Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 12. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 12. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Apple präsentiert neues iPhone: Um 19 Uhr deutscher Zeit am Dienstag Abend betritt Apple-CEO Tim Cook im Steve-Jobs-Theater in Cupertino die Bühne und hat vermutlich drei neue iPhones im Gepäck. Das lang erwartete iPhone 8 wird wohl als Jubiläums-iPhone X vorgestellt werden und erstmals ein fast randloses Display haben. Es soll statt der LCD-Bildschirme ein kontrastreicheres OLED-Display erhalten. Der Home-Button wird in der bisherigen Form verschwinden. Daher soll es auch die Möglichkeit geben, das Gerät künftig per Gesichtserkennung zu entsperren. Kosten könnte das Smartphone erstmals über 1.000 Dollar. Zudem soll es zwei verbesserte Varianten des iPhone 7 geben, statt wie sonst als 7s könnten die dann als iPhone 8 firmieren.
tagesspiegel.de, spiegel.de, welt.de

VW geht bei E-Mobilität in die Offensive: VW will bis 2030 die gesamte Modell-Palette elektrifizieren. Das heißt von jedem Pkw, Bus oder LKW soll es mindestens eine Variante mit E-Antrieb geben. 20 Milliarden Euro will VW für Entwicklung und Umbau der Produktion in die Hand nehmen. Auch soll in Nordamerika, Europa und China je eine Batteriefabrik entstehen. Die Transformation sei durch nichts aufzuhalten sagte Konzernchef Matthias Müller am Montag. VW wolle diese Transformation anführen, so Müller.
sueddeutsche.de, faz.net

Autoshow wird zur Mobilitätsmesse: 994 Aussteller und damit 100 weniger als vor zwei Jahren sind auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vertreten. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie trägt es gelassen und sieht keinen Bedeutungsverlust der  IAA, die heute zunächst für Journalisten ihre Pforten öffnet und am Donnerstag offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel gestartet wird. Einzelne Konzerne seien halt diesmal nicht da, sagte Wissmann am Montag. Die IAA bleibe trotzdem nicht nur die wichtigste Automesse, sondern sei als wichtigste Mobilitätsmesse der Welt längst mehr als nur eine Autoshow. Im Mittelpunkt stünden der Megatrend Digitalisierung und alternativen Antriebe. “Das Auto der Zukunft fährt automatisiert, vernetzt und emissionsfrei”, sagte Wissmann.
tagesspiegel.de

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Zu viel Maut an private Autobahnbetreiber gezahlt: Private Firmen, die einen Teil der deutschen Autobahnen betreiben, bekommen seit knapp zwei Jahren mehr Mittel aus der Lkw-Maut zugewiesen, als ihnen eigentlich zusteht. Die geschah im Wissen des Bundesverkehrsministeriums. Ein Sprecher von Minister Alexander Dobrindt bestätigte am Montag, dass alle Vergütungen nun unter Vorbehalt gezahlt würden. Mit den Betreibern würden Gespräche geführt. So sind laut Süddeutscher Zeitung im Fall der A1 zwischen Hamburg und Bremen ein zweistelliger Millionenbetrag zu viel gezahlt worden. Ob die Betreiber die Beträge zurückzahlen müssen, ist unklar.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Wöhrl gibt Angebot für Air Berlin ab: Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl bietet mit seiner Gesellschaft Intro nach eigenen Angaben bis zu eine halbe Milliarde Euro für die insolvente Air Berlin. Gemeinsam mit langjährigen Partnern und “Leuten, die mir vertrauen”, sei es gelungen, eine erste Rate von 50 Millionen Euro anzubieten. Der Kaufpreis solle in mehreren Tranchen gezahlt werden, die sich auf bis zu 450 Millionen Euro belaufen. Er wisse nicht, “wie unsere Chancen gegen mächtige Wettbewerber aussehen”, hieß es weiter in Wöhrls Erklärung. Deshalb “haben wir alle deutschen Airlines und Niki Lauda aufgefordert, sich an unserem Konzept zu beteiligen, in der Hoffnung, dass einige davon sich unserem Angebot anschließen werden.” Inzwischen streicht Air Berlin weitere Langstreckenverbindungen ab Düsseldorf.
tagesspiegel.de (Wöhrl), sueddeutsche.de (Langstrecke)

Facebook, Google und Co sollen mehr Steuern zahlen: Internetkonzerne sollen künftig mehr Steuern zahlen. Für eine “Ausgleichssteuer” machen sich Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien in einem gemeinsamen Papier stark. Bei einer solchen Steuer sei der Umsatz und nicht der Gewinn für die Berechnung maßgebend. Dadurch soll die Praxis der Steuervermeidung von Konzernen wie Google, Facebook und Co verhindert werden, die zwar in Europa Milliarden mit Werbeeinnahmen umsetzen, aber nur minimal Steuern zahlen.
sueddeutsche.de, spiegel.de

Stromausfälle haben sich in den letzten Jahren trotz Zunahme erneuerbarer Energien fast halbiert faz.net
Spanien wirft chinesischer Großbank ICBC Mafiageschäfte vor spiegel.de
Zweifel an Zahlen: Türkische Wirtschaft boomt trotz Krise mit EU manager-magazin.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Digitale Wirtschaft fürchtet strengere Ausfuhrregeln: Der Handelsausschuss im EU-Parlament will strengere Regeln für den Export von digitalen Überwachungsgeräten beraten. Vor allem Diktaturen und autoritären Staaten soll so die Überwachung und Manipulation der digitalen Kommunikation erschwert werden. Um mit der schnellen digitalen Entwicklung schritt zu halten, soll eine “Catch all”-Klausel gelten. Das heißt, auch für nicht klar definierte Geräte muss eine Ausfuhrgenehmigung eingeholt werden. Schlechte Nachrichten für für die Entwickler von Software und Hardware, auf die dann mehr Bürokratie zukommen würde. “Reporter ohne Grenzen” befürwortet aber den Schritt zum Schutz gegen die Verletzung von Menschenrechten.
faz.net

Deutsche wollen bei Lebensmitteln offline bleiben: Nur rund ein Prozent der Lebensmittelkäufe werden in Deutschland online getätigt. Amazon will das mit seinem Dienst Amazon Fresh seit diesem Jahr ändern. Eine Mammutaufgabe. Denn eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt: 60 Prozent der Deutschen wollen auf den Kauf vor Ort nicht verzichten. 70 Prozent wollen Ware selber erfühlen, erschmecken, ertasten. Da trifft es sich gut, dass in Deutschland die Filialdichte extrem hoch und der nächste Supermarkt nicht weit entfernt ist. Spontanität und Flexibilität verbinden die Käufer hierzulande noch immer mit dem Kauf vor Ort und nicht mit dem Bestellen von Lebensmitteln im Netz.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

13,7 Millionen Gigabit-Anschlüsse will Vodafone in den nächsten Jahren in Deutschland schaffen. Das entspräche knapp einem Drittel aller Haushalte in Deutschland.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Wir haben verstanden, und wir werden liefern. Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung, sondern eine Selbstverpflichtung, an der wir uns ab heute messen lassen.”

VW-Chef Matthias Müller macht in Sachen E-Mobilität eine Kampfansage an die Konkurrenz.
sueddeutsche.de

“Das Ziel, Vollbeschäftigung zu erreichen, war nie realistischer als heute.”

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, hält das Ziel von CDU/CSU, bis 2025 Vollbeschäftigung zu erreichen, für realistisch.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Regierung droht Türkei mit Reisewarnung
Dobrindt weiß seit einem Jahr von zu hohen Maut-Zahlungen
UN-Resolution mit Ölembargo vorerst vom Tisch
Deutschland muss laut Gutachten Reparationen an Polen zahlen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Diamantenfieber: Die Regierung in Tansania hat eine 14 Kilogramm schwere Diamanten-Lieferung des britischen Förderers Petra Diamonds gestoppt. Der Kurs des Unternehmens an der Londoner Börse brach umgehend um 30 Prozent ein.  Der Hintergrund: die Tochter in Tansania hatte den Wert der Lieferung lediglich mit 14,8 Millionen Dollar angegeben. Aus Sicht der Finanzbehörden in Tansania aber seien die Diamanten mit einem Gewicht von 71.654 Karat knapp 30 Millionen Dollar wert. Sollte das Unternehmen absichtlich betrogen haben, könnten die Diamanten eingezogen werden.
faz.net

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