Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 17. Oktober 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 17. Oktober 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Lufthansa bietet auch für Alitalia: Die Lufthansa will nach dem Air-Berlin-Deal nun auch Teile der Insolventen Alitalia übernehmen. Nach einer Mitteilung vom Montag hat Lufthansa ein Angebot für Teile des weltweiten Netzwerks und für Direktverbindungen in Europa abgegeben. Ziel sei eine neu aufgestellte “NewAlitalia” mit nachhaltigen wirtschaftlichen Perspektiven. Über Details des möglichen Deals sei mit den Sonderverwaltern von Alitalia Stillschweigen vereinbart worden.
spiegel.de, handelsblatt.com, welt.de

Daimler soll dreigeteilt werden: Der Daimler-Vorstand hat am Montag den größten Umbau des Konzerns seit der Trennung von der US-Marke Chrysler im Jahr 2007 beschlossen. So soll Daimler in Zukunft aus drei unabhängigen Sparten bestehen. Das PKW-Geschäft mit der Kernmarke Mercedes, das LKW-Geschäft, und eine Sparte für Dienstleistungen werden in Zukunft nur lose mir der Muttergesellschaft Daimler AG verbunden sein. Mit dem Umbau will man aggressiven Konkurrenten wie dem US-Autobauer Tesla begegnen.
spiegel.de, sueddeutsche.de

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Bahn erhöht Preise im Fernverkehr: Die Deutsche Bahn erhöht die Fahrpreise zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember im Durchschnitt um 0,9 Prozent. Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) werden in der zweiten Klasse durchschnittlich 1,9 Prozent teurer, in der ersten Klasse sind es 2,9 Prozent. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Fernverkehrschefin Birgit Bohle sagte, es handele sich um eine “ausgesprochen moderaten Preiserhöhung”. Vor einem Jahr lag sie bei 1,3 Prozent. Die Jahresteuerungsrate in Deutschland beträgt derzeit 1,8 Prozent.
tagesspiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de

Dax-Chefs fordern bessere soziale Absicherung: Kurz vor Beginn der Sondierungsgespräche von Union, Grünen und FDP haben sich mehrere Dax-Chefs für eine bessere Absicherung der Deutschen ausgesprochen. Nachdem Siemens-Chef Joe Kaeser kürzlich eine “Grundversorgung für das Alter” gefordert hatte, äußerte sich Telekom-Chef Timotheus Höttges jetzt ähnlich: Die Digitalisierung werde die Unternehmens- und Arbeitswelt seiner Meinung nach enorm verändern. Deshalb brauche man eine Diskussion, wie man die Sozialsysteme auf die Herausforderungen der Digitalisierung einstelle. Es müsse jetzt über Instrumente wie das bedingungslose Grundeinkommen und als Teilvariante davon die Grundversorgung im Alter gesprochen werden.
tagesspiegel.de

Siemens Windkraft-Beteiligung macht Probleme: Der größte Windkraftanlagen-Hersteller der Welt, Siemens Gamesa Renewable, schreibt Verluste. Am Freitagabend musste die zweite Gewinnkorrektur innerhalb von zweieinhalb Monaten bekannt gegeben werden. Der deutsch-spanische Konzern gibt Wertberichtigungen auf Lagerbestände als Ursache an. Siemens, mit 59 Prozent Mehrheitseigner des Unternehmens, wurde offenbar von diesem Schritt überrascht. Die Beteiligung von Siemens hat innerhalb der letzten sechs Monate um vier Milliarden Euro an Wert verloren.
faz.net

Kronzeuge der Glyphosatkritiker unter Beschuss: In Sachen Glyphosat kommt es Ende des Monats zum Showdown in Brüssel, dann wird über die weitere Zulassung des Herbizids entschieden. Für den Saatgutkonzern Monsanto und dessen Mehrheitseigner Bayer geht es um Millionen, ebenso für die Landwirtschaft. Zuletzt geriet Monsanto ins Hintertreffen, weil der Konzern selbst der Urheber zahlreicher Berichte nationaler Prüfstellen war. Jetzt wird die Glaubwürdigkeit der Gegenseite angezweifelt. Im Zentrum steht Christopher J. Portier, ein Statistiker an der Universität Maastricht, der bei zahlreichen Auswertungen und Studien, die Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend deklarierten, beteiligt war. Jetzt kam heraus, dass Portier von zwei amerikanischen Anwaltsgroßkanzleien Beraterverträge erhalten haben soll, die Sammelklagen gegen Monsanto vorantreiben. Dafür soll Portier 160.000 Dollar erhalten haben.
faz.net

Britische Finanzaufsicht warnt vor Bitcoin-Derivaten handelsblatt.com
Angeklagten im Schlecker-Prozess müssen mehrjährige Haftstrafen fürchten sueddeutsche.de
Daimler ruft mehr als eine Million Autos wegen Airbag-Problemen zurück welt.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

WhatsApp fördert Kommunikation: Schaden Messenger-Dienste wie WhatsApp und Co der Kommunikation in Familie und mit Freunden? Im Gegenteil, sagt eine repräsentative Studie des Münchner Kantar TNS-Instituts. 65 Prozent der Befragten wüssten demnach eher darüber Bescheid, was ihre Freunde machten und wie es ihnen ginge. Bei Verwandten sind es 56 Prozent. Drei Viertel der Befragten nutzen dabei den Messenger WhatsApp, 37 Prozent den Facebook-Messenger und 21 Prozent Skype. 32 Prozent würden aber das persönliche Gespräch bevorzugen. In der Familie liegt das persönliche Gespräch mit 84 Prozent an erster Stelle.
faz.net

Fieber im Büro: Fast jeder zweite Deutsche Arbeitnehmer geht auch krank zur Arbeit. Das Phänomen nennt man in Fachkreisen Präsentismus. “Präsentismus entsteht vor allem durch Verantwortungsbewusstsein den anderen Kollegen gegenüber”, sagt Gesundheitspsychologe Tim Hagemann. Vor allem in kleinen Teams und in sozialen Berufen werde jeder Mitarbeiter gebraucht. Wenn Menschen krank zur Arbeit gehen, kann dies zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen für die betroffene Person selber und auch für die anderen Mitarbeiter führen. Nach Angaben der Unternehmensberatung Booz & Company entstehen zwei Drittel der Krankheitskosten in den Unternehmen durch die Präsenz von kranken Mitarbeitern.
karriere.de

– ANGEZÄHLT –

40 Millionen Euro hat die Produktion der TV-Serie “Berlin Babylon” gekostet. Zwölf Millionen davon hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit der ARD beigesteuert. Zu sehen bekommen das Werk aber zunächst exklusiv Kunden von Sky. Das Free-TV muss noch bis zum kommenden Jahr warten.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Es gibt noch viele weitere Bereiche, in denen sich Verbraucher verunsichert fühlen, von der Lebensmittelsicherheit über die Altersvorsorge bis hin zu der Frage, wie sicher ich im Internet unterwegs bin.”

Klaus Müller, Deutschlands oberster Verbraucherschützer, findet nicht nur im Bereich der Inneren Sicherheit seien die Menschen in Deutschland verunsichert.
tagesspiegel.de

“In Sachen Brexit ist sie doppelzüngig, weil ihre Partei in dieser Frage so tief gespalten ist. Die EU-Länder wissen nicht, ob das, was sie sagt, wirklich die gemeinsame und einhellige Meinung ihrer Regierung ist. Es ist unmöglich vorherzusehen, wie lange sie als Regierungschefin überleben kann.”

Der Rechtsanwalt Keir Starmer ist im Schattenkabinett von Labour-Chef Jeremy Corbin für den Brexit zuständig und traut Premierministerin Theresa May das Brexit-Management nicht zu.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Seehofer bittet CSU um Vertagen der Personaldebatte
Merkel sieht CDU nicht für Jamaika-Sondierungen geschwächt
Irakische Armee erobert Regierungsgebäude in Kirkuk
Steinmeier trifft Putin in Moskau

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Bürgermeister kauft 1.000 Amazon-Produkte: Amazon sucht in den USA gerade den Standort für ein neues Hauptquartier und die Kommunen spielen verrückt. Um den Zuschlag zu bekommen, greifen sie zu manch absurder Methode. So hat Sly James, der Bürgermeister von Kansas City in Missouri, etliche Artikel – über 1.000 sollen es gewesen sein – auf der Online-Plattform bestellt und überschwängliche Bewertungen geschrieben. Ansehnlich ist auch die Auswahl der Produkte. Heraus sticht beispielsweise eine Hot-Dog-Verkleidung für Kinder oder eine Tasche mit Pferdchen-Stickerei. Ob der Bürgermeister mit der Methode Erfolg hatte, ist indes nicht überliefert.
sueddeutsche.de

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