tägliches Archiv: 17/11/2017

Morgenlage Wirtschaft am Freitag, 17. November 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Freitag, 17. November 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Siemens baut 6.900 Stellen ab: Der Industriekonzern Siemens steuert auf eine heftige Auseinandersetzung zwischen der Konzernführung um Vorstandschef Joe Kaeser und der mächtigen Arbeitnehmervertretung zu. Trotz eines Rekordgewinns von 6,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr will Siemens weltweit rund 6.900 Stellen abbauen, davon die Hälfte in Deutschland. Nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses, in dem Konzern- und Arbeitnehmervertreter über strukturelle Veränderungen diskutieren, kündigte Siemens am Donnerstag Nachmittag an, dass an der Spree 870 Arbeitsplätze wegfallen sollen. “Eine Schließung des Standorts Berlin ist jedoch nicht vorgesehen”, teilte Siemens mit.
tagesspiegel.de, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Tavares Pläne für Opel: PSA-Chef Carlos Tavares hat auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung seine Pläne für Opel konkretisiert. Opel soll in den nächsten Jahren zu einem europäischen Champion werden. Dazu muss die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und Kosten gesenkt werden. Der Autohersteller habe drei Jahre Zeit, um in die Gewinnzone zu kommen. Opel brauche “Luft zum Atmen”. Wichtige Entscheidungen sollen weiterhin in Rüsselsheim getroffen werden.
sueddeutsche.de

VW will mit E-Autos China erobern: Volkswagen will mit Milliardeninvestitionen in E-Autos und neuen Modellen den chinesischen Markt erobern. In den nächsten sieben Jahren will man zusammen mit Partnern vor Ort dafür zehn Milliarden Euro in die Hand nehmen. Nirgendwo in der Welt wachse der Markt für E-Mobilität schneller. Am Freitag entscheiden die VW-Kontrolleure über die Planung für die kommenden fünf Jahre. “Im Moment ist das Geld da, aber man muss es gut einsetzen”, meinte der Autoexperte Stefan Bratzel. Für Volkswagen ein Balanceakt, weil wegen der vielen Prozesse und Verfahren auch Geld für Entschädigungen und Gerichtskosten beiseite gelegt werden muss.
handelsblatt.com

EU-Rechnungshof kritisiert Griechenland-Hilfen: Der Europäische Rechnungshof hat der EU-Kommission Fehler in der Griechenland-Krise vorgeworfen. Die Rechnungsprüfer kritisierten, man habe keine Prioritäten bei der Umsetzung von Reformen festgelegt und keine breiter angelegte Strategie für das pleitebedrohte Land gehabt. So hätten die Programme nur eingeschränkt zu Griechenlands wirtschaftlicher Erholung beigetragen. Ökonomische Grundannahmen seien nur unzureichend belegt und begründet gewesen. In Zukunft müssten derart weitreichende Entscheidungen fundierter getroffen werden.
faz.net, spiegel.de

Lehman Brothers: Großanleger bekommen ihr Geld zurück: Neun Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank konnten auch manche Kleinanleger ihre Verluste wettmachen. So konnte der deutsche Insolvenzverwalter Michael Frege für die hiesigen Gläubiger sehr viel mehr rausholen als erwartet. Sollten es zunächst nur 100 Millionen Euro sein, die an die hiesigen Gläubiger verteilt werden, sind es inzwischen 17 Milliarden Euro. “Uns ist es gelungen, die Rechte der von uns verwalteten Einheit voll und ganz durchzusetzen”, sagte Frege im Interview mit der Fachzeitschrift “INDat”. Das Insolvenzverfahren könne daher voraussichtlich noch in diesem Jahr beendet werden.
tagesspiegel.de

Ubisoft zieht nach Berlin: Am Donnerstag verkündete die Computerspielfirma Ubisoft, dass sie ihr Hauptstadtstudio auf 1.800 Quadratmetern  in der Hardenbergstraße eröffnen will. Bis Ende 2018 sollen mindestens 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Dass Ubisoft nach Berlin kommen würde, war schon seit der Games Week im April bekannt. Auf genauere Infos musste die Branche aber bis heute warten. Für die Berliner Digitalindustrie ist die Ansiedlung zweifellos eine gute Nachricht: Mit 12.000 Mitarbeitern in 35 Studios zählt Ubisoft zu den größten Games-Produzenten der Welt, das vergangene Geschäftsjahr brachte einen Umsatz von 1,46 Milliarden Euro.
tagesspiegel.de

Weltklimakonferenz: Auch Großbritannien und Kanada verkünden Kohleausstieg faz.net
BGH: Verträge für die Riester-Rente sind nicht pfändbar spiegel.de
Ex-Münchener-Rück-Chef Bomhard soll Aufsichtsrat der Deutschen Post leiten handelsblatt.com

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Diversity-Konferenz: An zwei Tagen diskutieren in Berlin Expertinnen und Experten unter anderem über Fragen des Diversity Managements. Diskutiert wurde unter anderem inwiefern die Digitalisierung neue Chancen zu Gleichstellung eröffnen könnte. Hauptredner des ersten Tages war der frühere Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Wolfgang Huber. Vielfalt würde die Leistungsfähigkeit eines Teams steigern. Die Zusammenarbeit würde vielleicht nicht einfacher, aber kreativer und spannender werden. Gleichzeitig warnte er aber vor Typisierungen, die Menschen auf ein Identitätsmerkmal reduzieren würden.
tagesspiegel.de

Digitalisierung verunsichert viele Arbeitnehmer: Jeder sechste fürchtet so das Ergebnis einer Untersuchung der Beratungsgesellschaft EY um seinen Arbeitsplatz. Immerhin 70 Prozent rechnen durch die Globalisierung mit einer Veränderung im Aufgabenbereich. Zwei von drei Arbeitnehmern spüren bereits diese Veränderungen. Konkret bringen bei 59 Prozent der Befragten internetfähige Arbeitsgeräte wie Tablet oder Smartphone Veränderungen. Bei 57 Prozent geschieht dies durch neue IT-Anwendungen oder Programme.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Um 26 Prozent sind die Preise für Privatleute auf innerdeutschen Strecken an Werktagen im Oktober gestiegen, an Wochenenden sogar um fast 40 Prozent. Für Geschäftskunden ist es teilweise noch teurer geworden.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Wann immer wir Menschen auf ein einziges oder auf wenige Identitätsmerkmale festlegen, gefährden wir den Frieden, in einem Unternehmen genauso wie in der Gesellschaft.”

Der Theologe und ehemalige Bischof Wolfgang Huber hält Diversität für ein Rezept für gesellschaftlichen Frieden.
tagesspiegel.de

“Es brennt lichterloh auf den Märkten. Deswegen müssen wir schnell reagieren.”

Siemens-Personalchefin Janina Kugel verteidigt den massiven Stellenabbau bei Siemens.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Streit um Familiennachzug gefährdet Jamaika-Koalition
Islamist fliegt trotz Fußfessel nach Griechenland
Internationale Allianz gegen Kohle
US-Abgeordnetenhaus beschließt Steuerreform

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Deutschland ist beliebt: Juhu, Deutschland hat weltweit das beste Image. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut GfK und der Politikberater Simon Anholt in einer Umfrage. Der sogenannte Anholt-GfK Nation Brands Index ermittelt jährlich, wie 50 Länder weltweit wahrgenommen werden. Gemessen werden Kategorien wie Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus und Immigration/Investition. Die USA wurden nicht nur von Platz eins verdrängt, sondern rutschten sogar auf Platz sechs ab. Deutschland hatte schon in früheren Jahren den ersten Platz der Rangliste eingenommen, zuletzt 2014.
spiegel.de

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Morgenlage Politik am Freitag, 17. November 2017

Für Politik-Entscheider am Freitag, 17. November 2017

– TITELSEITEN –

Bild: Nazi-Polizist kassiert seit 10 Jahren fürs Nichtstun
FAZ: Allianz für Kohleausstieg auf Weltklimakonferenz geschmiedet
Handelsblatt: Konflikt gewinnt an Schärfe (Siemens)
SZ: Siemens streicht Tausende Stellen
Tagesspiegel: Siemens-Stellenabbau trifft Berlin
taz: Und es ist… UnFuG (Jamaika)
Welt: Einige Ideen, viel Konfliktstoff: Basis für Jamaika-Showdown


– CASDORFFS AGENDA –

tagesspiegel-casdorffÜberraschung! Die Unterhändler der Jamaika-Parteien finden ganz plötzlich mehr Geld im Haushalt – 45 statt 37 Milliarden Euro. Heißt: Wie durch ein Wunder wird der finanzielle Spielraum größer. Und alle profitieren, CDU, CSU, FDP und Grüne. Was da alles geht. Soli in drei Schritten abschmelzen, zugleich geringere Einkommen entlasten, in digitale Zukunft investieren, eine Agrarwende hin zu mehr Natur- und Tierschutz initiieren, Flüchtlinge (und ihre Familien) integrieren – hach, die Reise nach Jamaika kann beginnen. Umgekehrt gilt aber auch: wehe, wenn nicht. Das ist in keinem Etat eingepreist. Bei den Kosten dafür würde das ganze Land eine Überraschung erleben. Eine böse.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur


– NEWS –

Jamaika-Verhandlungen auf Freitag vertagt: CDU, CSU, FDP und Grüne haben ihre Beratungen über einen Einstieg in Koalitionsverhandlungen für ein Jamaika-Bündnis nach 15 Stunden intensiver Beratungen auf diesen Freitag um 12.00 Uhr vertagt. Die größten Schwierigkeiten bestanden beim Klimaschutz, dem Familiennachzug von Flüchtlingen und den Finanzen. Vieles hing am Flüchtlingsthema und dabei an der Unionsforderung, den bis März 2018 befristeten Stopp des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus zu verlängern. Die Grünen wollen die Regelung auslaufen lassen und den Nachzug wieder ermöglichen. Sie zeigten sich aber gesprächsbereit. Das Angebot von Kanzlerin Angela Merkel bei Klimaschutz und Kohleausstieg sahen sie als ersten Schritt, der annehmbar sei. Zwischenzeitlich hatte ein Mitglied der Grünen-Spitze vertraulich von einem Machtkampf zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und Landesgruppenchef Alexander Dobrindt berichtet. Seehofer stellte Katrin Göring-Eckardt daraufhin zur Rede, hieß es.
zeit.de, bild.de, faz.net

Islamist fliegt trotz Fußfessel nach Griechenland: Ein mit einer elektronischen Fußfessel überwachter islamistischer Gefährder ist vom Radar der Behörden verschwunden. Der 35-jährige Hussein Z. konnte anscheinend trotz Überwachung per Fußfessel ungehindert ein Flugzeug besteigen und Deutschland verlassen. Da eine Überwachung per Fußfessel im Ausland nicht gestattet ist, wurde das Signal von den deutschen Behörden abgestellt. Z. kam 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Der Generalbundesanwalt ermittelt inzwischen gegen ihn wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.
spiegel.de, sueddeutsche.de

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Im Fokus: Fachkräftemangel. Die Alterung der Gesellschaft erfordert moderne Personalpolitik. Die Gesundheit der Mitarbeiter und ihre Bindung an den Betrieb werden zusehends wichtiger. Immer mehr Arbeitgeber bieten daher betriebliche Krankenversicherungen für ihre Belegschaften an.
pkv.de

Internationale Allianz gegen Kohle: Großbritannien, Kanada und mehr als zwanzig weitere Staaten haben sich auf der Weltklimakonferenz zu einer internationalen Allianz für den Kohleausstieg zusammengeschlossen. Deutschland gehört nicht dazu. Die Mitglieder der Allianz versprechen, alte Kohlekraftwerke stillzulegen und neue nur ans Netz zu lassen, wenn sie mit “Carbon Capture and Storage” ausgestattet sind. Die US-Delegationsleiterin Judith Garber hat den Ausstieg ihres Landes aus dem Pariser Klimaabkommen bekräftigt und zugleich das Engagement der USA bei der Förderung erneuerbarer Energien hervorgehoben.
handelsblatt.com, tagesschau.de, zeit.de

Steinmeier zieht in Dienstvilla und löst Versprechen im Gedenkstreit ein: Ein jüdischer Unternehmer musste unter den Nazis seine Villa in Berlin verkaufen. Ende November wird dort Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einziehen. Mit einem dreiteiligen Gedenkkonzept reagiert das Bundespräsidialamt auf Kritik, die Geschichte der Dienstvilla unzureichend aufgearbeitet zu haben. Steinmeier will mit einer Gedenktafel und einer Broschüre an das Schicksal des deutsch-jüdischen Vorbesitzers der Villa erinnern.
spiegel.de, welt.de

Mandelas mysteriöse Millionen: Im Zuge der Paradise Papers ist offenbar ein Geldversteck öffentlich geworden, das dem 2013 verstorbenen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela zuzurechnen ist. Es handelt sich dabei um den sogenannten MAD-Trust. Nach Mandelas Tod ist ein Streit um das Geld entbrannt. Der ehemalige Finanzverwalter von Mandela gibt an, dass auch die Witwe von Erich Honecker, dem ehemaligen Generalsekretär der SED in der DDR, Gelder erhalten haben soll, als sie bereits in Chile lebte.
tagesschau.de

Polen will polnischen Obdachlosen in Berlin helfen: Wegen der wachsenden Zahl osteuropäischer Obdachloser auf den Straßen Berlins will die polnische Regierung künftig Sozialarbeiter in der deutschen Hauptstadt finanzieren. Nach Schätzungen der polnischen Regierung leben etwa 2.000 ihrer Staatsbürger ohne feste Bleibe in der deutschen Hauptstadt. Unklar ist allerdings, wann und wie viele Sozialarbeiter zum Einsatz kommen.
zeit.de

US-Abgeordnetenhaus beschließt Steuerreform: Das US-Repräsentantenhaus hat am Donnerstag ein Gesetz für eine Steuerreform verabschiedet. Damit nahm das von Präsident Donald Trump vorangetriebene Vorhaben eine wichtige Hürde, ist aber noch nicht durch. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner soll gegenüber dem Untersuchungsausschuss zur russischen Einflussnahme auf die US-Wahl nicht vollumfänglich kooperiert haben. Das Weiße Haus hat die Belästigungsvorwürfe gegen den republikanischen Senatskandidaten Roy Moore als beunruhigend bezeichnet. Die US-Regierung erlaubt es künftig wieder, Körperteile von erjagten Afrikanischen Elefanten in die USA einzuführen. Kurz nach Ende von Trumps Asienreise hat Peking seine Bindung zu Nordkorea bekräftigt.
tagesspiegel.de (Reform), spiegel.de (Kushner), faz.net (Moore), zeit.de (Elefanten), spiegel.de (China)

– IN KÜRZE –

Große Koalition in Niedersachsen steht dw.com
Wirbel um rassistische Tweets eines Leipziger Jura-Professors tagesspiegel.de
Mehr als die Hälfte der Leopard-Panzer sind nicht einsatzbereit handelsblatt.com
Türkei verbietet deutsches Filmfest für LGBTi-Community tagesspiegel.de
Mindestens 14 Tote bei IS-Anschlag in Kabul tagesspiegel.de
Russland lehnt US-Resolution zu Syrien ab zeit.de
Gericht löst größte Oppositionspartei in Kambodscha auf dw.com

– STANDPUNKT –

Außenminister Gabriel kritisiert Riad wegen Hariri-Krise: Sigmar Gabriel hat das Vorgehen Saudi-Arabiens in der Krise um den libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri ungewöhnlich scharf kritisiert. Hariri hatte Anfang des Monats von Saudi-Arabien aus seinen Rücktritt erklärt und hatte die Golfregion seit dem Schritt nicht verlassen. Das löste Spekulationen aus, Saudi-Arabien habe seinen Rücktritt erzwungen und halte ihn fest, um im Libanon Spannungen mit der Hisbollah zu erzeugen. Gabriel sagte vor diesem Hintergrund, dass gemeinsam aus Europa das Signal kommen müsse, dass man das Abenteurertum, was sich in den letzten Monaten dort breit gemacht habe, nicht mehr bereit sei, sprachlos hinzunehmen. Hariri soll am Samstag in Paris eintreffen.
welt.de

Ostbeauftragte Gleicke warnt vor einem einflusslosen SPD-Ostbeauftragten: Die scheidende Beauftragte der Regierung für die neuen Bundesländer, die Sozialdemokratin Iris Gleicke, hat vor einem einflusslosen SPD-Ostbeauftragten gewarnt. Einen Ostbeauftragten im Willy-Brandt-Haus halte sie grundsätzlich für eine gute Idee. Das dürfe aber kein bloßer Kummerkasten für die ostdeutschen SPD-Mitglieder werden, mahnte Gleicke. Der Beauftragte müsse über echtes politisches Gewicht und weitreichende Kompetenzen verfügen, um die Probleme der Partei im Osten strategisch angehen zu können.
handelsblatt.com

CDU-Politiker Harbarth kritisiert Facebook: Die Union hat mit scharfer Kritik darauf reagiert, dass Facebook wegen eines kritischen Kommentars die Journalistin Birgit Kelle gesperrt hat. Der Fall belege erneut, dass eine Rechtsordnung es nicht akzeptieren könne, wenn Betreiber sozialer Netzwerke nach Gutsherrenart entschieden, welche Äußerungen in einer freien Gesellschaft akzeptabel seien und welche nicht, sagte der Vize-Chef der Unions-Bundestagsfraktion, Stephan Harbarth. Viele User brachten den Fall in Verbindung mit dem NetzDG, dem umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Justizminister Heiko Maas. Dagegen verwahrte sich Harbarth.
handelsblatt.com

– TALKSHOW –

Maybrit Illner: Die Qual nach der Wahl – Durchbruch bei Jamaika?
Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, beklagte, dass in den Jamaika-Sondierungen bereits vereinbarte Dinge ganz plötzlich wieder aufgekündigt würden. Wenn man glaube, dass in schwierigen Bereichen eine Lösung gefunden worden sei, und diese dann am nächsten Tag wieder infrage gestellt würden, dann fühle sich das eher an wie ein Hurrikan als wie eine nette Brise am Strand von Jamaika. Der Publizist Albrecht von Lucke meinte, die Konflikte zwischen den Verhandlungsparteien seien überhaupt nicht bereinigt. Selbst wenn es klappen sollte, werde das immer eine sehr fragile Sache bleiben. Der Journalist Robin Alexander nannte die angebliche Entscheidungsnacht eine Inszenierung. Kanzlerin Angela Merkel habe den Termin gesetzt, um Druck in der Verhandlung zu erzeugen. Größtes Problem bei den Verhandlungen sei die CSU. Die nämlich wisse nicht, ob sie mit oder ohne ein Jamaika-Bündnis bei der Landtagswahl in Bayern besser abschneiden werde.
zdf.de, bild.de

– CAUSA-DEBATTE –

Es braucht eine weitergehende organisatorische Neustrukturierung, fordert Grünen-Bundestagsabgeordneter Konstantin von Notz im Rahmen der Causa-Debatte “Braucht Deutschland ein Digitalministerium?”. Netzpolitik wurde bisher nur im Sinne der großen Unternehmen gestaltet, nicht im Sinne der Verbraucher. Wir brauchen die Einbindung von Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie klare Verantwortlichkeiten. Die Schaffung eines Ministeriums ist dabei nicht der entscheidende Punkt.
causa.tagesspiegel.de (Konstantin von Notz); causa.tagesspiegel.de (Alle Debattenbeiträge)

– HINTERGRUND –

Deutschland verdrängt die USA von Platz eins: Deutschland hat einer Image-Rangliste des Marktforschungsinstituts GfK und des Politikberaters Simon Anholt zufolge weltweit den besten Ruf. Frankreich gilt erstmals seit dem Start der Erhebung im Jahr 2005 als das zweitbeliebteste Land. Großbritannien hält sich stabil auf Position drei, Kanada und Japan teilen sich Rang vier. Von allen untersuchten Ländern sind die USA die einzige Nation, deren Gesamtpunktestand in diesem Jahr gefallen ist. Anholt machte die Politik von Präsident Donald Trump für den Imageverlust verantwortlich.
handelsblatt.com, zeit.de

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tagesspiegel.de

– POLITIK-JOBS –

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politjobs.de, politjobs.de/go/ (Inserat schalten)

– KALENDER –

09:00 Staatssekretär Rainer Baake bei der Präsentation des World Energy Outlooks 2017 der Internationalen Energieagentur IEA, Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin
09:30 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird bei seinem Antrittsbesuch in der Slowakei mit militärischen Ehren empfangen, Bratislava, Slowakei
14:30 Umweltministerin Barbara Hendricks zum Abschluss Weltklimakonferenz, Bonn
15:00 Staatsministerin Maria Böhmer trifft Vertreter der SCHUM-Städte Mainz, Worms und Speyer anlässlich deren Bewerbung zur Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste, Worms
19:00 Staatssekretär Gunther Adler hält Laudatio auf Steffi Strenger, Regionalleiterin Baustolz München, für das Projekt “Arkadien Poing”, Adlon, Berlin

– ZITATE –

“Europa und Deutschland sollten keine neuen Wirtschaftssanktionen verhängen. Das ist das letzte, was Simbabwe braucht und das hat das Land auch keinen Schritt vorangebracht.”

Der linke Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich fordert, dass die Afrikanische Union und die südafrikanische Staatengemeinschaft SADC in der Krise in Simbabwe aktiv werden.
dw.com

“Das Schlimmste, was uns jetzt passieren könnte, sind Formelkompromisse, die später als Streit in der Regierung aufbrechen. Das wäre nicht gut für unser Land.”

FDP-Vize Wolfgang Kubicki warnt vor bloßen Formelkompromissen bei den Jamaika-Sondierungen.
spiegel.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR WIRTSCHAFTS-ENTSCHEIDER –

Siemens baut 6.900 Stellen ab
VW will mit E-Autos China erobern
EU-Rechnungshof kritisiert Griechenland-Hilfen
Lehman Brothers: Großanleger bekommen Geld zurück

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Wirtschafts-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/wirtschaft

– DAS LETZTE –

Trump irritiert mit Trink-Einlage: Im US-Wahlkampf hatte sich Donald Trump über seinen ungeschickt Wasser trinkenden Rivalen Marco Rubio lustig gemacht. Jetzt hat der Präsident bei einer Pressekonferenz eine Steilvorlage für Häme geliefert, als er selbst Durst verspürte. Trump verschwand bei einer Ansprache plötzlich unter dem Rednerpult, um Augenblicke später mit der Mitteilung, es sei kein Wasser da, wieder aufzutauchen. Ein Reporter machte ihn darauf aufmerksam, dass eine Wasserflasche neben dem Pult platziert sei. Der Präsident nahm den Hinweis dankbar auf, ergriff die Flasche in auffallend steifer Körperhaltung und nahm ungelenk einen kleinen Schluck, ehe er seine Rede fortsetzte.
n-tv.de

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