Morgenlage Wirtschaft am Donnerstag, 22. Juni 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Donnerstag, 22. Juni 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Kalanick gibt Chefposten ab: Uber-Chef Travis Kalanick hat unter massivem Druck aus dem Kreis der Investoren die Spitzenposition bei dem Fahrdienst-Vermittler aufgegeben. Die Anteilseigner Benchmark, First Round Capital, Lowercase Capital, Menlo Ventures und Fidelity Investments hatten zuvor Kalanick zum Rücktritt gedrängt. Dieser räumt zwar den Chefposten, will aber weiterhin Mitglied des Verwaltungsrates bleiben. Erst vergangene Woche hatte Kalanick eine unbefristete Auszeit verkündet, nachdem im Zuge einer Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung bei Uber massive Veränderungen beschlossen wurden.
sueddeutsche.de, faz.net, welt.de

Airbus will mit neuem Flugschreiber Suche nach verschollenen Flugzeugen erleichtern: Der europäische Flugzeugbauer rüstet seine Langstreckenflugzeuge künftig mit hochmodernen schwimmfähigen Blackboxes aus. Airbus erklärte auf der Luftfahrtmesse in Frankreich, dass dadurch die Suche nach den Flugschreibern mit wichtigen Daten nach einem Flugzeugunglück erleichtert werde. Im Jahr 2019 soll als erstes Flugzeug der A350 mit den neuen Blackboxes ausgerüstet werden. Die neuen Flugschreiber sollen nicht nur auf der Wasseroberfläche treiben, sondern auch die Daten gebündelt speichern können, die bislang auf zwei verschiedenen Geräten zu finden sind.
n-tv.de, welt.de

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Typisch Berlin: schön aufdrehen und viel trinken.
Aus dem Hahn in den Mund, viel Wasser trinken ist gesund. Vor allem wenn es so reich an Mineralien und Spurenelementen ist wie das Berliner Wasser. Darauf erst mal ein Gläschen: Zum Wohl! Mehr zum Thema Wasserqualität unter berlinerwasser.de

Amazon will Online-Kleiderkauf revolutionieren: Mit seinem neuen Service “Prime Wardrobe” lässt Amazon den Einzelhandel im Kleidungsgeschäft erzittern. Das Konzept ist simpel: US-Kunden können sich bis zu 15 Kleidungsstücke zur Anprobe nach Hause liefern lassen. Was sie nicht wollen, können sie in einer bereits fertigen Box gratis zurückschicken. Anders als bei anderen Anbietern zahlen sie bei Amazon nicht im Voraus, um dann das Geld für die Retoure erstattet zu bekommen, sondern erst, wenn sie zurückgeschickt haben, was nicht passt oder nicht gefällt. Die Börse reagierte prompt. Der Aktienkurs der US-Kaufhauskette JC Penney verlor nach der Ankündigung mehr als fünf Prozent, die Papiere von Konkurrent Nordstrom büßten fast vier Prozent ein.
handelsblatt.com, n-tv.de

Schäuble appelliert an Unternehmer: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte von den deutschen Managern “Maß und Mitte” einzuhalten. Vor 180 Unternehmern, Wissenschaftlern und Experten verteidigte der Minister auf der Jahreskonferenz der Deutschen Corporate Governance Kommission den Eingriff der Politik in die Unternehmensführung. “Wir brauchen einen staatlichen Rahmen, der Übertreibungen verhindert.” Besser sei es aber, so Schäuble weiter, “aus eigener Überzeugung Grenzen zu akzeptieren.”
handelsblatt.com

Frauen tragen mehr zum Haushaltseinkommen bei: Frauen tragen immer mehr zum Einkommen der Haushalte bei. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ist ihr Anteil seit 1998 deutlich gestiegen. Stellten sie damals noch ein Viertel des Einkommens, so sind es heute ein Drittel. Eine Erkenntnis: Dabei gibt es nur marginale Unterschiede zwischen Frauen mit und ohne Kind. Das ist interessant, weil weithin angenommen wird, dass Frauen deswegen weniger zum Haushaltseinkommen beitragen, weil sie sich mehr um die Kindererziehung kümmern.
faz.net

Jedes zehnte Krankenhaus von Insolvenz bedroht: Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser war im Jahr 2015 ein wenig schlechter als im Jahr zuvor. Ein Fünftel schrieb Defizite, fast jedes Zehnte lag im “roten Bereich” erhöhter Insolvenzgefahr. Doch erwirtschafteten auch acht von zehn Kliniken Gewinne. Die Ertragslage sei praktisch unverändert geblieben. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige “Krankenhausreport”, den das Essener RWI zusammen mit der Institute for Healthcare Business GmbH und der Beratungsgesellschaft Deloitte erstellt hat.
faz.net

Jochen Schweizer verkauft Herzstück seiner Firma an Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 sueddeutsche.de
Zahl der Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr deutlich gesunken handelsblatt.com
Technische Probleme: Neuer ICE 4 vibriert während der Fahrt spiegel.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Keiner will für die öffentliche Hand bauen: In Kommunen und Gemeinden kommen viele Bauprojekte nicht voran. Auf die öffentlichen Ausschreibungen würden sich nicht genug oder gar Keine Baufirmen oder Handwerker bewerben. Der aktuelle Bauboom, so die Begründung, sorge in der Bauwirtschaft und im Handwerk für volle Auftragsbücher. Und wenn Angebote kämen, dann seien die Preise überzogen. Die Handwerksbetriebe haben freilich eine andere Version: die viel zu komplizierten Bewerbungsverfahren und die erschreckend schlechte Zahlungsmoral würden die öffentliche Hand zum unbeliebtesten Auftraggeber überhaupt machen.
supply-magazin.de

Das Ende vom Manager-Sprech: Dass die Lenker großer Dax-Konzerne keine Germanisten sind, versteht sich von selbst. Das sie sich in Sachen Sprache aber beratungsresistent zeigten, kann nur daher herrühren, dass man gar nicht verstanden werde wollte. Phrasen wie “Sondereinflüsse im Life-Science-Geschäft” sollten wohl mehr verbergen, als vermitteln. Doch das scheint sich zu ändern. Eine Studie der Universität hat sich die Hauptversammlungs-Reden der 30 Dax-Chefs genauer angeschaut und kommt zu dem Ergebnis: Deutschlands Bosse sind immer leichter zu verstehen. Eine Software suchte dabei in den Manuskripten nach Bandwurmsätzen und errechnete den Fremdwortanteil. Und wer ist der verständlichste Manager im Dax-Land? Telekom-Chef Timotheus Höttges erreichte 19,8 von 20 möglichen Punkten auf dem sogenannten “Hohenheimer-Verständlichkeits-Index”.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

2.600 Unfälle gab es im letzten Jahr in der internationalen Schifffahrt. Davon sind 46 Schiffe total gesunken und 15 auf Grund gelaufen. Trotzdem sind die Zahlen der Totalausfälle aufgrund der Verbesserung der Sicherheitsbedingungen seitens der Schiffseigner rückläufig.
faz.net

– ZITATE –

“Wenn Tegel offen bleibt, kann man aus dem BER ein Museum machen. Wir werden dann mit Air Berlin in Tegel bleiben.”

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hält auch einen Verzicht seiner Fluglinie auf den BER für denkbar.
tagesspiegel.de

“Es gibt beachtliche politische Unsicherheit rund um die Absichten der neuen amerikanischen Administration bezüglich der Fiskal- und insbesondere der Handelspolitik, wobei letzteres potentiell deutliche negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mit sich bringt.”

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht in einer aktuellen Stellungnahme die Regierung unter Donald Trump als Risiko für die Weltwirtschaft.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

EU-Gipfel wird Kohl würdigen
Moskau sagt US-russische Konsultationen ab
Attentäter von Brüssel sympathisierte mit IS
Bundestag stimmt für Bundeswehr-Abzug aus Incirlik

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Oldenburg bekommt größte Batterie der Welt: Der Oldenburger Energieversorger EWE plant den Bau der nach eigenen Angaben “größten Batterie der Welt”. Mit einem neuen technischen Verfahren sei es möglich, Elektrizität in großen Mengen umweltfreundlich in salzigem Wasser zu speichern, nachdem es mit speziellen Kunststoffen angereichert worden sei. Damit könnte erstmals erneuerbarer Strom, etwa Windstrom von der Küste, in bisher nicht gekannten Größenordnungen gespeichert und ein großes Problem der Energiewende behoben werden.
spiegel.de

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Morgenlage Wirtschaft am Mittwoch, 21. Juni 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Mittwoch, 21. Juni 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Air Berlin braucht keine Staatsbürgschaften: Eine Absicherung von Krediten durch die öffentliche Hand ist für Air Berlin nicht mehr nötig. Man habe zuletzt große Fortschritte bei der Neuaufstellung des Unternehmens gemacht, begründete Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann die Entscheidung. Dazu zählten neu ausgehandelte Leasing-Konditionen für 14 Flugzeuge ebenso wie erfolgreiche Nachverhandlungen mit Vertriebspartnern. Diese würden das Unternehmen um rund 50 Millionen Euro entlasten.
tagesspiegel.de, faz.net, handelsblatt.com, spiegel.de

Rewe-Chef Alain Caparros soll zu C&A wechseln: Der scheidende Rewe-Vorstandsvorsitzende Alain Caparros wird nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Bekleidungsspezialisten C&A wechseln. Dort soll er offenbar den vakanten Posten des Europa-Chefs übernehmen. Die Verpflichtung des temperamentvollen Managers wäre für das äußert verschwiegene Familienunternehmen ein Paukenschlag.
handelsblatt.com, faz.net

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Die besten Chefärzte – Am 12. Juli 2017 bietet der Tagesspiegel ein neues Format für einen zeitökonomischen fachlichen Austausch zwischen niedergelassenen Ärzten und den Chefärzten der meistempfohlenen Krankenhäuser – an einem Tag und einem Ort. Programm und Anmeldung: www.die-besten-chefaerzte.de

Trump dominiert Tag der deutschen Industrie: US-Präsident Donald Trump war das große Thema beim Tag der Industrie. Dieser würde “die tragenden Säulen der liberalen globalen Ordnung und des transatlantischen Verhältnisses immer wieder infrage stellen”, sagte der Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dieter Kempf. Die Botschaft des BDI-Chefs: Es gibt eine Zeit nach Trump. Bis dahin sind jedoch die Bedingungen schwierig für die Wirtschaft, die Verlässlichkeit so schätzt wie niedrige Steuern. “Berechenbarkeit war gestern”, klagte Kempf.
tagesspiegel.de

Mercedes baut Fabrik in Moskau: Vor den Toren Moskaus auf einem Ex-Militärgelände hat der Stuttgarter Hersteller mit dem Bau seines ersten Werks im größten Flächenstaat der Erde begonnen. Nach Jahren des Abschwungs auf dem einstigen Hoffnungsmarkt wertet Russland den Neubau als Prestigeprojekt. E-Klasse-Limousinen und Geländewagen – die bisherigen Bestseller in Russland – will Mercedes-Benz produzieren und so seine ohnehin starke Position im russischen Premium-Segment ausbauen. 2016 hat Mercedes-Benz knapp 37.000 Neuwagen in Russland verkauft.
handelsblatt.com

Nextdoor startet in Deutschland: Das soziale Netzwerk Nextdoor expandiert nach Deutschland. Sozusagen eine Art Facebook für Nachbarn. Wer Mitglied werden möchte, muss seine Adresse angeben und erhält den Zugang per Post. So soll sichergestellt werden, dass auch wirklich nur Nachbarn miteinander in Kontakt treten können. In den USA hat Nextdoor so mehr als 140.000 Nachbarschaften vernetzt, seit dem Vorjahr ist das Unternehmen zudem auch in den Niederlanden und Großbritannien aktiv. Hierzulande baut der frühere StudiVZ-Chef Marcus Riecke seit Jahresbeginn das Netzwerk auf. Einfach wird es für Nextdoor jedoch nicht, denn mit Nebenan.de gibt es bereits einen starken lokalen Wettbewerber. “Wir sind der Platzhirsch”, sagt Gründer Christian Vollmann kampfeslustig.
tagesspiegel.de

20 Regeln für ein autonomes Fahren: Eine 14-köpfige Kommission unter der Leitung des ehemaligen Verfassungsrichters Udo di Fabio hat für die Bundesregierung in den vergangenen neun Monaten ethische Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme erarbeitet. Am Dienstag übergaben die Experten ihren Bericht Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Grundsätzlich sollten sich nach Meinung der Experten Autos nur selbst steuern dürfen, wenn das die Sicherheit auf den Straßen erhöhe. Das versprechen auch die Hersteller. Die Technik solle Unfälle so gut wie unmöglich machen.
tagesspiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de

Tesla will seine Elektroautos künftig offenbar auch in China bauen handelsblatt.com
Gericht erlaubt Castor-Transporte auf dem Neckar spiegel.de
T-Mobile US will mit Wettbewerber Sprint fusionieren n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Flüchtlinge landen in der Zeitarbeit: Bislang haben Flüchtlinge am häufigsten einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma bekommen. Rund 13 Prozent dieser Betriebe haben im vierten Quartal des vergangenen Jahres jemanden eingestellt, der seit 2014 nach Deutschland geflohen ist. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Der Durchschnittswert für die Gesamtwirtschaft bei Einstellungen von Flüchtlingen lag in dem Quartal bei etwa 3,5 Prozent.16 Prozent der Betriebe planten zum Befragungszeitpunkt die Einstellung von Geflüchteten, acht Prozent eine Ausbildung.
tagesspiegel.de

Google investiert Milliarden in KI: Wie wichtig künstliche Intelligenz (KI) für den amerikanischen Technologiekonzern Google ist, macht der Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai mittlerweile auch öffentlich klar. Er beschreibt Google als “AI-first”-Unternehmen, zum Beispiel sagte er das gerade erst auf großer Bühne während der stets mit viel Spannung verfolgten Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco. Und Google ist nicht das einzige große Unternehmen, das mit viel Geld auf Fortschritt in dieser Technik setzt.Im vergangenen Jahr investierten vor allem die großen Konzerne insgesamt zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

Auf 131 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für die Umsetzung des G-20-Gipfels in Hamburg. Der Bund überweist pauschal 50 Millionen. 49 Millionen kommen aus dem Budget des Auswärtigen Amtes.
faz.net

– ZITATE –

“Wir wollen die Mittelständler nicht zum Börsengang zwingen – ihnen aber aufzeigen, wann das durchaus sinnvoll sein kann. Nehmen Sie den Fall, dass ein Familienmitglied aus der Firma aussteigen will, Ihnen aber das Geld fehlt, um ihn auszubezahlen. Dann können Sie seine Anteile an einen einzelnen Investor verkaufen oder über die Börse an viele Kleinaktionäre.”

Der Pariser Privatbankier Philippe Oddo hat die BHF-Bank übernommen und will jetzt Mittelständlern in Deutschland zur Geldbeschaffung den Börsengang nahebringen.
tagesspiegel.de

“Alles klein zu kochen und den Schaden so niedrig wie möglich zu halten. Das ist Verweigerung von gemeinsamer parlamentarischer Arbeit.”

Der Grünen-Politiker Gerhard Schick sieht im Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung umstrittener Cum-Ex-Aktiengeschäfte die Verantwortung bei Finanzminister Schäuble und der Bundesregierung.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Explosion in Brüsseler Bahnhof
USA schießen Drohne aus Iran ab
USA erweitern Sanktionsliste gegen Russland
Altkanzler Kohl wird in Speyer beigesetzt

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Concorde-Nachfolger ist gefragt: Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris zieht neben den Großkonzernen auch ein Start-up die Aufmerksamkeit auf sich: Das US-Unternehmen Boom hat für seinen geplanten Überschalljet inzwischen 76 Bestellungen eingesammelt. Das gab Firmengründer und Vorstandschef Blake Scholl in Le Bourget bekannt. Damit scheint mehr als 13 Jahre nach dem Aus für die Concorde eine mögliche Rückkehr des Überschallflugs im Passagierverkehr näher zu rücken. Das erste Exemplar soll laut Scholl im Jahr 2023 in den Linienverkehr starten.
spiegel.de

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Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 20. Juni 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 20. Juni 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Beginn der Brexit-Verhandlungen: Erstmals in ihrer Geschichte verhandelt die EU mit einem Mitgliedstaat über dessen Austritt. Sieben Stunden saßen die beiden Delegationen um Michel Barnier (EU) und David Davis (Großbritannien) am Montag zusammen. Zunächst einigte man sich auf einen Zeitplan und einen organisatorischen Rahmen. Davis und Barnier verständigten sich darauf, künftig einmal monatlich persönlich zusammenzukommen. Der nächste Termin ist der 17. Juli. Davis beugte sich zudem dem Wunsch der EU, erst die Scheidung zu regeln und danach über einen neuen Handelsvertrag zu sprechen. Drei Arbeitsgruppen sollen nun die drei wichtigsten Elemente des Ausstiegsvertrags klären.
handelsblatt.com

Steuerberater und Anwälte sollen ihre Mandanten melden: Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sollen nach dem Willen der EU-Kommission beim Kampf gegen Steuervermeidung und Steuerflucht direkt eingebunden werden. Sie sollen verpflichtet werden, “potentiell aggressive” Steuersparmodelle ihrer Kunden an die nationalen Steuerbehörden zu melden. Die Idee stammt aus dem Aktionsplan der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) gegen Gewinnkürzung und -verlagerung. Anlass waren die Enthüllungen um die Panama-Papiere.
faz.net

Steuerpläne der SPD: Klein- und Mittelverdiener sollen nach dem Willen der SPD künftig weniger Einkommensteuer und vor allem weniger Solidaritätszuschlag bezahlen. Außerdem sollen sie bei den Sozialabgaben bessergestellt werden als bisher und damit insgesamt um etwa 15 Milliarden Euro im Jahr entlastet werden. Besserverdiener und Wohlhabende müssen sich dagegen auf einen höheren Spitzensteuersatz, die Abschaffung der pauschalen Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge und eine höhere Erbschaftsteuer einstellen.
faz.net, sueddeutsche.de

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Merkel und Schulz beim Verbrauchertag: Alle zwei Jahre findet der Deutsche Verbrauchertag in Berlin statt. Pikant an diesem Montag: Sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch Herausforderer Martin Schulz traten auf. Merkel versprach, sich für die steuerliche Absetzbarkeit der Gebäudesanierung einzusetzen. Und sie ließ überraschenderweise bei der Altersvorsorge Sympathien für ein schwarz-grünes Projekt erkennen: die Deutschland-Rente. Verglichen mit Merkel ist ihr Herausforderer Martin Schulz deutlich präziser. Die Finanzierung der Marktwächter Finanzen, Digitales und Energie will Schulz langfristig sichern. Auch im Gesundheits- und Lebensmittelbereich soll es künftig Marktwächter geben. Bundeskartellamt, -netzagentur und die Finanzaufsicht Bafin sollen sich künftig noch stärker als heute um den Verbraucherschutz kümmern.
tagesspiegel.de

Bosch investiert Rekordsumme: Eine Milliarde Euro investiert der Konzern in eine neue Halbleiterfabrik in Dresden. 700 Mitarbeiter soll das Werk beschäftigen. Ende 2019 soll die Fabrik stehen, 2021 die Produktion beginnen. “Wir haben bei der Standortsuche die ganze Welt gescannt”, sagt Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel. Dass die Wahl letztlich auf Dresden fiel hat mehrere Gründe. Zum einen die schon vorhandene Infrastruktur rund um das Hightech-Cluster mit anderen Halbleiterherstellern, Zulieferern und Forschungseinrichtungen. Zum anderen spielen auch Fördergelder eine Rolle. 200 Millionen Euro kommen vom Bund, das Land Sachsen hat weitere Mittel in Aussicht gestellt.
tagesspiegel.de, faz.net

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Deutsche Invest pachtet Hafen von Thessaloniki: Ein Konsortium unter deutscher Führung pachtet den Hafen von Thessaloniki, der als zweitwichtigster Hafen Griechenlands und als strategisch wichtige Drehscheibe für den gesamten Balkan gilt. Bei dem Geschäft sollen rund zwei Drittel des Hafens (67 Prozent) bis zum Jahr 2051 verpachtet werden. Der Preis soll griechischen Medien zufolge knapp 232 Millionen Euro betragen.
spiegel.de

Keine Angst vorm Brexit: Jaguar Land Rover schafft 5.000 neue Arbeitsplätze faz.net
Strafprozess gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff wird eingestellt handelsblatt.com
Stahlimporte: Wirtschaftsministerin Zypries fürchtet Handelsstreit mir den USA n-tv.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Der Körper als Eintrittskarte: Seit mehr als 100 Jahren analysieren Kriminalisten Fingerabdrücke. Doch in den vergangenen Jahren sind auch andere Teile aus der Biometrie zum Gegenstand der Sicherheitstechnik geworden. Computer können Personen nun anhand von Venenverläufen am Handgelenk erkennen, anhand der Sprechweise oder durch die Analyse des persönlichen Tipp-Rhythmus auf einer PC-Tastatur. Durch Finger-, Iris- und Gesichtserkennung in Smartphones erfährt Biometrie jüngst einen erneuten Hype. Internationale Analysten prognostizieren bis 2025 eine Verzehnfachung der globalen Umsätze auf bis zu 70 Milliarden US-Dollar. So wird künftig der Körper und nicht mehr Unterschrift, Schlüssel und Passwörter zur universellen Eintrittskarte.
tagesspiegel.de

Deutsche Autobauer von E-Quote in China enttäuscht: Zwar kündigte Premierministers Li Keqiang bei seinem Besuch in Berlin Anfang Juni Entgegenkommen bei der Zwangsquote für den Absatz von Elektroautos in China an. Doch nun hat das Büro für Gesetzgebung von Li Keqiangs Staatsrat eine überarbeitete Fassung des Verordnungsentwurfes zu den Quotenregeln veröffentlicht. Darin findet sich keiner der in Berlin ausgehandelten Kompromisse wieder. Ratlosigkeit bei den deutschen Autobauern: “Wir können uns dazu derzeit nicht äußern”, heißt es bei VW. “Wir können einen Entwurf nicht kommentieren”, ließ Daimler ausrichten . Jost Wübbeke, der beim Berliner Chinaforschungsinstitut Merics das Programm Wirtschaft und Technologie leitet, sagt: “Es ist ein schlechtes Zeichen, dass der zweite Entwurf weitgehend den strengen Regeln der ersten Version entspricht.”
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

Erst 2040 werden sich nach einer Studie der Deutschen Bank digitale und selbstfahrender Autos durchsetzen.
spiegel.de

– ZITATE –

“Ein fairer Deal ist möglich und weit besser als kein Deal.”

EU-Chefverhandler Michel Barnier äußert sich am ersten Tag der Brexit-Verhandlungen zuversichtlich.
sueddeutsche.de

“Uns verbindet mehr, als uns trennt.”

Der Verhandlungsführer ihrer Majestät, David Davis, zeigte sich beim Brexit-Auftakt versöhnlich.
zeit.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Bundesweit Brandanschläge auf die Deutsche Bahn
Auto mit Sprengstoff rammt Polizeifahrzeug in Paris
Russland droht mit Vergeltungsschlag im syrischen Luftraum
Wirtschaftsministerin Zypries befürchtet Handelsstreit mit USA

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– PETITESSE –

Adidas gewinnt im Design-Streit mit Puma: Das Landgericht in Braunschweig hat am Montag entschieden: Der Sportartikelhersteller Puma ist mit dem Versuch gescheitert, dem Konkurrenten Adidas den Verkauf eines Sportschuhs zu verbieten. Konkret ging es um die Sohle des Modells “Stan Smith Boost”, deren Design Puma für sich beansprucht. Dieser Schutz sei durch dessen Sohle verletzt worden. Das Gericht sah für ein Verbot allerdings zu viele optische Unterschiede zwischen den geschützten Mustern und der Sohle des Adidas-Schuhs.
spiegel.de

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