Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 16. Mai 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 16. Mai 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Zweite Welle von “WannaCry” bleibt aus: Die europäische Polizeibehörde Europol hat nach der weltweiten Cyberattacke am Montag vorsichtige Entwarnung gegeben. Eine weitere massenhafte Ausbreitung der Schadsoftware sei offenbar vermieden worden, sagte ein Europol-Sprecher in Den Haag. “Die Zahl der Opfer ist offenbar nicht weiter nach oben gegangen, bislang scheint die Lage in Europa stabil. Das ist ein Erfolg.” Offenbar hätten eine Menge Experten am Wochenende “ihre Hausaufgaben gemacht” und die Sicherheitssysteme aktualisiert. Die Erpressersoftware “WannaCry” hatte über das Wochenende mindestens 200.000 Computersysteme in 150 Ländern befallen und Dateien verschlüsselt.
tagesspiegel.de

Air Berlin hat den Boden weiterhin nicht unter Kontrolle: Knapp zwei Monate, nachdem Air Berlin den Dienstleister für die Flugzeugabfertigung gewechselt hat, läuft der Verkehr in Tegel noch immer nicht rund. Auch am Montag kam es zu Verspätungen. Die Airline muss zusätzliches Personal zur Bearbeitung der Kundenbeschwerden abstellen. Die Flughafengesellschaft als Lizenzgeber für die Bodenverkehrsdienste hat das Abfertigungsunternehmen Aeroground jetzt abgemahnt.
tagesspiegel.de

IWF fordert höhere Löhne: Der Internationale Währungsfonds fordert von Deutschland Steuerentlastungen sowie höhere Löhne und zusätzliche Investitionen. Der zur Verfügung stehende finanzielle Spielraum solle genutzt werden für Wachstumsimpulse, Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung sowie in Kinderbetreuung und  Flüchtlingsintegration. Außerdem soll die Steuerlast auf Arbeit gesenkt werden. IWF-Expertin Enrica Detragiache sagte, der Fonds wisse natürlich, dass die Lohnpolitik Sache der Tarifpartner sei. Aber eine stärkere Lohndynamik wäre hilfreich für die Wirtschaft und würde die Binnenkonjunktur ankurbeln.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de

Schlecker hätte gerettet werden können: Nach der Darstellung des ehemaligen Schlecker-Finanzvorstands hätte die Insolvenz der Drogeriemarktkette knapp vermieden werden können. “Am Ende mussten wir Insolvenz anmelden wegen einer geplatzten Lastschrift”, sagte der von 2010 an im Konzern tätige Finanzchef am Montag im Bankrottprozess gegen die Familie Schlecker vor dem Landgericht Stuttgart. In dem Prozess war bereits mehrfach beschrieben worden, dass das Geld bei Schlecker üblicherweise Anfang des Jahres knapp wurde, weil neben dem laufenden Betrieb auch die Weihnachtsware bezahlt werden musste. Angesichts der Millionen-Verluste, die Schlecker im Jahr 2011 angehäuft hatte, wurde das Anfang 2012 zum Problem.
tagesspiegel.de, faz.net, handelsblatt.com, spiegel.de

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Merkel kassiert Ziele für Elektroautos: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Regierungsziel von einer Millionen Elektro-Autos bis zum Jahr 2020 aufgegeben. So, wie es im Moment aussehe, werden man dieses Ziel nicht erreichen, sagte sie an diesem Montag während eines Fraktionskongresses in Berlin. Allerdings könne der Durchbruch für den Elektroantrieb sehr plötzlich kommen. Dies sei etwa im Bereich von Smartphones ähnlich gewesen. Daher müsse sich Deutschland weiter auf die E-Mobilität vorbereiten.
faz.net

Middelhoff schildert seinen Abstieg: Thomas Middelhoff beweist eine gewisse Größe. Als erster bricht er beim Arcandor-Prozess vor dem Landgericht Essen  sein Schweigen. Ruhig und sachlich schildert der 64-Jährige am Montag, wie er binnen weniger Jahre vom Chef des Karstadt-Quelle-Konzerns zum verurteilten Freigänger wurde, gesundheitlich angeschlagen, in Scheidung lebend. In einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung begleite Middelhoff nun die Bewohner bei Toilettengängen, helfe ihnen beim Essen, mache Spaziergänge und leichtere Verwaltungsarbeiten. Die anderen angeklagten Aufsichtsräte bleiben bislang einsilbig und lassen lieber ihre Anwälte sprechen.
sueddeutsche.de

Rentenangleichung wird für ostdeutsche Unternehmen teurer als gedacht handelsblatt.com
Griechenlands Wirtschaft in den vergangenen zwei Quartalen geschrumpft spiegel.de
Streit zwischen BKA und NRW um Ermittlungen zu den Panama-Papers sueddeutsche.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Ist Crowdworking die Zukunft der digitalen Ökonomie?: Outsourcing war gestern. “Crowdsourcing”, “Crowdworking” oder “Gig-Economy” sind die Begriffe der Gegenwart. Gemeint ist, Aufträge eines Unternehmens an Akteure weltweit zu vergeben. Die Billigsten, die Kreativsten, je nach Belieben. Internet und Digitalisierung machen es möglich, dass Aufträge wie Design, Video oder Programmierung ohne große Infrastruktur von jedem, der kreativ genug ist, erledigt werden können. So bekommen auch kleine Fische Aufträge von den ganz großen Konzernen. Die einen sprechen kritisch vom “Heer digitaler Nomaden”, andere davon, dass sich eine gut ausgebildete Elite nicht mehr an einen Ort oder ein Unternehmen binden kann oder muss.
faz.net

IG-Metall will zurück zur 35-Stunden-Woche: Die IG-Metall will die 35-Stunden-Woche wieder zum Gegenstand ihrer Verhandlungen machen. Im Westen, wo die 35-Stunden Woche Mitte der 1990er eingeführt wurde, arbeiten heute 30 Prozent der Beschäftigten sogar mehr als 40 Wochenstunden – mit Billigung der IG Metall. Und die ostdeutschen Metaller arbeiten 38 Stunden. Die mit 2,3 Millionen Mitgliedern größte deutsche Gewerkschaft hat in den vergangenen Monaten 680.000 Beschäftigte in rund 7.000 Betrieben nach ihren Erfahrungen und Wünschen mit der Arbeitszeit befragt. Alles in allem gebe es den “Wunsch nach selbstbestimmtem Arbeiten”, sagt IG Metall-Chef Hofmann. Unter bestimmten Umständen wollen die Metaller weniger als 35 Stunden arbeiten und dabei ein Rückkehrrecht auf Vollzeit haben.
tagesspiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Zu 46 Prozent sind Phishing-Emails das Einfallstor, wenn Computer von Erpresser-Software befallen werden. Zu 36 Prozent sind schlecht geschulte Mitarbeiter verantwortlich.
faz.net

– ZITATE –

“Ich war bereit, es aufzukündigen, wissen Sie? Und das war nicht wie…das war kein Spiel, das ich gespielt habe. Ich spiele nicht…wissen Sie, ich habe nicht Schach oder Poker oder irgendetwas anderes gespielt.”

Stammelt US-Präsident Donald Trump gegenüber dem “Economist” auf die Frage, was passieren müsse, damit er das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta nicht aufkündigt.
faz.net

“Das führt zu einer Politik der Verantwortungslosigkeit. Ich habe nie Eurobonds gefordert. ”

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron lehnt anlässlich seines Antrittsbesuchs bei Angela Merkel in Berlin eine Vergemeinschaftung alter Schulden in der Eurozone ab.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Regierung erwägt Abzug aus Incirlik
Merkel und Macron kündigen Fahrplan für EU-Projekte an
Lindner zum FDP-Fraktionschef in NRW wiedergewählt
Trump soll geheime Informationen weitergegeben haben

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Größtes Containerschiff der Welt in Hamburg: Das Containerschiff “MOL Triumph” hat am Montag erstmals im Hamburger Hafen angelegt. Mehrere Schlepper unterstützten den Containerriesen bei seinem Anlegemanöver. Die “MOL Triumph” kann bis zu 20.170 Standardcontainer (TEU) transportieren, kam jedoch wegen der begrenzten Tiefe der Elbe nur gut halb beladen nach Hamburg. Es ist das erste Schiff jenseits der 20.000-TEU-Marke im Hafen.
spiegel.de

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