tägliches Archiv: 02/10/2017

Morgenlage Wirtschaft am Montag, 2. Oktober 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Montag, 2. Oktober 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

US-Anwälte gegen VW: Die US-Anwaltskanzlei Hausfeld, die auch hierzulande Tausende VW-Diesel-Käufer vertritt, will Mitte Oktober die bisher größte Massenklage in Europa einreichen. Man werde insgesamt 4.000 bis 5.000 Seiten Akten im Auftrag von knapp 20.000 Kunden aus Deutschland beim Oberlandesgericht Braunschweig vorlegen, sagte Christopher Rother, Deutschland-Chef von Hausfeld. Es handele sich um gleich gelagerte Fälle ausschließlich von Kunden, die ihre Neuwagen bar bezahlt, also nicht etwa geleast hätten. Alle Kunden hatten zuvor ihre möglichen Ansprüche an den Rechtsdienstleister Myright abgetreten, der im Falle eines Prozesserfolges bis zu 35 Prozent der Entschädigungssumme einbehält.
tagesspiegel.de

Audi einigt sich mit Ex-Chefentwickler: Audi verschafft sich in der Dieselaffäre etwas Luft. Mit dem früheren Chef der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß, hat man sich einvernehmlich auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses verständigt. Ob es eine Abfindung gab, ist nicht bekannt. Audi hat Weiß im November 2015 im Zuge der Dieselaffäre freigestellt und dann letzte Februar gekündigt. Durch die Einigung wird Audi eine gerichtliche Auseinandersetzung erspart, bei der es zu weiteren Enthüllungen in Sachen Abgasmanipulation kommen hätte können.
spiegel.de, handelsblatt.com

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Internationaler Austausch von Steuerdaten: Für Steuerbetrüger wird es künftig weltweit schwieriger, Schwarzgeld ins Ausland zu transferieren. Deutschland und 49 weitere Staaten sowie Gebiete starteten am Samstag mit dem automatischen Austausch von Finanzdaten im Steuerbereich. Damit werden erstmals umfassend Daten über Konten von Ausländern bei ihren Banken mit deren Heimatländern ausgetauscht – beginnend mit Vorgängen für 2016. Von September 2018 an wollen dann – nach jetzigem Stand – insgesamt 102 Länder mitziehen. Basis sind gemeinsame Standards der OECD.
tagesspiegel.de

Frankfurt will um EBA-Sitz kämpfen: Frankfurt am Main will um den Standort für die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA kämpfen. Zuletzt hatte die EU-Kommission alle 18 Bewerbungen ausgewertet und ihre Beurteilung veröffentlicht. Darin kam Frankfurt schlecht weg, weil viele Fragen offen sein. So sei zum Beispiel unklar, ob die Stadt Mieten übernehmen oder Büroausstattung stellen könnte. Eine solche Entlastung des EU-Haushalts sei wünschenswert, heißt es in Brüssel. Hessens Europaministerin Lucia Puttrich will zusammen mit dem Bundesfinanzministerium die Zeit bis November nutzen, die anderen EU-Mitgliedsstaaten von Frankfurts Vorzügen als EBA-Sitz zu überzeugen.
faz.net

Sorge um Immobilienblasen wächst: Weltweit steigen die Immobilien-Preise in Städten. Die Schweizer Großbank UBS hält dabei einige Städte für überbewertet und fürchtet eine “Blasengefahr”. Der “Global Real Estate Bubble Index” listet Toronto ganz oben. Für Deutschland fürchten die Schweizer in München und Frankfurt die Gefahr einer Blase. In Europa sind darüber hinaus die Städte Stockholm, Amsterdam, Paris, aber auch London überbewertet.
faz.net

Supermarkterpresser gesteht: Der am Freitag verhaftete mutmaßliche Supermarkterpresser hat gestanden, vergiftete Lebensmittel in Supermärkten verteilt und damit die Händler erpresst zu haben. Staatsanwaltschaft und Polizei in Konstanz teilten dies am Samstag mit. Dem Mann drohen nun fünf bis 15 Jahre Haft. Sollte ihm Tötungsabsicht nachgewiesen werden, wäre auch eine lebenslängliche Haftstrafe möglich.
spiegel.de

Weibliche Dax-Vorstände sind in der Minderheit, verdienen aber fünf Prozent mehr als ihre männlichen Kollegen tagespiegel.de
Deutsche Post testet Lieferwagen mit Brennstoffzellen handelsblatt.com
Prozess gegen ehemalige Chefs der Hypo Real Estate gegen 43.000 Euro eingestellt sueddeutsche.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Eine Welt ohne Plastik: Galt Plastik lange als Wundermittel, ist es inzwischen in Verruf geraten, weil so viel davon in die Umwelt gelangt. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sorgte unlängst eine Studie für Aufsehen, laut der es 2050 mehr Plastik als Fische im Ozean geben könnte. Die Bewegung “Zero Waste” möchte möglichst sogar auf jegliche Art von Müll verzichten. In Berlin und Kiel eröffneten 2014 die ersten Unverpackt-Läden – inzwischen gibt es sie bundesweit. Auf Blogs kursieren Rezepte für selbstgemachten Badreiniger oder wird erklärt wie man aus Kastanien Waschmittel herstellt. Drumherum hat sich eine Industrie aus Firmen gebildet, die plastikfreie Produkte anbieten: Zahnbürsten aus Bambus, Brotboxen aus Zucker und Wachs, Teebeutel aus Stoff oder Strohhalme aus Glas.
tagesspiegel.de

Labelwirrwarr um vegetarische und vegane Nahrung: In Sachen vegane oder vegetarische Lebensmittel fehlt ein einheitliches staatliches Siegel. Es herrscht stattdessen Vielfalt: “V” hier, ein Schriftzug “Veggie” dort, ein grünes “vegan+”, ein “fleischfrei” darunter oder eine “Veganblume” daneben. Verbände, Hersteller und Supermärkte schaffen so ihre eigenen Siegel und kreieren Verwirrung beim Verbraucher. Im Moment ist lebensmittelrechtlich noch nicht einmal definiert, was vegetarisch oder vegan ist. Zumindest das soll sich ändern: Die unabhängige Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission arbeite gerade an einem entsprechenden Leitsatz, lässt das Landwirtschaftsministerium mitteilen.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

100.000 Kunden von Air Berlin werden wohl keine oder nur eine geringe Erstattung für annullierte Langstreckenflüge bekommen. Betroffen sind jene Kunden, die vor dem 15. August, dem Tag der Insolvenzanmeldung, Tickets gekauft haben. Deren Geld geht in die Insolvenzmasse der Fluggesellschaft ein. Das Unternehmen habe keine Möglichkeit, daraus Erstattungen vorzunehmen, erläuterte ein Sprecher.
tagesspiegel.de

– ZITATE –

“Es wäre in Ordnung, wenn ein grüner Finanzminister die Mittelschicht entlastet und den Soli abschafft, während ein liberaler Umweltminister eine vernünftige Energiepolitik ohne die ökologisch unwirksamen und unsozialen Subventionen macht.”

FDP-Parteichef Christian Lindner muss nicht unbedingt Finanzminister werden. Über Posten würde ohnehin als letztes entschieden, zunächst ginge es um Inhalte.
faz.net

“Der ist völlig deppert, der Kerl.”

SPD-Vorsitzender Martin Schulz kritisieren Gerhard Schröders Entscheidung, Aufsichtsratschef beim russischen Ölkonzern Rosneft zu werden.
sueddeutsche.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Europäische Politiker kritisieren Polizeigewalt in Katalonien
Angreifer tötet in Marseille zwei Frauen
Erdogan hält Zugehörigkeit zur EU für verzichtbar
Grüne und FDP pochen auf Zweier-Sondierungen

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Mehr Unternehmer im Bundestag: Im Bundestag sitzen zukünftig deutlich mehr Unternehmer. Die Anzahl von Selbständigen und Firmenbesitzern steigt von 35 auf 76. Dreißig davon sitzen bei der Union, 19 gehören der AfD an, 13 finden sich bei der FDP. Die restlichen 14 verteilen sich auf Grüne, Linke und SPD.
spiegel.de

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Morgenlage Politik am Montag, 2. Oktober 2017

Für Politik-Entscheider am Montag, 2. Oktober 2017

– TITELSEITEN –

Bild: Die Schulz-Offenbarung (SPD-Kandidat)
FAZ: Zusammenstöße während Abstimmung in Katalonien
Handelsblatt: Der geschwächte Riese (Deutsche Bank)
SZ: Spaniens Polizei greift brutal durch
Tagesspiegel: Madrid will Spaniens Einheit mit Gewalt retten
taz: Ist Spanien noch zu retten? (Gewalt beim Referendum)
Welt: Die neuen Gastarbeiter kommen vom Westbalkan


– CASDORFFS AGENDA –

tagesspiegel-casdorffDer Politologe Claus Leggewie schrieb vor Jahrzehnten, vor der Wende in Deutschland: „Der Geist steht rechts.“ Zum 27. Jahrestag der glücklichsten Fügung deutscher Nachkriegsgeschichte kommt einem beim Betrachten der aktuellen Politik Leggewie wieder in den Sinn – weil die großen Parteien nach der unglücklichen Bundestagswahl sich nach rechts zu wenden scheinen. Aber rechts ist nicht gleich rechts. Im Blick auf die Sozialdemokraten kann es auch eine Rückbesinnung sein: darauf, dass die Genossen eigentlich immer mit den sogenannten kleinen Leuten im Bunde waren. Groß im Bunde. Und es sind Millionen, die sich soziale Gerechtigkeit und dazu Sicherheit in jeglicher Hinsicht wünschen. Sie wollen ihr hart Erworbenes gesichert wissen, auch durch Recht und Gesetz, das für alle gilt, für neue und alte Deutsche, für Zufluchtsuchende außerdem. Das ist im Einheitsjahr 28 offenkundig ein einigendes Begehr der Deutschen: dass dieser Wunsch geachtet wird. Da sind sich dann zum Beispiel auch die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles und ihr früherer Förderer und Ex-SPD-Chef, der Linke Oskar Lafontaine, sehr nahe. Der Geist steht rechts? Wie man’s nimmt.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur


– NEWS –

Europäische Politiker kritisieren Polizeigewalt in Katalonien: Bei dem Referendum über die Unabhängigkeit in der spanischen Region Katalonien haben die Separatisten mit rund 90 Prozent der Stimmen gewonnen. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont beanspruchte das Recht auf Unabhängigkeit seiner Region. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach der Abstimmung jede Gültigkeit ab. Es habe in Katalonien kein Referendum, sondern eine Inszenierung gegeben. Nach teils brutaler Polizeigewalt wurden mehr als 800 Menschen verletzt. Nach Ansicht der Grünen im EU-Parlament war der Einsatz der Polizei gegen die katalanischen Wähler ein großer Fehler von Rajoy. Beide Seiten müssten an den Verhandlungstisch zurückkehren, die EU-Kommission müsse in dem Konflikt vermitteln. Auch SPD-Chef Martin Schulz rief beide Seiten zum Dialog auf.
tagesspiegel.de, zeit.de, handelsblatt.com

Angreifer tötet in Marseille zwei Frauen: Nach dem Messerangriff in Marseille hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Angreifer tötete am Sonntag nach Angaben aus französischen Sicherheitskreisen zwei Frauen, bevor er von Soldaten erschossen wurde. Präsident Emmanuel Macron lobte die besonnene Reaktion der Sicherheitskräfte. Der IS beanspruchte den Anschlag für sich. Nach einer Messerattacke auf einen Polizisten in der kanadischen Stadt Edmonton geht die Polizei von einem terroristischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter hatte mit einem Lieferwagen Menschen angefahren und auf einen Polizisten eingestochen.
tagesspiegel.de, zeit.de, welt.de

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Pflegebedürftigen droht Finanzierungslücke: Im Schnitt 1.697 Euro müssen Betroffene und ihre Angehörigen für den Aufenthalt im Pflegeheim aus der eigenen Tasche zahlen. Das zeigt eine Auswertung von rund 11.400 vollstationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Je nach Pflegeheim und Bundesland kann der Eigenanteil mehrere tausend Euro im Monat betragen.
pkv.de

Erdogan hält Zugehörigkeit zur EU für verzichtbar: Die Türkei ist nach Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht mehr auf eine Mitgliedschaft in der EU angewiesen. Zugleich appellierte Erdogan an die EU, die Türkei als Vollmitglied aufzunehmen. Nur so könne diese einen Schritt nach vorne machen. Die Türkei werde mit Freude einen Beitrag zur Zukunft Europas leisten, so Erdogan. Der türkische Europaminister Ömer Celik hat einen Zusammenhang zwischen dem Flüchtlingsdeal und dem Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl hergestellt.
tagesspiegel.de, bild.de, welt.de

Grüne und FDP pochen auf Zweier-Sondierungen: Die ersten Gespräche über eine Jamaika-Koalition sollen nach dem Willen von Grünen und FDP nur von jeweils zwei Parteien geführt werden. Der Chef der CSU-Bundestagsabgeordneten, Alexander Dobrindt, äußerte sich skeptisch: Vertrauensvolle Gespräche könne es nur geben, wenn alle vier Partner am Tisch säßen. Grü­nen-Frak­ti­ons­che­fin Karin Gö­ring-Eckardt ­kün­digte an, den AfD-Kan­di­da­ten Al­brecht Gla­ser nicht zum Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten zu wäh­len. Der linke Flügel in der SPD fordert nach einem Medienbericht eine programmatische Erneuerung der Partei. Im Bundestag sitzen einer Untersuchung zufolge gut doppelt so viele Unternehmer wie im alten Parlament.
welt.de, zeit.de

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Viele reden vom Tierwohl. Wir machen was. Die Initiative Tierwohl ist das Bündnis von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel. Für jedes Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch sowie Wurst zahlen wir in einen Tierwohlfonds ein. Das sind 255 Millionen Euro bis Ende 2017. Mehr unter: www.initiative-tierwohl.de

Trump nennt Gespräche mit Nordkorea Zeitverschwendung: US-Präsident Donald Trump hat seinen Außenminister Rex Tillerson wegen dessen Gesprächsbereitschaft gegenüber Nordkorea öffentlich brüskiert. Er habe Tillerson gesagt, dass er seine Zeit vergeude, wenn er versuche, mit Kim Jong Un zu verhandeln, schrieb Trump bei Twitter. Tillerson hatte am Samstag gesagt, man stehe in Kontakt mit Pjöngjang, um die Möglichkeit von direkten Verhandlungen auszuloten. Außenminister Sigmar Gabriel begrüßte Tillersons Gesprächsangebot und betonte, Nordkorea wäre gut beraten, dieses anzunehmen.
tagesspiegel.de, dw.com

Erste “Ehe für alle” in Berlin geschlossen: In Deutschland ist seit Sonntag das Gesetz der “Ehe für alle” in Kraft. Es ermöglicht schwulen und lesbischen Paaren, genauso zu heiraten wie heterosexuelle Paare. Als erstes Paar wurden in Berlin zwei Männer getraut, die seit 1979 zusammen sind. Linken-Politiker Dietmar Bartsch sprach von einem historischen Tag. Es werde umgesetzt und zelebriert, wofür die Grünen jahrzehntelang gekämpft hätten, erklärten die Grünen-Politiker Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter.
welt.de

Gesetz gegen Hetze im Internet in Kraft: Das Gesetz zum härteren Vorgehen gegen Hass und Hetze im Internet ist am Sonntag mit einer Übergangsregelung in Kraft getreten. Es verpflichtet Online-Netzwerke, Beschwerden über Hasskriminalität und andere strafbare Inhalte umfassender zu bearbeiten und diese schneller zu löschen. Die am heftigsten diskutierten Regelungen des Gesetzes wie die Fristen von 24 Stunden bzw. einer Woche zum Löschen strafbarer Inhalte greifen erst nach der dreimonatigen Übergangsregelung zum 1. Januar. Kritiker warnen, dass die Fristen die Online-Firmen dazu verleiten könnten, in unklaren Fällen eher zu löschen, um nicht Gefahr zu laufen, mit Geldstrafen belegt zu werden.
dw.com

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Alle Ergebnisse der Bundestagswahl auf einen Blick – Wie sieht der neue Bundestag aus? Wer sitzt drin, wer hat es nicht geschafft? Welche Koalitionen sind rechnerisch möglich, welche auch politisch denkbar? Das und mehr erfahren Sie auf unserer Sonderseite: Zum Wahl-Spezial `17

– IN KÜRZE –

Ostbeauftragte der Regierung warnt davor, Belange der neuen Länder zu vernachlässigen handelsblatt.com
Trump schimpft über Kritik aus Puerto Rico handelsblatt.com
Proteste für Demokratie in Hongkong bild.de

– STANDPUNKT –

Wirtschaftsministerin Zypries will keinen Nine-to-Five-Job: Brigitte Zypries, die sich nicht erneut um ein Bundestagsmandat beworben hatte, möchte nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung vor allem ehrenamtlich tätig sein. Sie wolle sich für Jugendliche engagieren und ihre digitalen Kompetenzen stärken. Konkret wolle sie dem südafrikanischen Verein “Masifunde” helfen, der benachteiligte Kinder aus Townships durch Bildungsprogramme unterstützt. Einen 9-bis-17-Uhr-Job wolle sie nicht mehr haben.
tagesspiegel.de

Niedersachsens Ministerpräsident Weil warnt SPD vor Hoffnungen auf Kanzleramt 2021: In zwei Wochen will der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil die Landtagswahl in Niedersachen für die SPD gewinnen. Jetzt hat er die Erwartungen der Sozialdemokraten gedämpft, was die nächste Bundestagswahl 2021 betrifft. Die Partei stehe bei 20 Prozent und sei gut beraten, notfalls auch eine längere Wegstrecke in den Blick zu nehmen. Weil warnte davor, Illusionen zu schüren. Die SPD sollte sich darauf einstellen, auch 2021 nicht das Kanzleramt zu erobern.
spiegel.de

Ex-AfD-Chefin Petry kündigt Partei-Neugründung an: Frauke Petry kündigte nach ihrem Austritt aus der AfD an, eine neue Partei zu gründen. Diese solle für einen realpolitischen Kurs mit marktwirtschaftlicher Ausrichtung stehen. Außerdem wolle sie auch im Bundestag künftig eine eigene Gruppe bilden. Petry hat eine Hexenjagd in ihrer einstigen Partei beklagt. Wer als ihr Anhänger gelte, werde wie ein Verräter behandelt und in den sozialen Netzwerken regelrecht verfolgt. Wegen der fortwährenden Angriffe auf ihre eigene Person sei es ihr nicht möglich gewesen, nach der Wahl noch in der neuen AfD-Bundestagsfraktion mitzuarbeiten.
zeit.de, tagesspiegel.de

– TALKSHOW –

Anne Will: Nach der Protestwahl – Wäre Jamaika die richtige Antwort? Bayerns Finanzminister Markus Söder erklärte, er hoffe auf einen Erfolg der Jamaika-Verhandlungen. Als Söder die Abschiebepolitik kritisierte, entgegnete Journalist Heribert Prantl, die Abschiebehindernisse würden rechtsstaatlich und nicht von Söder festgelegt. Wie dieser nach Afghanistan abschiebe, sei eine Sauerei. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck sagte, Jamaika habe keiner gewollt. Nun müsse man sich halt zusammenraufen. Problematisch sei allerdings, dass keine der potenziellen Partner für die soziale Frage stehe. Viele Menschen aber hätten die AfD gewählt, weil sie sich mitunter sozial abgehängt fühlten. Die CSU werde gar nicht mehr als sozial wahrgenommen, sondern nur noch als Obergrenzenpartei. FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sieht Jamaika kritisch. Man solle das lieber Schwampel nennen, auch wenn es nicht sexy sei. SPD-Politikerin Petra Köpping sagte, die Unterschiede zwischen Ost und West seien nach wie vor gravierend. Die Menschen hätten die Nachwendezeit einfach nicht verarbeitet. Die Parteien dürften nicht über sich sprechen, sondern über das, was die Bürger bewege, mahnte Köpping.
daserste.de

– CAUSA-DEBATTE –

Deutsche Macht darf sich jetzt nicht provinzialisieren, sagt Crister S. Garrett, Professor für US-Geschichte und Kultur Universität Leipzig, im Rahmen der Causa-Debatte “Wahl 2017: Der Blick aus dem Ausland”. Auch nach der Wahl setzen die amerikanischen Transatlantiker auf die Merkel-Karte. Die Kanzlerin steht für Kontinuität und Kooperation. Die größte Sorge in Washington ist, dass der Tumult nach den Wahlen die Machtposition Deutschlands schwächen könnte.
causa.tagesspiegel.de (Crister S. Garrett); causa.tagesspiegel.de (Alle Debattenbeiträge)

– HINTERGRUND –

27 Jahre Deutsche Einheit: In diesem Jahr findet das zentrale Fest zum Tag der Deutschen Einheit am Dienstag in Mainz statt; erwartet werden mehr als eine halbe Mio. Besucher. Vom offiziellen Auftakt auf dem Fischtorplatz bis zum feierlichen Abschluss am Rheinufer gibt es mehr als 100 Veranstaltungen. Mit dabei sind unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel. Auch in Berlin gibt es einen Gottesdienst und ein Volksfest. Vor dem Tag der Einheit warnte Bundesratspräsidentin Malu Dreyer davor, das Erstarken der AfD bei der Bundestagswahl vor allem als Problem des Ostens zu bewerten.
bild.de, tagesspiegel.de, handelsblatt.com

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Eines der bestgehüteten Geheimnisse der Berliner Republik: Ihre Zeitung ist der Tagesspiegel. Er wird von mehr Hauptstadtpolitikentscheidern gelesen, als FAZ+SZ+Welt+Handelsblatt zusammen. Probelesen!
tagesspiegel.de

– POLITIK-JOBS –

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politjobs.de, politjobs.de/go/ (Inserat schalten)

– KALENDER –

10:00 Beginn der Zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, Mainz
12:30 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gibt Mittagessen anlässlich des 85. Geburtstag des früheren Innenminister Otto Schily, Schloss Bellevue, Berlin
15:00 Finanzminister Wolfgang Schäuble bei seiner Aufnahmezeremonie als auswärtiges assoziiertes Mitglied der Académie des Sciences Morales et Politiques, Paris, Frankreich
15:00 Auftakt Plenarwoche des EU-Parlaments, Straßburg, Frankreich

– ZITATE –

“Die Bürgerinnen und Bürger sollten nicht nur zu Wahlen, sondern auch dazwischen befragt werden.”

Angesichts der im Wahlkampf zu Tage getretenen Unzufriedenheit in der Bevölkerung fordert SPD-Vize Manuela Schwesig Volksentscheide im Bund.
tagesspiegel.de

“Das betrifft nicht nur die Bayern und die CSU, sondern das ist deutschlandweit jetzt die Aufgabe.”

Nach dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl muss die Union nach Ansicht von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer darum kämpfen, im bürgerlichen Lager Vertrauen zurück zu gewinnen.
n-tv.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR WIRTSCHAFTS-ENTSCHEIDER –

Audi einigt sich mit Ex-Chefentwickler
Internationaler Austausch von Steuerdaten
Sorge um Immobilienblasen wächst
Supermarkterpresser gesteht

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Wirtschafts-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/wirtschaft

– DAS LETZTE –

Keine Reue nach Gebrauch von Regierungsflugzeug: US-Gesundheitsminister Tom Price musste seinen Hut nehmen, weil er auf Staatskosten Luxusflüge nutzte. Der Arzt und frühere Abgeordnete ist aber nicht der einzige Trump-Mitarbeiter, der es auf Reisen bequem und teuer mag. Finanzminister Steve Mnuchin, ein schwerreicher Banker, ließ sich mit seiner Frau in einem offiziellen Flugzeug nach Kentucky bringen, um die Sonnenfinsternis zu erleben. Mnuchin erklärte am Sonntag, dies sei völlig gerechtfertigt gewesen.
tagesspiegel.de, reuters.com

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