Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 19. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 19. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

FDP will Finanzministerium: Eine Woche vor der Bundestagswahl fordert die FDP im Falle einer Regierungsbeteiligung das Finanzministerium. Nach Vorstandsmitglied Alexander Hahn könnten nur so zentrale Wahlversprechen wie mehr Ausgaben für die Bildung oder eine Reform des Steuersystems erreicht werden. Auch FDP-Vorsitzende Christian Lindner meinte noch vor kurzem, dass das Finanzministerium das einzige Amt auf Augenhöhe mit dem Kanzleramt sei.
faz.net

Deutsche vertrauen Audi: Trotz Abgasaffäre vertrauen die Deutschen der Marke Audi. Nach dem “BrandTrust Markenresilienz Index”, in dem 14 Automarken hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit untersucht wurden, überholt Audi sogar den E-Auto-Konzern Tesla. Insgesamt genießen die deutschen Marken viel Vertrauen. Einzig an der Zukunftsfähigkeit von VW wird gezweifelt. Die Wolfsburger landen abgeschlagen auf dem achten Platz.
faz.net

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Google geht auf EU zu: Google will im Kartellstreit offenbar der EU-Kommission entgegenkommen. So sollen die Ergebnisse rivalisierender Shopping-Seiten eingeblendet werden. Konkurrenten könnten über eine Auktion für einen Platz auf der Google-Seite bieten. Die EU hatte Google zur Zahlung einer Kartellstrafe von 2,4 Milliarden Euro verdonnert und gefordert, dass Google die Angebote der Rivalen genauso prominent platzieren muss wie die eigenen. Ob Googles Angebot die Kommission milde stimmt, bleibt fraglich. Bis zum 28. September bleibt den Amerikanern Zeit für Nachbesserungen an ihrem Kompromiss.
faz.net

Deutsche Bank diskutiert in Berlin über die Zukunft: Einmal im Jahr trifft sich der Vorstand der Deutschen Bank mit dem Top-Management und berät über die Strategie. Bis Dienstag werden sich die Top-Leute in Berlin die Köpfe über folgende Fragen zerbrechen: Wo will das Institut hin? Wo sollen die Schwerpunkte der künftigen Ausrichtung liegen? Wo will die Bank endlich wieder richtig Geld verdienen und die Lücke zu den großen Instituten in den USA, in Großbritannien und der Schweiz schließen? “Es gibt keine klare Richtung”, sagt Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und einer der besten Kenner des Instituts. Wenig Verständnis hat er allerdings dafür, dass Großaktionäre unmittelbar vor der Strategietagung eine Debatte um Vorstandschef John Cryan angestoßen haben. Dabei läuft der Vertrag des Briten noch fast drei Jahre.
tagesspiegel.de

Airbus streitet mit Österreich: Airbus wehrt sich gegen eine Klage der österreichischen Regierung, dass man den österreichischen Staat beim Kauf von 15 Eurofightern betrogen habe. “Die Vorwürfe sind konstruiert und juristisch substanzlos”, sagte Airbus-Chefjustiziar Peter Kleinschmidt am Montag und warf dem österreichischen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil parteipolitische Manöver vor. Das Problem für Airbus ist aber, dass die Ermittlungsbehörden eine ganze Menge unappetitlicher Indizien rund um den Verkauf der Flugzeuge ausgegraben haben. So gründete die Rüstungssparte des Konzerns ein Geflecht aus dubiosen Briefkastenfirmen.
spiegel.de

Appell für mehr Gerechtigkeit: Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat sechs Tage vor der Bundestagswahl an die Politik appelliert, stärker gegen die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland vorzugehen. Gerechte Politik sei mehr, als nur Rahmenbedingungen zu setzen, wie das viele in Union und FDP wohl denken würden. Nach den neuesten Daten des Sozio-ökonomischen Panels zur Entwicklung der im Schnitt verfügbaren Einkommen zwischen 1991 und 2014 stiegen die realen Einkommen Wohlhabender um 17 Prozent, während mittlere Einkommen nur um zehn und niedrigere Einkommen sogar nur um lediglich drei Prozent zulegten.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Büro-Messenger Slack ist nach neuer Investitionsrunde fünf Milliarden Dollar wert faz.net
Schweizer Einzelhändler und Brezelhersteller Valora übernimmt die rund 300 BackWerk-Filialen in Deutschland spiegel.de
Konzernmutter von British Airways bietet angeblich für Air Berlin handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Arbeitskampf in der Gig-Economy: In der Gig-Economy werden kleine Aufträge innerhalb kurzer Zeit an eine Vielzahl von meist Freiberuflern vergeben. Deliveroo, Foodora oder Uber stützen darauf ihr Geschäftsmodell. Nun steht aber der erste Klassenkampf bevor. Bei Foodora, Deliveroo und Amazon begehren die prekär Beschäftigten auf. Den Fahrern von Foodora und dem Konkurrenten Deliveroo stinkt so einiges: dass sie Fahrrad und Handy selbst stellen und die Räder in ihrer Freizeit reparieren müssen, dass ein intransparenter Algorithmus die Schichten verteilt und dass Bedingungen nach Belieben verändert werden. Also begannen Fahrer in Berlin, sich auf der Straße und in Chatgruppen auszutauschen, abends in der Kneipe zu diskutieren und schließlich, sich gewerkschaftlich zu organisieren. In London, Turin und Bordeaux streikten in den vergangenen Monaten Deliveroo-Fahrer gegen Lohndrückereien. In Wien gibt es den ersten Foodora-Betriebsrat. Und überall in deutschen Städten gibt es Versuche, den Berliner Arbeitskämpfern nachzueifern.
digitalpresent.tagesspiegel.de

100 britische Unternehmen fordern Übergangslösung: Mehr als 100 britische Unternehmen verlangen eine Übergangslösung für den EU-Ausstieg. In dem offenen Brief fordern sie eine Übergangszeit von drei Jahren. So sollten Arbeitsplätze in der EU und in Großbritannien geschützt werden. Jobs und Wachstum seien auf beiden Seiten bedroht, sollten EU und die Briten ohne konkrete Vereinbarungen für die Zukunft auseinandergehen.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Nur 23 Prozent der unter 20-Jährigen nutzen Sprachassistenten wie Siri, Google Assistant und Co. Interessant: die smarten Helfer kommen bei den Älteren besser an. In der Gruppe der Generation 60 plus sind es immerhin 25 Prozent. Und: rund ein Drittel der männlichen Bevölkerung lässt sich von den Sprachassistenten helfen, bei den Frauen sind es nur ein Viertel.
welt.de

– ZITATE –

“Entscheidend ist, dass bei uns ein Kulturwandel stattfindet. Und glauben Sie mir, der findet statt. Aber ein solcher Prozess braucht natürlich Zeit. In der Öffentlichkeit wird gerne gefordert, dass es schneller gehen möge. Aber Kulturen ändert man nicht über Nacht.”

Der Volkswagen-Vorstand Andreas Renschler bittet in Sachen Kulturwandel bei VW um Geduld.
tagesspiegel.de

“Nein! Ich habe in meinen vier Jahren, in denen ich für Start-ups gearbeitet habe, wenig gesehen was wirklich innovativ oder gar wirtschaftlich revolutionär wäre. Ein Großteil der Start-ups sind im Dienstleistungssektor angesiedelt und schaffen Angebote für Dinge, die eigentlich keiner wirklich braucht. Auch das Versprechen von hochqualifizierten Arbeitsplätzen ist eine Mär. Viele der Jobs sind intellektuell nicht sonderlich herausfordernd und die Arbeit meist monoton.”

Die junge, französische Schriftstellerin Mathilde Ramadier arbeitete mehrere Jahre in verschiedenen Berliner Start-ups. Anfängliche Begeisterung schlug schnell in Desillusion und Langeweile um.
jetzt.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Schulz kritisiert Merkels Mietpolitik
Krise der Rohingya-Flüchtlinge spitzt sich zu
Türkei bestellt erneut deutschen Botschafter ein
Merkel bekräftigt Bereitschaft zur Vermittlung im Nordkorea-Konflikt

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Zu viele E-Autos in Oslo: Norwegen ist Vorbild bei der E-Mobilität, in acht Jahren will man komplett umgestellt haben. E-Autos finden reißenden Absatz, der Erfolg ist so groß, dass die Infrastruktur nicht hinterherkommt. Der Osloer Tone Sagen geriet in diesen Tag in Schlagzeilen, weil er sein E-Auto, einen VW, wieder verkaufen wollte. “Was ist da los?”, fragten die Medien. Toone Sagen war frustriert, weil er in Oslo keine Ladestationen mehr fand, alle waren ständig belegt. Zu langsam baut die Verwaltung neue Stationen. Jetzt riet sogar der Verband für E-Auto-Fahrer von einer Anschaffung von E-Autos in der norwegischen Hauptstadt ab.
sueddeutsche.de

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Morgenlage Wirtschaft am Montag, 18. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Montag, 18. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Italien und Frankreich wollen Weidmann verhindern: Italien und Frankreich wollen Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Nachfolger von EZB-Chef Mario Draghi verhindern. Angeblich hätten Vertreter beider Staaten bei Finanzminister Wolfgang Schäuble vorgesprochen und angekündigt, eine deutsche Kandidatur nur zu unterstützen, wenn es sich nicht um Weidmann handeln würde. Die südeuropäischen Staaten befürchten, dass eine flexible und pragmatische Krisenpolitik wie unter Draghi geschehen, mit Weidmann nicht zu machen sei.
spiegel.de

Ryanair streicht Flüge: Schlechte Nachrichten für Ryanair-Kunden: Das Unternehmen hat nach Tagesspiegel-Informationen an diesem Wochenende 162 Flüge gestrichen – deutlich mehr als erwartet. 80 waren es am Samstag, 82 am Sonntag. Damit waren die Ausfälle deutlich höher als Ryanair ursprünglich in Aussicht gestellt hatte. Der irische Billigflieger hatte am Freitag angekündigt, in den nächsten sechs Wochen täglich 40 bis 50 Flüge streichen zu wollen, um die Pünktlichkeit auf den verbliebenen Strecken zu erhöhen.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com

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Tagesspiegel Wirtschaftsclub lädt ein: „Wie Wahlen gewonnen werden” Wahlanalyse mit Matthias Jung, Forschungsgruppe Wahlen, Donnerstag, 28. September 2017, 19.00 Uhr, anschließend Get-together, Anmeldung: wirtschaftsclub@tagesspiegel.de Der Club richtet sich an UnternehmerInnen und Führungskräfte.

Kulturwandel bei VW braucht Zeit: Der VW-Konzern hat sich nach zwei Jahren Diesel-Krise noch nicht vollständig von den autoritären Strukturen früherer Jahre gelöst. Kulturen änderten sich nicht über Nacht, sagt Volkswagen Vorstand Andreas Renschler. In der Öffentlichkeit werde zwar gerne gefordert, dass es schneller gehen möge. Aber ein solcher Prozess brauche eben Zeit. Vor zwei Jahren hätten man zunächst den Schock überwinden müssen. Gleichwohl habe die neue Führung unter VW-Chef Matthias Müller nach den Rücktritten seines Vorgängers Martin Winterkorn und von Konzern-Patriarch Ferdinand Piech viel erreicht. Veränderungen, die auch ohne Diesel-Krise und dem Wechsel an der Konzernspitze nötig gewesen wären.
tagesspiegel.de

Händler wollen Schadensersatz von VW: Die VW- und Audi-Händler wollen hohe Schadensersatzansprüche gegenüber VW durchsetzen. Dies hat Verbandschef Dirk Weddigen von Knapp in einem Brief an Herbert Diess, den Vorstandsvorsitzenden der Marke VW, angekündigt. Es könnte sich um dreistellige Millionenbeträge handeln. Der Verband lässt derzeit ein Rechtsgutachten erstellen.
spiegel.de

Wann kommt der Crash?: Die Wall Street diskutiert derzeit über eine mögliche Spekulationsblase. Der Dow-Jones-Index schloss am Donnerstag zum dritten Mal in Folge mit einem neuen Höchststand ab. In diesem Jahr war es bereits der 38. Rekord. Auch S&P 500 und der technologielastige Nasdaq Composité verzeichnen derzeit Rekordwerte. Seit März 2009 hält der Aufwärtstrend nun an, die zweitlängste Hausse der Börsengeschichte. Erste Marktteilnehmer werden nervös, immer könne es nicht nach oben gehen. Anlässe für Rückschläge könnten eine stärker als erwartet ausgefallene Erhöhung der Leitzinsen oder “geopolitische Vorfälle” bieten.
faz.net

Verhandlungen um Privacy Shield: EU-Justizkommissarin Věra Jourová trifft sich am Montag mit US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross, um mit ihm offene Fragen zur Umsetzung des “Privacy Shield”-Abkommens zu klären. Anschließend geht es weiter ins Silicon Valley zu Gesprächen mit Google, Facebook und Co. Die Kommission hat bereits Fragebögen an zahlreiche Firmen verschickt, die das Privacy Shield nutzen. Die Auswertung der Antworten habe bislang “nichts Alarmierendes” ergeben. Sorge bereite aber, dass die Trump-Administration versuchen könnte, den Spielraum zu erweitern, personenbezogene Daten zu sammeln.
handelsblatt.com

Condor prüft möglichen Sex-Skandal spiegel.de
Britischer Außenminister Boris Johnson beharrt auf hartem Brexit handelsblatt.com
Logistikunternehmen finden wegen Boom im Online-Handel keine Fahrer mehr welt.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Suchmaschine Qwant will Google ärgern: Der Franzose Éric Léandri will mit seiner Suchmaschine “Qwant” Google angreifen und – immerhin – in Deutschland 2018 vier Prozent Marktanteil erringen. Kein leichtes Unterfangen, die Amerikaner dominieren ihren Markt wie nur wenige Unternehmen: 92 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland landen auf den Google-Servern. In Frankreich sind vier Prozent Marktanteil bereits erreicht, Léandri will der amerikanischen Datenkrake eine freche europäische Suchmaschine entgegenstellen, bei der die Privatsphäre der Nutzer respektiert werde.
tagesspiegel.de

Air-Berlin-Insolvenz verteuert Geschäftsreisende: Vor allem für Geschäftsreisende könnte die Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin teuer werden. Schon jetzt macht sich nach Beobachtungen des Geschäftsreiseverbands VDR die Entwicklung in höheren Ticketpreisen bemerkbar. Vor allem, wenn es in Zukunft ein Lufthansa-Monopol auf bestimmten Strecken geben sollte, wird es teuer. Lufthansa hat bereits jetzt einen Anteil von 72 Prozent bei innerdeutschen Flügen und bei europäischen Flügen von deutschen Flughäfen von 36 Prozent.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

Bis zu 50 Milliarden Euro kostet nach Angaben von Branchenexperten den Versicherern der Hurrikan “Irma”.
spiegel.de

– ZITATE –

“Wegen angeblich vorsätzlich falsch abgerechneter 27 Flüge bin ich zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.”

In seiner Autobiographie “A115 – Der Sturz” bezeichnet sich Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff als Bauernopfer der Justiz  – Reue eher Fehlanzeige.
tagesspiegel.de

“Der Klimakrise ist egal, ob Lindner, Trump oder Herr Gauland sie leugnet – der Meeresspiegel steigt trotzdem.”

Fraktionschef Toni Hofreiter lässt beim Wahlkampf-Schlussspurt kein Haar an der FDP und Christian Lindner. Auch Grünen-Chef Cem Özdemir wirft der FDP vor, Marktwirtschaft nicht verstanden zu haben.
handelsblatt.com

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

FDP und Grüne im Kampf um Platz drei
Terrorwarnung in London abgestuft
Türkei bestellt deutschen Botschafter ein
Gabriel für Entspannungspolitik gegenüber Nordkorea

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Stromerzeugung mit dem eigenen Körper: Auch unser Körper lässt sich zur Stromgewinnung anzapfen. Das glauben zumindest Wissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie. So soll beim Gehen automatisch Strom erzeugt werden. Die Technik könne auch gut in einem Sportschuh untergebracht werden. Große Strommengen entstehen dabei aber nicht, es handelt sich lediglich um ein paar Mikrowatt – immerhin genug um Smartphones oder Smartwatches mit Energie zu versorgen.
faz.net

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Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 14. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 14. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Wieder Flugausfälle bei Air Berlin: Das Chaos um Flugausfälle bei Air Berlin wegen zahlreicher Krankmeldungen bei den Piloten hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt. Ähnlich wie am Tag zuvor meldeten sich rund 150 Piloten krank und dutzende Flüge mussten gestrichen werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt forderte die Piloten auf, an die Arbeit zurückzukehren. Es müsse weiterhin mit “Verspätungen und Flugausfällen gerechnet werden”, heißt es bei Air Berlin. Mittlerweile wurde ein weiterer Bieter bekannt: Die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, LinkGlobal, habe ihr Interesse an einer Übernahme schriftlich mitgeteilt. Auch Niki Lauda will zusammen mit Thomas Cook und dessen Tochter Condor für Teile von Air Berlin bieten.
tagesspiegel.de (Verspätung), spiegel.de (China), handelsblatt.com (Niki Lauda)

Deutsche Börse sucht Einigung mit Staatsanwaltschaft: Mit einer freiwilligen Strafzahlung von 10,5 Millionen Euro versucht die Deutsche Börse ein Verfahren gegen ihren Konzernchef Carsten Kengeter abzuwenden. Aufsichtsrat und Vorstand haben sich verständigt, entsprechende Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt aufzunehmen. Die Vorwürfe wegen Insiderhandel und unterlassener Mitteilung teile man zwar nach wie vor nicht, wolle die Strafe aber akzeptieren, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden.
faz.net, spiegel.de, handelsblatt.com

Großteil des Einkommens geht für die Miete drauf: Die Wohnungsnot in deutschen Großstädten belastet arme Menschen überdurchschnittlich. Während besser verdienende Haushalte im Durchschnitt gut 17 Prozent ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete ausgeben müssen, sind es bei den Haushalten an der Armutsgrenze 39,7 Prozent, heißt es in einer Studie der Humboldt-Universität. Haushalte mit geringeren Einkommen lebten demnach in schlechterer Qualität, auf kleinerer Fläche und hätten eine deutlich höhere Mietbelastung zu tragen.
tagesspiegel.de, spiegel.de, handelsblatt.com, sueddeutsche.de

Schäuble bremst bei Ausweitung der Eurozone die Euphorie: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble begrüßt zwar grundsätzlich eine Erweiterung der Eurozone wie sie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner “State of the Union”-Rede vor dem EU-Parlament vorgeschlagen hat, mahnt aber an, dass dies nur möglich sei, wenn die Staaten die Stabilitätskriterien einhalten würden. Das Beispiel Griechenland würde zeigen, wie wichtig es für Länder sei, alle Kriterien für die Gemeinschaftswährung zu erfüllen.
spiegel.de

EU will grenzüberschreitendes autonomes Fahren: Geht es nach dem Willen der EU-Kommission soll Europa US-Konzernen wie Google oder Tesla beim autonomen Fahren Paroli bieten. Die zuständigen EU-Kommissare Marija Gabriel und Günther Oettinger wollen deswegen am Freitag neue europäische Testregionen für das grenzüberschreitende autonome Fahren ankündigen. Konkret geht es um die Routen Rotterdam-Antwerpen-Eindhoven zwischen den Niederlanden und Belgien, um Porto-Vigo und Merida-Evora zwischen Spanien und Madrid sowie den Korridor zwischen Tromsø (Norwegen) und Oulu (Finnland).
faz.net

Nahles will nicht am Kündigungsschutz für Banker rütteln: Arbeitsministerin Andrea Nahles will im Rahmen der Brexit-Diskussion nichts am weitreichenden Kündigungsschutz ändern. Sie werde kein Kündigungsrecht für Spitzenbanker einführen, das müsse sie leider ablehnen, sagte die Ministerin. Nahles wandte sich damit gegen Überlegungen in der CDU, für Spitzenbanker eine Sonderregelung zu schaffen, um ihren Arbeitgebern, den Londoner Großbanken, Frankfurt als neuen Standort schmackhaft zu machen.
spiegel.de

Hurrikan-Schäden gefährden das Gewinnziel beim Rückversicherer Munich Re handelsblatt.com
Haftbefehl gegen Audi-Manager außer Vollzug gesetzt sueddeutsche.de
Investor plant Angebot für Constantin Medien n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Digitalwirtschaft für Berlin wichtiger als Industrie: Seit 2008 sind in Berlin mehr als 36.000 neue Stellen in der Digitalwirtschaft entstanden, zeigt eine Studie der Investitionsbank Berlin, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Alles in allem sind in diesem Bereich nun 77.000 Menschen beschäftigt. Jeder achte neue Arbeitsplatz entsteht in der Digitalbranche. Doch nicht nur für den Arbeitsmarkt sind die Onlineunternehmen zum gewichtigen Faktor geworden. 9,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften sie, 20 Prozent des Berliner Wirtschaftswachstums.
tagesspiegel.de

Befristungen nehmen zu: Fast jeder Zweite der neu eingestellte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hat im vergangenen Jahr nur einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Besonders deutlich stieg der Anteil bei Beschäftigten zwischen 30 und 39 Jahren: Wurden 2015 noch 38 Prozent von ihnen befristet eingestellt, waren es 2016 bereits 49 Prozent.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

4.600 Ausbildungsplätze waren im August in Berlin noch unbesetzt.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Sie können das Auto nicht in der Mitte der Straße stoppen und darauf warten, dass es nach dem neuen Netzwerk sucht. Dies ist einer der Hauptgründe für die grenzüberschreitende Prüfung auf öffentlichen Straßen.”

Die EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft, Marija Gabriel, findet, grenzüberschreitendes autonome Fahren braucht eine grenzüberschreitende digitale Infrastruktur.
faz.net

“Der jüngste Anstieg des Bitcoin ist schlimmer als die Tulpenzwiebelblase im 17. Jahrhundert und wird nicht gut enden.”

Der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, hat die Digitalwährung Bitcoin mit scharfen Worten kritisiert und als “Betrug” bezeichnet.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Regierung begrüßt Juncker-Vorstoß
Alice Weidel soll Asylbewerberin schwarz beschäftigt haben
Schulz wirft Merkel Arroganz vor
De Maiziere verteidigt Abschiebung nach Afghanistan

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Gericht kippt Strandgebühren: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden: Eintrittsgebühren für zwei Strände der niedersächsischen Nordseeküste sind rechtswidrig. Das Urteil könnte nun Auswirkungen auch auf andere Strandgebühren haben. Denn, so die Richter, die Reinigung und Pflege des Strandes allein würde Gebühren nicht rechtfertigen. Nur wenn zum Beispiel durch Umkleiden oder Toiletten für eine höhere Badequalität gesorgt werde, seien höhere Gebühren möglich.
faz.net

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