Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 14. März 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 14. März 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Finanz-Vorstand Lutz soll Bahn-Chef werden: Überraschende Wende bei der Deutschen Bahn: Der langjährige Finanz-Vorstand Richard Lutz wird wohl an die Spitze des Schienenkonzerns rücken. Wie der Tagesspiegel am Montagabend aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, soll Lutz in der kommenden Woche zum Nachfolger von Rüdiger Grube ernannt werden, der im Januar zurückgetreten war.
tagesspiegel.de, faz.net, handelsblatt.com, spiegel.de, welt.de

Streik überraschend auf Dienstag ausgeweitet: An den Berliner Flughäfen geht bis Mittwochmorgen nicht mehr viel: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weitete den Streik des Bodenpersonals überraschend auch auf den Dienstag aus. Der Streik endet nun voraussichtlich am Mittwoch mit Beginn der Frühschicht um 5 Uhr. Die Gewerkschaft fordert eine Stundenlohnerhöhung von elf auf zwölf Euro für die rund 2.000 Abfertiger und Gepäckträger, die Arbeitgeber haben 27 Cent geboten. Am Montag fielen in Schönefeld und Tegel nahezu alle Flüge aus.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Weniger Praktika durch Mindestlohn: Seitdem der Mindestlohn eingeführt wurde bieten deutsche Unternehmen weniger Praktika an. Gleichzeitig geben die Unternehmen aber mehr Geld für Praktikumsvergütung aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft, der die Investitionen der Wirtschaft im Bereich der Hochschulbildung untersucht. Insgesamt sind 53.000 Praktikumsplätze weggefallen. Um Praktika für Unternehmen wieder attraktiver zu machen, schlägt der Stifterverband eine neue Vergütungsregel vor. Für Praktikanten solle der halbe Mindestlohn gelten. Dies entspreche dem Umstand, dass Praktika halb Lern- und halb Arbeitsphasen seien.
faz.net

Merkels USA-Reise verschoben: Wegen schlechter Witterungsverhältnisse hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre USA-Reise verschoben. Das Treffen mit US-Präsident Donald Trump findet nun am Freitag statt. An der Ostküste der USA wird in der Nacht zu Dienstag ein Blizzard erwartet. Gesprächsthema sollen auch die Handelsbeziehungen zu Deutschland und der EU sein. Die USA waren 2016 größter Absatzmarkt für Produkte “Made in Germany”. Der deutsche Handelsüberschuss wird aber schon seit längerer Zeit von den USA kritisiert.
handelsblatt.com

Ein Drittel des Geldes geht in die Wohnung: Laut Statistischem Bundesamt ist mit 36 Prozent die Wohnung der größte Posten im monatlichen Ausgabenbudget von durchschnittlich 2.400 Euro. Für Wohnen, Energie und Instandhaltungsarbeiten gibt ein durchschnittlicher Haushalt 859 Euro aus. Nahrungsmittel, Getränke und Tabak liegen mit 14 Prozent auf Platz zwei. Ausgaben für Auto, Fahrrad und Nahverkehr schlagen mit 13 Prozent des Budgets zu buche.
faz.net, sueddeutsche.de

Ostdeutscher Stromnetzbetreiber mit stabilem Netz: Der ostdeutsche Stromnetzbetreiber 50Hertz mit Sitz in Berlin kommt immer besser mit der Energiewende zurecht. So konnte das Unternehmen 2016 seine Kosten für die Regelung von Engpässen in seinem Netz gegenüber dem Vorjahr fast halbieren: von 354 Millionen Euro auf 180 Millionen Euro. Auch das ohnehin schon niedrige Niveau an Störungen konnte 50Hertz weiter drücken. Es liegt niedriger als bei den anderen drei Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland. Und das, obwohl 50Hertz in seinem Netz 48 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraft bezieht.
tagesspiegel.de

Yahoo-Chefin Marissa Mayer bekommt 23 Millionen Dollar Abfindung faz.net
Britisches Parlament macht Weg für Brexit-Verhandlungen frei handelsblatt.com
EU sieht nach Zugeständnissen von Gazprom Wettbewerb gewährleistet spiegel.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Streit um Weiterbildungsprogramme der BA: Die Digitalisierung erfordert lebenslanges Lernen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung evaluiert bestehende Angebote und kommt zu folgenden Ergebnissen: Die Chance, einen Job zu finden, steigt um bis zu 14 Prozent bei denjenigen, die eine berufliche Weiterbildung machen. Die BA misst außerdem, wie viele Teilnehmer einer Maßnahme sich sechs Monate danach in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung befinden. Die Quote aller Instrumente lag zuletzt bei rund 47 Prozent, bei Weiterbildungsabsolventen waren es 54 Prozent. Kritiker bemängeln allerdings oft, dass Weiterbildung häufig reine Zeitverschwendung sei, weil sie an den Bedürfnissen der Betriebe vorbei ginge.
tagesspiegel.de

Digitales Reisebüro: Auch in der Reisebranche sollen in Zukunft mehr Roboter eingesetzt werden. Gemeinsam mit der Softwarefirma Amadeus entwirft Tui ein Zukunftsbild, in dem der Roboter als erster Ansprechpartner für Kunden im Reisebüro fungieren könnte. Auf der ITB wurde der Beratungsroboter “Pepper” vorgestellt. Digitale Medien wie interaktive Weltkarten, iPads und modulare Beratungsbereiche zählten heute zu den Standards ihrer Reisebüros, sagt etwa Oliver Beck, Chef der Tui-Vertriebsstrategie. Dass “Pepper” Menschen ersetzen könnte, streitet Beck aber noch mit einem Augenzwinkern ab: “Den süßen Pepper können wir hier eigentlich gar nicht hinstellen, der ist ein viel zu großer Frauenmagnet.”
tagesspiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Bis zu 33 Cent pro Liter Milch bekommen Milchbauern derzeit je nach Region von den Molkereien. Damit hat sich der Milchpreis etwas stabilisiert, nachdem ein Kampfpreis von 24 Cent im vergangenen Jahr viele Bauer an der Rand ihrer Existenz gebracht hat.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Ich erinnere mich nicht an Liquiditätsprobleme, die ich für nicht überwindbar gehalten hätte. Ich bin davon ausgegangen, dass ich die Forderungen meiner Gläubiger immer erfüllen kann.”

Im Bankrottprozess gegen Anton Schlecker hat sich der ehemalige Drogeriemarktunternehmer am Montag erstmals persönlich zu Wort gemeldet und die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen.
tagesspiegel.de

“Wenn Marine Le Pen gewinnt, will sie ein Referendum durchführen. Und wenn das Referendum dann positiv ausfällt, könnte sie von Euro auf Franc als offizielles Zahlungsmittel umstellen. Das ist für alle Verträge, die nach französischem Recht abgeschlossen wurden, grundsätzlich möglich. De facto wäre das aber ein Staatsbankrott, weil die neue Währung im Vergleich zum Euro abwerten wird. Frankreich würde seine Glaubwürdigkeit einbüßen und Finanzierungskosten würden in die Höhe schnellen.”

Guntram Wolff, Direktor der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, findet, ein Austritt Frankreichs aus dem Euro wäre vor allem für Frankreich keine gute Idee.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Erdogan wirft Merkel Unterstützung von Terrorismus vor
Britisches Parlament verabschiedet Brexit-Gesetz
NRW-Untersuchungsausschuss zum Fall Amri
Merkels US-Reise wegen schlechten Wetters verschoben

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

BER eingemottet: Der Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa, bis 1999 selbst an der BER-Planung beteiligt, glaubt nicht mehr an eine Fertigstellung und Eröffnung des BER. “Ich denke, die Anteilseigener werden die Lust verlieren, das Ding einmotten und nach anderen Lösungen suchen”, sagte er gegenüber der Berliner Morgenpost. Er plädiert für den weiteren Betrieb des Flughafens Tegel, einen improvisierten Terminal II am BER und für einen Landesentwicklungsplan, der zulässt, dass an den Flugplätzen der Umgebung in Finow, Neuhardenberg oder Cottbus auch Flugzeuge mit einer Spannweite von mehr als 24 Metern landen dürfen.
welt.de

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