Eba nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU nur ihren Standort wechseln oder gleich in eine größere Finanzaufsichtsbehörde integriert werden soll. Eines von mehreren Szenarien: eine Fusion mit der in Frankfurt ansässigen Versicherungsaufsicht Eiopa. Im Gegenzug könnte die Börsenaufsichtsbehörde Esma in Paris mit neuen Kompetenzen im Verbraucherschutz ausgestattet werden.
faz.net

Cebit öffnet ihre Tore: 3.000 Aussteller präsentieren bis Freitag neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Drohnen in konkreten Anwendungsbeispielen. Die Cebit ist kleiner als früher. Vor 20 Jahren tummelten sich noch 775.00 Besucher auf dem Messegelände. Heute sind es “nur” noch 200.000. Aber immer noch ist die Cebit die größte Computermesse der Welt, wobei der Begriff Computer eher weit gefasst wird. Ein Computer ist alles, was sich digital vernetzen lässt: Automobile, Smartphones und Zahnbürste … das Internet der Dinge ist erneut in aller Munde. 20 bis 50 Milliarden Geräte je nach Schätzung sollen bis 2020 vernetzt sein.
heute.de, faz.net

Top-Manager verlässt Uber: Die Turbulenzen beim Fahrdienst-Vermittler Uber vertreiben einen Hoffnungsträger aus der Chefetage: Die Nummer zwei hinter Chef Travis Kalanick verlässt das Unternehmen nach weniger als einem Jahr. Der Top-Manager Jeff Jones, der auf dem Posten eines Präsidenten unter anderem für das Marken-Image, die Beziehungen zu Fahrern und die Entwicklung von Mitfahrangeboten zuständig war, zeigte sich zum Abgang verärgert. “Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe”, erklärte Jones dem Tech-Blog “Recode”.
tagesspiegel.de

EU will nach Fleischskandal Kontrollen verschärfen: Nach Bekanntwerden eines Gammelfleischskandals in Brasilien hat die EU angekündigt, keine Ware mehr aus verdächtigen Schlachthäusern zu beziehen. Dafür werde die EU garantieren, sagte Enrico Brivio, Sprecher der Kommission für Gesundheitsfragen, am Montagnachmittag. Gleichzeitig appellierte Brivio an die Mitgliedsstaaten, erhöhte Vorsicht beim Import von Fleischprodukten aus Brasilien walten zu lassen und die Zollkontrollen zu verschärfen.
tagesspiegel.de, n-tv.de

Ende einer Dynastie: Letzter Rockefeller-Enkel ist tot n-tv.de
Lobbyist des Autoherstellers Opel soll CDU-Wahlkampf leiten faz.net
Drogerieketten werfen Lieferanten Preisabsprachen vor sueddeutsche.de

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Experten-Kritik an Pkw-Maut-Gesetzentwurf – Weitere Hintergründe in der aktuellen Ausgabe des Tagesspiegel Politikmonitoring zur Verkehrspolitik. Jetzt testen! monitoring.tagesspiegel.de / 030 29021 11424

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Immer mehr Menschen müssen wegen psychischer Probleme in Reha: Immer mehr Menschen müssen wegen psychischer Probleme in Reha-Kliniken, um wieder fit für den beruflichen Alltag gemacht zu werden. Dies geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor. 156.500 stationäre Rehabilitationsleistungen wurde wegen psychischer Erkrankungen bewilligt – mehr als jemals zuvor. Die häufigsten Diagnosen: Depressionen und Angsterkrankungen.
faz.net

Japan setzt auf Roboter: Bis 2020 soll das Bruttoinlandsprodukt um fast ein Fünftel auf 4,95 Billionen Euro steigen. Dabei sollen Roboter, künstliche Intelligenz und vernetzte, smarte Maschinen rund ein Drittel des Wachstums bringen, sagt Yuichiro Anzai, Präsident der Japanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft. Obwohl die USA und auch Deutschland seiner Ansicht nach noch vorne seien, könne Japan aufholen. Der Vorteil: “niedrige kulturelle Hürden”: Japaner sähen Roboter nicht als Bedrohung, sondern als unterhaltsame Freunde des Menschen.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

31,7 Milliarden Euro schütten Deutschlands 30 Dax-Konzerne nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY für das vergangene Geschäftsjahr an Dividenden aus.
handelsblatt.com

– ZITATE –

“Es wäre gut, wenn Amazon in den Lebensmittelmarkt einsteigt. Manchmal braucht man auch Unternehmen, die von außen in einen Markt einsteigen. Denken Sie an die Musikindustrie, die vor 20 Jahren darüber geklagt hatte, dass sie kein Geld verdient. Dann kam Apple und hatte mit seinem Musikstreaming ein überzeugendes Geschäftsmodell.”

Der Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, will den deutschen Lebensmittelmarkt für Newcomer öffnen.
tagesspiegel.de

“Man kann für Aufregung sorgen, man kann wundervolle Werbung machen, man kann alle möglichen Arten von Presse bekommen. Aber wenn man nicht liefert, werden die Leute es irgendwann merken.”

Der jetzige US-Präsident Donald Trump in seinem Buch “The Art of the Deal” aus dem Jahr 1987.
n-tv.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Nazi-Vergleiche aus Sorge um europäische Staaten
Koalitionsausschuss ohne SPD-Kanzlerkandidat Schulz
Weißes Haus nimmt Abhörvorwürfe nicht zurück
Syrische Regierung bombardiert Osten von Damaskus

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Ungarn will Heineken-Logo verbieten: Die Ungarn trinken gerne Bier.  Vor allem zwei große Konzerne profitieren: SAB Miller und die Heineken-Brauerei mit ihrer Tochter Heineken Hungaria. Mit Heineken streitet die Regierung von Viktor Orbán schon seit Monaten. Aus Budapest heißt es, man plane die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Verwendung nationalsozialistischer und kommunistischer Symbole unter Strafe stellt – und der rote Stern, das Emblem von Heineken, müsse vor diesem Hintergrund womöglich verboten werden. Der wahre Hintergrund ist allerdings Vergeltung: Eine kleine Brauerei in Rumänien, die einem ungarnstämmigen Unternehmer gehört, hat einen Namensstreit mit dem Konzern um ein Bier verloren, das bei der ungarischen Minderheit in Rumänien sehr beliebt ist.
sueddeutsche.de

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