tägliches Archiv: 26/09/2017

Morgenlage Wirtschaft am Dienstag, 26. September 2017

Für Wirtschafts-Entscheider am Dienstag, 26. September 2017

– WIRTSCHAFTSNEWS –

Wirtschaft distanziert sich von AfD: Der Wahlerfolg der Alternative für Deutschland sei “schockierend”, sagte Volkswagen-Chef Matthias Müller. Auch Siemens-Chef Joe Kaeser, ein Anhänger und Unterstützer von Bundeskanzlerin Angela Merkel, reagierte entsetzt und selbstkritisch. Der “fulminante” Einzug der AfD ins Parlament sei auch “eine Niederlage der Eliten in Deutschland“. Obwohl sich die AfD in ihrem Parteiprogramm einen eher wirtschaftsliberalen Anstrich gibt, Steuern senken und den Staat verschlanken will, gehen Unternehmen, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften auf deutliche Distanz zu den Rechtspopulisten. Der Deutsche Aktienindex reagierte am Montag gelassen auf den Wahlausgang. Anfängliche Verluste konnte der wichtigste deutsche Börsenindex bereits am Morgen wettmachen und drehte im Laufe des Tages ins Plus.
tagesspiegel.de

Air Berlin: Gute Perspektiven für die Beschäftigten: Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin sieht im laufenden Verkaufsprozess gute Jobperspektiven für 80 Prozent der Beschäftigten. Es sei allerdings nicht möglich, alle Arbeitsplätze zu erhalten, so Sachwalter Lucas Flöther am Montag. Mehrere Tausend Beschäftigte können demnach bei der Lufthansa unterkommen. Mit dem deutschen Marktführer laufen Verhandlungen über Teile der Air Berlin sowie deren Töchter Luftverkehrsgesellschaft Walter und Niki. Zudem wolle die Easyjet einen Teil der Flotte übernehmen, was weitere Arbeitsplatz-Perspektiven bringe. Air Berlin hatte Ende März 8.600 Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte. In Vollzeitstellen gerechnet ergibt sich nach Unternehmensangaben vom Montag die Zahl 6.500.
tagesspiegel.de, faz.net

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Knackpunkte für Koalitionsverhandlungen: Ein Knackpunkt bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union, FDP und den Grünen könnte die Zukunft des Verbrennungsmotors werden. Die Grünen wollen einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2030. Die CSU will das nicht in einem Koalitionsvertrag sehen. Die FDP stellte im Wahlkampf die EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe in Frage, ein No-Go für die Grünen. Die Liberalen lehnen außerdem jede Form von Subventionen für Elektroautos ab. CSU und FDP wollen aber vor allem den Nahverkehr elektrifizieren. Da könnten die Grünen mitgehen.
faz.net

Ryanair fordert den Bund auf, Tegel zu unterstützen: Die irische Fluggesellschaft Ryanair fordert die neue Bundesregierung dazu auf, den Erhalt Tegels zu unterstützen. Die zusätzlichen Kapazitäten stärkten den Wettbewerb und ermöglichten weiterhin niedrige Flugpreise. Als Befürworter der Offenhaltung Tegels sponserte Ryanair vor dem Volksentscheid am Sonntag 100 großflächige Werbeplakate des Bündnisses “Berlin braucht Tegel”. Vor allem im alten Westen der Stadt wurde flächendeckend für den Weiterbetrieb gestimmt. Im Osten war man eher dagegen. Mit einer Ausnahme: der Südosten, der am stärksten von einer Mehrbelastung durch Flüge zum neuen BER betroffen ist. Formal wurde nicht für die Offenhaltung, sondern gegen die Schließungsabsichten des Senats gestimmt. Rechtlich bindend ist das Votum allerdings nicht.
faz.net

Giovanni P. bleibt in Haft: Der frühere Audi-Mitarbeiter Giovanni P. bleibt in Haft. Zwar hatte das Landgericht München den Haftbefehl vor knapp zwei Wochen außer Kraft gesetzt, doch die Staatsanwaltschaft hatte umgehend Beschwerde gegen den Beschluss eingelegt. Das Oberlandesgericht München muss nun über seine Freilassung entscheiden. P. gilt als Schlüsselfigur bei der Manipulation mit Abschalteinrichtung, die über den wahren Schadstoffgehalt von Diesel-Fahrzeugen hinwegtäuschen sollen.
spiegel.de

Thyssen-Krupp verschafft sich Kapital: Thyssen-Krupp hat sich nach der Einigung auf eine Fusion der Stahlsparte mit der indischen Tata Steel gut eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt besorgt. Durch die Platzierung von knapp 56,6 Millionen Euro neuer Aktien fließen dem Unternehmen brutto rund 1,4 Milliarden Euro zu. Der Schritt folge “auf wesentliche strategische Weichenstellungen der vergangenen Monate”, hatte es in einer vorherigen Mitteilung zur Ankündigung der Maßnahme geheißen. Man schaffe sich Spielraum für Wachstum im Industriegütergeschäft.
handelsblatt.com

Volksentscheid in Duisburg verhindert größtes Outlet-Center Deutschlands faz.net
Opels Marketingchefin Tina Müller wechselt zur Parfümeriekette Douglas spiegel.de
Macron macht sich für Fusion von Siemens und Alstom stark sueddeutsche.de

– STRATEGIE & MANAGEMENT –

Amazon: Privatpersonen sollen Pakete ausliefern: Die Logistik-Branche leidet gerade unter dem Mangel an Fahrern zur Auslieferung von Paketen. Die durch den Online-Handel stark gestiegene Nachfrage kann oft nicht mehr bedient werden. So hat der Paketdienst Hermes zurzeit massive Probleme. Um der immer mehr wachsenden Bestellflut Herr zu werden, spielt Amazon nun offenbar mit dem Gedanken, künftig auch in Deutschland Privatleute als Paketboten einzuspannen. In den USA ist dieser Dienst unter dem Namen Amazon Flex schon 2015 gestartet und wird inzwischen in 30 Städten angeboten. So wie Uber Privatleute zu Taxifahrern macht, kann so nun auch jedermann zum Paketboten werden. Auf eine mögliche Ausweitung in Deutschland deuten Stellenanzeigen hin, die Amazon Flex geschaltet hat.
tagesspiegel.de

Microsoft setzt auf Quantencomputer: Microsoft hat unter CEO Satya Nadelle den Struktur- und Strategiewandel geschafft. Microsoft gilt als zweitgrößter Anbieter für Cloud-Infrastruktur nach Amazon und vor IBM oder Google. Der Einstieg in Augmented Reality erfolgte, bevor Apple auch nur Pläne präsentieren konnte.Nach der Demokratisierung der künstlichen Intelligenz verkündet Nadelle jetzt den Beginn in das Quanten-Computing für jedermann. Noch 2017 werden Microsoft-Entwickler in der Lage sein, für Quantencomputer zu programmieren. Es wird eine eigene Programmiersprache für diese weitgehend unbekannte Art des Computing geben und sie wird eingebettet sein in die Standard-Umgebung für Microsoft-Programmierer, “Visual Studio”, das hunderttausende Programmierer beherrschen.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

57 Milliarden Euro will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bis 2022 in Zukunftsprojekte investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu beheben.
spiegel.de

– ZITATE –

“Die AfD ist eine Partei, die auf Protektionismus setzt und damit konträr zu den Prinzipien von Familienunternehmern steht.”

Reinhold von Eben-Worlée vom Verband “Die Familienunternehmer”, will sich nicht mit der AfD gemein machen.
tagespiegel.de

“Für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller besteht jetzt ein unmissverständlicher Auftrag, die rechtlich mögliche Offenhaltung von Tegel mit Respekt und Nachdruck umzusetzen.”
Der Berliner FDP-Fraktionsvorsitzende Sebastian Czaja sieht in Sachen Tegel den Berliner Senat in Zugzwang.
faz.net

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR POLITIK-ENTSCHEIDER –

Petry will AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören
CDU und CSU vertagen Entscheidungen über künftigen Kurs
Neuer Bundestag größter und teuerster aller Zeiten
Türkei zur Aussöhnung mit Deutschland bereit

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Politik-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/politik

– PETITESSE –

Goodbye Tengelmann: In dieser Woche ist es soweit: Fast alle Kaiser’s bzw. Tengelmann-Märkte sind aus Deutschland verschwunden. Edeka und Rewe sind mit der Umstellung zufrieden und ziehen eine positive Bilanz. Nur in Nordrhein-Westfalen zieht sich der Umbau von voraussichtlich 27 von insgesamt 48 Filialen bis 2018 hin, weil sie aufwendig saniert werden müssen. Ansonsten wird Edeka bis Ende September alle 338 zum 1. Januar von Tengelmann übernommenen Supermärkte umgestellt haben.
sueddeutsche.de

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Morgenlage Politik am Dienstag, 26. September 2017

Für Politik-Entscheider am Dienstag, 26. September 2017

– TITELSEITEN –

Bild: Der Petry-Putsch
FAZ: Querelen nach der Wahl
Handelsblatt: Der Auftrag für Jamaika
SZ: Angela Merkel muss kämpfen
Tagesspiegel: Merkel sucht ihren Kurs
taz: Merkel im grünen Bereich
Welt: Die Republik sortiert sich


– CASDORFFS AGENDA –

tagesspiegel-casdorffDas Wahlbeben und seine Folgen: Der Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck, der nur knapp nicht Spitzenkandidat wurde, lässt jetzt einige Spitzen gegen seine Kollegen los. Er fordert Selbstbewusstsein in den anstehenden Sondierungsgesprächen mit Union und FDP. Habeck weiß, wovon er spricht. Auch er musste mit dem Rücken zur Wand eine Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein verhandeln. Und war zu dem bereit, was er nun von Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt verlangt: jederzeit den Tisch zu verlassen. Denn Selbstaufgabe ist keine Option. Nur für Dienstposten und Dienstwagen – so billig dürfen sich die Grünen nicht machen. Allerdings gibt es auch diese Furcht: am Ende die schwächste der Oppositionsfraktionen zu sein. Diese Vorstellung kann eine Partei schon mal beben lassen.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur


– NEWS –

Petry will AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören: Nachdem AfD-Chefin Frauke Petry am Montag angekündigt hat, kein Mitglied in der Bundestagsfraktion ihrer Partei werden zu wollen, forderten AfD-Chef Jörg Meuthen und Spitzenkandidatin Alice Weidel Petry auf, die Partei zu verlassen. Petry will sich als Führungsfigur für einen konservativen Neuanfang positionieren. Ob sie dafür eine neue Partei gründen will, ließ sie am Montag offen. Vier bisherige AfD-Abgeordnete des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern sind aus der Fraktion ausgetreten. Spitzenkandidat Alexander Gauland hat das Bekenntnis von Kanzlerin Angela Merkel infrage gestellt, wonach das Existenzrecht Israels zur Staatsräson in Deutschland gehört. In mehreren Städten gingen Menschen auch am Montag gegen die AfD auf die Straße.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, spiegel.de, zeit.de

CDU und CSU vertagen Entscheidungen über künftigen Kurs: Die Union will erst nach der Wahl in Niedersachsen über die Gründe für die schlechten Wahlergebnisse beider Parteien beraten. Kanzlerin Angela Merkel warnte vor Gedankenspielen über eine vorgezogene Neuwahl. Mit Blick auf die AfD kündigte sie an, die verloren gegangenen Wähler wieder zurückgewinnen zu wollen. Als Fraktionschef habe sie Volker Kauder vorgeschlagen. Sondierungsgespräche will sie mit FDP und Grünen, aber auch mit der SPD führen. FDP und Grüne signalisierten Gesprächsbereitschaft. Eine Jamaika-Koalition stößt bei den Deutschen laut einer Umfrage auf große Zustimmung. Die CSU dementierte Berichte, wonach Parteichef Horst Seehofer die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU infrage stelle. Bildungsministerin Johanna Wanka will in einer künftigen unionsgeführten Regierung nicht mehr Ministerin werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt soll nach Ansicht von Seehofer der neue Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble ist im Gespräch als nächster Bundestagspräsident.
tagesschau.de, zeit.de, faz.net, tagesspiegel.de

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Deutschlands beliebteste Pflegeprofis 2017 – Platz 3: Die Krankenpflegerinnen Janine Heuer und Ina Strutz der Neurologie-Station N4 des Regio-Klinikums Pinneberg sind als Landessieger in Schleswig Holstein hervorgegangen. Beim bundesweiten Entscheid haben sie den dritten Platz erreicht. Erfahren Sie mehr über die beiden Krankenpflegerinnen:
pkv.de

Schulz weist Merkels Gesprächsangebot zurück: SPD-Chef Martin Schulz hat bekräftigt, dass er seine Partei in die Opposition führen will. Es sei eindeutig, dass die Deutschen keine Fortsetzung der großen Koalition gewollt hätten. Personell will sich die SPD im Bundestag neu aufstellen. Die bisherige Arbeitsministerin Andrea Nahles soll neue Fraktionschefin werden. Schulz versprach außerdem, das Wahlfiasko bis zum Parteitag Anfang Dezember in Gremien, Klausursitzungen und acht Regionalkonferenzen aufzuarbeiten und über den Kurs der Partei zu beraten. Der ehemalige Innenminister Otto Schily hat einen personellen Neuanfang in der Parteiführung gefordert.
handelsblatt.com, welt.de, tagesspiegel.de

Neuer Bundestag größter und teuerster aller Zeiten: Am Sonntag ist die von Wahlforschern befürchtete Folge eines verunglückten Wahlsystems eingetreten: Durch 46 Überhangmandate (43 für die Union und drei für die SPD) und 65 Ausgleichsmandate wächst der Bundestag über seine Mindestgröße von 598 Sitzen hinaus und hat künftig 709 Abgeordnete. Es mussten 111 zusätzliche Sitze vergeben werden, um die Ergebnisse in den Ländern mit dem bundesweiten Parteienproporz in Einklang zu bringen. CDU und CSU stürzen zwar ab, aber sind noch immer stark genug, um in mehreren Bundesländern sehr viele Direktmandate zu gewinnen. Für den Steuerzahler bedeutet ein größeres Parlament zunächst einmal höhere Kosten.
tagesspiegel.de, welt.de

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Türkei zur Aussöhnung mit Deutschland bereit: Die türkische Regierung ist nach eigenen Angaben bereit zur Normalisierung der Beziehungen zu Deutschland. Wenn Deutschland einen Schritt mache, werde sein Land zwei tun, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die Hoffnung geäußert, nach der Wahl ein neues Kapitel im Verhältnis zu Deutschland aufschlagen zu können, wenn Berlin den türkischen Forderungen nachkomme. Im Prozess gegen Mitarbeiter der türkischen Zeitung “Cumhuriyet” hat ein türkisches Gericht die Freilassung des Journalisten Kadri Gürsel angeordnet. Nach dem Referendum der Kurden im Nordirak wächst die Sorge vor neuen Spannungen in der Region.
welt.de, n-tv.de, tagesspiegel.de; handelsblatt.com (Irak)

Nordkorea wertet Trumps Worte als Kriegserklärung: Nordkorea fasse die jüngsten Kommentare von US-Präsident Donald Trump als Kriegserklärung auf, sagte Außenminister Ri Yong Ho am Montag. Ri drohte mit dem Abschuss strategischer Bomber der USA – selbst, wenn diese nicht in den nordkoreanischen Luftraum eindringen würden. Trump hatte am Samstag getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung würden nicht mehr lange hier sein. Das Weiße Haus hat bestritten, dass Trump mit seinen martialischen Drohungen an Nordkorea dem Land den Krieg erklärt habe.
handelsblatt.com, tagesspiegel.de

Russland tötet laut Menschenrechtlern Zivilisten in Syrien: Die russische Luftwaffe soll bei Angriffen in Syrien mindestens 37 Zivilisten getötet haben. Unter den Opfern seien auch 12 Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Bei zwei Luftangriffen der US-geführten Militärkoalition in Syrien sind im März dieses Jahres nahe Rakka mindestens 84 Zivilisten getötet worden. Zu diesem Ergebnis kommt Human Rights Watch in einem Bericht. In Stuttgart hat die Verhandlung gegen vier mutmaßliche Mitglieder einer ausländischen terroristischen Vereinigung begonnen.
dw.com, spiegel.de, welt.de

– IN KÜRZE –

NPD zu unbedeutend für Staatsgeld spiegel.de
Pegida feiert AfD-Wahlerfolg in Dresden faz.net
Amtsgericht Dresden verurteilt Publizisten Akif Pirincci wegen Volksverhetzung tagesspiegel.de
Japans Ministerpräsident kündigt Neuwahlen an zeit.de
Uno wirft Russland schwere Menschenrechtsverletzungen vor spiegel.de
Früherer US-Politiker Anthony Weiner muss wegen neuen Sex-Skandals ins Gefängnis tagesspiegel.de

– STANDPUNKT –

FDP-Chef Lindner fordert Richtungswechsel: Nach dem Wiedereinzug in den Bundestag haben die FDP-Abgeordneten Christian Lindner einstimmig zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Lindner bekräftigte, dass seine Partei nur bei einem spürbaren Politikwechsel in Deutschland in eine Jamaika-Koalition mit Union und Grünen eintreten werde. Die FDP wolle die Richtung der Politik verändern, sagte Lindner. Wenn eine neue Regierung nur mit anderen Farben das gleiche wie die große Koalition mache, wäre das ein Wählerbeschaffungsprogramm für Protestparteien. Union, SPD und Grüne seien in wesentlichen Punkten ununterscheidbar geworden und hätten die politische Mitte geräumt. Diese Lücke wolle die FDP füllen.
welt.de

CDU-Vize Klöckner warnt vor Rechtsruck: Nach dem enttäuschenden Ergebnis bei der Wahl zeichnet sich ein Streit über die Neuausrichtung in der Union ab. Julia Klöckner betonte am Montag mit Blick auf das starke Abschneiden der AfD, die Union brauche keinen Ruck nach rechts. CDU und CSU müssten die Themen ansprechen, die die Bürger bewegten in der Mitte der Gesellschaft – nichts tabuisieren, nichts schlechtreden, aber vor allen Dingen die AfD auch stellen.
handelsblatt.com

Linksfraktionschefin Wagenknecht macht Union und SPD für AfD-Erfolg mitverantwortlich: Sahra Wagenknecht hat den bisherigen Regierungsparteien Union und SPD einen wesentlichen Teil der Schuld am Erstarken der AfD gegeben. Die Mütter und Väter der AfD, das seien diejenigen Parteien, die in den letzten Jahren zu wachsender sozialer Ungerechtigkeit beigetragen hätten, sagte sie. Wagenknecht erwähnte in diesem Zusammenhang die Deregulierung des Arbeitsmarktes und explodierende Mieten.
n-tv.de

– TALKSHOW –

Hart aber Fair: Die gerupfte Kanzlerin – wie regieren nach dem Debakel der Volksparteien? ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte, Kanzlerin Angela Merkel habe mit Hilfe der großen Koalition jede inhaltliche Debatte unterbunden. Das habe zu einer Krise geführt, deren Ergebnis sei, dass die AfD nun im Parlament ist. Ähnlich argumentierte der Politikwissenschaftler Werner Patzelt. Merkel habe die Flüchtlingskrise unterschätzt, die Kritik daran ignoriert und hinterher auch noch behauptet, alles richtig gemacht zu haben. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck entgegnete, das Wahldebakel der Volksparteien sei vielmehr eine kulturelle Gerechtigkeitsfrage und nicht Folge falscher Entscheidungen im Kanzleramt. Die gesellschaftliche Analyse müsse viel tiefer gehen. Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär sagte, die Wähler hätten der CSU eine Lektion erteilt. Jetzt brauche die Union wieder dringend einen klaren politischen Kurs. Familienministerin Katarina Barley wies Kritik an der Entscheidung der SPD, in die Opposition zu gehen, zurück.
daserste.de

– CAUSA-DEBATTE –

Was Großbritannien an Deutschland nie verstanden hat, schreibt Kommentator und Mitherausgeber der Financial Times Philip Stephens im Rahmen der Causa-Debatte “Auf dem falschen Kurs? Großbritannien und der Brexit”. Theresa May setzt bei den Brexit-Verhandlungen auf Unterstützung aus Berlin – ein Fehler, der Vorbilder hat.
causa.tagesspiegel.de (Philip Stephens); causa.tagesspiegel.de (Alle Debattenbeiträge)

– HINTERGRUND –

Parteien schwächen sich mit Kritik an Afd: Nach Ansicht von Meinungsforschern hat die Kritik der Parteien an der AfD zum starken Abschneiden der Rechtspopulisten bei der Wahl beigetragen. Es sei ein Fehler der Parteien, alle AfD-Sympathisanten zusammen mit den rechtsextremen Vertretern der AfD in die Nazi-Ecke zu stellen. Ein weiterer Vorteil für die AfD sei zudem gewesen, dass wieder viel über die Themen von 2015 diskutiert wurde. Entscheidend für Wählerwanderungen sei außerdem gewesen, dass es fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch große Unterschiede zwischen Ost und West gebe.
handelsblatt.com, bild.de

Am Dienstag in Tagesspiegel “Agenda Spezial zur Wahl”: Die kleinen Beben nach dem großen – Menschen ansprechen, Menschen erreichen – davon reden jetzt viele. Bei zu vielen hat die Union das nicht mehr geschafft. Und Angela Merkel sagt, sie “kann nicht erkennen, was wir jetzt anders machen müssen”. *** “Es gibt keinen Automatismus für Jamaika” – Anton Hofreiter setzt auf die Einigkeit der Grünen. *** Kalt erwischt – Gerade erst hat die AfD bei der Wahl triumphiert, da wird sie von der eigenen Vorsitzenden überrascht: Frauke Petry will der künftigen Bundestagsfraktion nicht angehören. Ob sie damit die Partei spalten will, ist offen. *** Ohne Obergrenze – 709 Parlamentarier werden im neuen Bundestag Platz nehmen. Grund dafür sind die Überhangmandate. Eine Maximalzahl gibt es bisher nicht. *** Heute am Kiosk oder als E-Paper!
tagesspiegel.de/agenda

– POLITIK-JOBS –

GDV sucht Referent (m/w) Kommunikation *** BDI, Telefónica und METRO suchen Stipendiat/innen für MBA Communication and Leadership und MBA Public Affairs and Leadership *** Pathways Public Health sucht Associate / Senior Associate (m/w) im Bereich Gesundheit und Pflege *** Leitung Büro Berlin (m/w) für Verband gesucht *** McKinsey & Company sucht (Junior) Research Analyst – Public Sector (m/w) *** Hubert Burda Media sucht Referent (m/w) Public Affairs
politjobs.de, politjobs.de/go/ (Inserat schalten)

– KALENDER –

11:00 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt den albanischen Präsidenten Ilir Meta mit militärischen Ehren, Schloss Bellevue, Berlin
18:00 Staatsministerin Maria Böhmer beim Empfang zum Tag der Deutschen Einheit der Unesco-Vertretung in Paris, Frankreich
18:30 Außenminister Sigmar Gabriel bei der Verleihung des Theodor-Wanner-Preises an Königin Silvia von Schweden, Stiftungsforum Allianz, Berlin

– ZITATE –

“Schulz hat in dieser Zeit das Flüchtlingsthema hervorgehoben. Das hat Union und SPD geschadet und der AfD genutzt, auch weil er es leider versäumt hat, unsere gemeinsamen Anstrengungen und Leistungen zu benennen.”

Innenminister Thomas de Maiziere macht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden der Koalitionspartner bei der Wahl.
spiegel.de

“Die Mobilisierung in den eigenen Reihen war so groß wie lange nicht. Trotzdem hat es nicht für ein besseres Ergebnis gereicht.”

SPD-Parteivize Olaf Scholz ist davon überzeugt, dass die SPD bei der Wahl deutlich unter Wert geschlagen wurde.
spiegel.de

“Wir müssen jetzt sehr aufpassen, dass die AfD nicht das wird, was die Linkspartei für die SPD ist: eine dauerhafte strukturelle Veränderung der Parteienlandschaft.”

Bayerns Finanzminister Markus Söder fordert eine schonungslose Analyse der Ursachen des CSU-Bundestagswahlergebnis.
zeit.de

– AUS DER TAGESSPIEGEL MORGENLAGE FÜR WIRTSCHAFTS-ENTSCHEIDER –

Wirtschaft distanziert sich von AfD
Air Berlin: Gute Perspektiven für die Beschäftigten
Ryanair fordert vom Bund Unterstützung für Tegel
Thyssen-Krupp verschafft sich Kapital

Zur vollständigen Tagesspiegel Morgenlage für Wirtschafts-Entscheider:
morgenlage.tagesspiegel.de/wirtschaft

– DAS LETZTE –

Ivanka Trump soll privaten Account für Regierungsmails genutzt haben: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, ein privates E-Mail-Konto für die Kommunikation mit Regierungsmitarbeitern genutzt haben soll. Nun wird das auch seiner Frau, der Präsidenten-Tochter Ivanka Trump, vorgeworfen. Die Organisation American Oversight veröffentlichte am Montag eine Mail, die belegen soll, dass Trump ihren privaten Account noch im März 2017 für die Kommunikation mit anderen Regierungsangestellten nutzte.
spiegel.de

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